Sercan Kara im Interview nach der Vertragsunterzeichnung

Willkommen beim FC Red Bull Salzburg, Sercan! Wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich natürlich super an. Mit diesem Vertrag habe ich ein Ziel eines jeden FIFA-Spielers erreicht. Man tritt bei verschiedenen Turnieren mit der Hoffnung an, entdeckt zu werden. Jetzt habe ich dieses Ziel erreicht, aber nun warten neue Ziele. Jetzt habe ich auf jeden Fall einen Grund, warum ich spiele.

Worauf freust du dich am meisten?

Den FC Red Bull Salzburg zu repräsentieren. Die Qualität auf dem grünen Rasen und die Seriosität, wie hier an eSports herangegangen wird, sprechen für sich. Man hat auch in der ersten eBundesliga-Saison gesehen, dass hier am professionellsten gearbeitet wird. Man hatte als einziger Verein eine richtige Vorbereitung, und das war auch der Grund, warum ich mich in diesem Jahr für den FC Red Bull Salzburg entschieden habe. Hier sieht man, dass man es ernst meint, und ich meine es auch ernst. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und weiß, dass ich natürlich Ergebnisse liefern muss.

Wie sieht dein Alltag nach der Vertragsunterzeichnung aus?

Ich gehe noch zur Schule – das aber nur abends – und habe noch ein Jahr zur Matura. Danach will ich wohl studieren. Jetzt wird mein Alltag so aussehen, dass ich erst trainiere und am Abend in die Schule gehe.

Hast du eigentlich fixe Trainingszeiten?

Fixe Trainingszeiten gibt es eigentlich nicht. Man spielt, wenn man Lust hat – entweder alleine oder man macht sich mit einem Trainingspartner etwas aus. Die Zeiten dafür sind meistens am Nachmittag. Es ist aber eher vor großen Turnieren der Fall, dass man mit den anderen zusammen trainiert.

Wie viel Zeit investierst du ca. pro Tag ins FIFA-Spielen?

Im Ultimate-Modus verbringt man ja auch viel Zeit damit, Spielerkarten zu kaufen, daher ist das schwer zu sagen. Durchschnittlich sind es zwischen fünf und zehn Spielen pro Tag.

Hast du einen Pro-Gamer bzw. einen echten Fußballer als Vorbild?

Ich habe in der Szene kein Vorbild, zu dem ich aufschauen würde – vor allem, weil die Szene selbst noch jung ist. Ich schaue einfach, dass ich der beste Sercan bin, der ich sein kann.

Damit wir dich auch als Person und vor allem als FIFA-Spieler besser kennenlernen: Seit wann spielst du FIFA und seit wann ist das Talent da, zu sagen, ich mach das professionell?

Ich spiele seit 2009. Ich hatte zwar nicht jedes Jahr das neueste FIFA, habe aber aus Spaß immer mit Freunden gespielt. Erst mit FIFA 17 habe ich begonnen, bei Turnieren mitzuspielen und gemerkt, dass man hie und da auch ein bisschen Geld gewinnen kann. So hat es eigentlich angefangen. Mit der Zeit sind immer mehr Turniere veranstaltet worden, für die ich online versucht habe, mich zu qualifizieren. Das erste Offline-Event, bei dem ich teilgenommen habe, war die österreichische Staatsmeisterschaft und da habe ich es gleich bis ins Finale geschafft.

Als offizieller Spieler des FC Red Bull Salzburg werden spätestens jetzt von dir immer Topleistungen erwartet. Wie wirst du mit dem Druck umgehen, der auf dir lastet?

Auf nationaler Ebene wird der Druck größer sein als auf internationaler. Ich denke, dass ich mit dem Druck sehr gut umgehen kann. Ich kenne den Druck bereits durch meinen Vize-Staatsmeistertitel, der schon in der ersten eBundesliga-Saison ein Thema war. Da habe ich es geschafft, den Einzeltitel zu holen. So konnte ich mich also schon an den Druck gewöhnen. Jetzt wird der Druck etwas anders sein als Profi, aber wenn man sich gut vorbereitet, braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Du bist, wie erwähnt, in der letzten Saison bereits Einzelsieger der eBundesliga geworden und hast heuer mit unserem Team den Teambewerb gewonnen. Was sind deine nächsten Ziele?

Es wird darum gehen, sich immer zu fokussieren. Da ich der Erste bin, der sowohl den Einzeltitel als auch den Teambewerb gewonnen hat, möchte ich den „Vorsprung“ ausbauen nächste Saison. Der Traum wäre natürlich, beide Titel gleichzeitig zu gewinnen. Und auf internationaler Ebene ist es mein Ziel, den FC Red Bull Salzburg auf der großen Bühne zu repräsentieren, mich für ein großes Turnier – wie z. B. den FIFA Interactive World Cup – zu qualifizieren sowie generell meine bestmögliche Leistung zu bringen und die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Danke, Sercan! Viel Erfolg bei uns!