GENAU Vor einem Jahr wurde Der Ghostwriter aus der Taufe gehoben. In dieser Blog-Serie, die mit heute also schon Dreizehn Geschichten zählt, haben Persönlichkeiten aus dem Umfeld des FC Red Bull Salzburg Ihre Sehr Persönlichen Gedanken und Meinungen Mit Euch geteilt. Dieses Mal haben wir uns einem Sehr Ernsten Thema gewidmet, Welches uns daran erinnern sollte, dass Wir Im Kampf Gegen RAssismus Vereint Zusammenstehen müssen. Das Wäre AUch der Wunsch unseres Heutigen Ghostwriters

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Als aktiver Fußballprofi lebe ich ein mehr oder weniger exponiertes und öffentliches Leben. Ich hatte nie ein großes Problem damit und suche gerne einen offenen und nahen Kontakt zu unseren Fans. Ich teile hin und wieder gerne private Einblicke und Momente in den sozialen Medien, was zugegebenermaßen schon gewisse Risiken in sich birgt, aber mein Vertrauen in unsere Fans wurde bisher noch nie enttäuscht, weshalb ich diesen Weg weiter beibehalten möchte. Wenn man in der Öffentlichkeit steht, ob als Profisportler, Schauspieler, Sänger usw., muss man sich seiner Vorbildfunktion bewusst sein und dieser verantwortungsvollen Aufgabe auch gerecht werden. Dazu gehört auch, dass man in der Gesellschaft dazu beiträgt, Meinungen zu äußern, seine Stimme zu erheben und ein Zeichen zu setzen, wenn es notwendig ist.

Das wurde mir so richtig bewusst, als ich zum ersten Mal in meinen Leben direkt und auf eine für mich schlimme Art und Weise mit Rassismus konfrontiert wurde. Es hat mich sehr erschüttert, denn ich dachte nie, dass mir so etwas einmal passieren würde. Dieses Gefühl kann ich in Worten gar nicht beschreiben und will es auch nicht. Damit würde ich diesem Unrecht unbewusst nur mehr Energie geben, als es verdient. Ich wollte es aber dennoch nicht einfach so hinnehmen. Ich will kein Opfer von Rassismus sein, im Gegenteil: Dieser Vorfall hat mich dazu ermutigt, dagegen anzukämpfen. Ich bin sicher kein großer Redner, aber dennoch wollte ich ein Zeichen setzen.

Das Tattoo habe ich mir machen lassen, weil mir Anlass dazu gegeben wurde. Ich habe mehrere Tattoos an meinem Körper und viele davon stehen für Dinge, die mir wichtig waren, woran ich mich immer erinnern will. Ich bin in erster Linie Vater und sehe meine wichtigste Aufgabe darin, meine Kinder zu beschützen. Es ist mir bis dato noch nicht so offensichtlich bewusst gewesen, dass ich sie nach wie vor davor bewahren muss, in einer Welt aufzuwachsen, in der Rassismus und Xenophobie immer noch existieren. Schlimmer noch: Mir wurde klar, dass ich meine eigenen Kinder vielleicht sogar mehr denn je in dem Gedanken erziehen muss, dass jede Art von Anfeindungen Menschen gegenüber, die eine andere Hautfarbe haben, einer anderen Religion angehören oder aus einem fremden Land kommen, ein großes Unrecht ist, das in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben sollte.  

Ich weiß natürlich, dass dieser Vorfall nichts gegen mich persönlich war. Man wollte einfach nur provozieren. Das macht es aber nicht weniger verwerflich. Weil es immer wieder rassistische Anfeindungen von Fans gegen Spieler gab, wurde vor Jahren die Initiative „Football Against Racism in Europe“ gestartet, die von der UEFA unterstützt wird. Diese Kampagne ist heute noch so aktuell wie zu dem Zeitpunkt, als sie ins Leben gerufen wurde. Es ist schon erschreckend, dass in einer Sportart, die so sehr von der Vielfalt der Nationalitäten geprägt ist wie der internationale Fußball auf Klubebene, dieses Bewusstsein überhaupt noch in der heutigen Gesellschaft geschaffen werden muss.

Ich bin ein Optimist und glaube an das Prinzip der natürlichen Ordnung. Ich will daran glauben, dass immer wenn ein Unrecht geschieht, auch irgendetwas Gutes passieren muss. 

So sehr mich dieses Ereignis erschüttert hat, so sehr hat es mich auch berührt, dass ich sehr viel Unterstützung von den unterschiedlichsten Menschen erhalten habe. Unter anderem von unserem Trainer, der den Vorfall an die Öffentlichkeit getragen hat. Nicht nur, dass er mir damit den Rücken gestärkt hat, er gab mir damit auch das Gefühl, dass er meine Gefühle und Emotionen versteht und teilt. Er sagte, dass er stolz darauf ist, in einer Mannschaft zu arbeiten, in der es viele unterschiedliche Nationen und Kulturen gibt, und er hat mir aus der Seele gesprochen, denn es ist eine Ehre für mich, mit diesem großartigen Menschen und dieser wunderbaren Mannschaft zusammenarbeiten zu dürfen. Dieses Gefühl der Solidarität und des Zusammenhalts ist so viel stärker und mächtiger als jede Form von Hass.