Red Bull Arena am Mittwoch restlos ausverkauft. Ein Portugiese pfeift die Begegnung. Christian Schwegler wieder fit.

Morgen geht es für den FC Red Bull Salzburg ab 20:30 Uhr (live auf ORF1) im Hinspiel der 3. Quali-Runde zur UEFA Champions League darum, eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in rund einer Woche zu erarbeiten.
Mit Fenerbahce Istanbul wartet ein Gegner, der nicht nur im türkischen Fußball eine feste Größe darstellt, sondern auch international für Aufsehen sorgt.


Gegen den Halbfinalteilnehmer 2012/13
So feierte Fenerbahce in der Vorsaison den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte und zog erstmals auf europäischer Ebene in ein Halbfinale ein. In der Vorschlussrunde der Europa League trafen die Türken auf Benfica Lissabon und verpassten nur knapp den Einzug ins Finale (1:0; 1:3). Fenerbahce war erst der dritte türkische Verein in einem Europapokal-Halbfinale. Zuvor war dies Galatasaray 99/00 im UEFA-Pokal und 88/89 im Landesmeister-Cup, sowie Göztepe Izmir 68/69 im Messepokal gelungen.


Das Duell der Vize-Meister
Salzburg und Fenerbahce beendeten die nationalen Meisterschaften 12/13 jeweils auf dem zweiten Platz. Salzburg wurde in den vergangenen acht Jahren immer Meister oder Vize-Meister (jeweils viermal). 12/13 reichte es trotz neuer Vereinsrekordmarken von 91 Toren und 77 Punkten nur zum zweiten Platz – zuvor hatten in Österreich 77 Punkte immer zum Titelgewinn gereicht. Fenerbahce musste 2013 dem Stadtrivalen Galatasaray den Titel überlassen, wodurch dieser zum alleinigen türkischen Rekordmeister wurde. Galatasaray kommt auf 19, Fenerbahce auf 18 türkische Meisterschaften.


Der Schiedsrichter
Der 40-jährige Portugiese Duarte Gomes kommt seit einigen Jahren in der Champions League-Qualifikation zum Einsatz – ein Spiel in der UEFA Champions League Gruppenphase durfte Duarte Gomes aber noch nicht leiten. Der FIFA-Schiedsrichter pfeift stattdessen regelmäßig in der UEFA Europa League. Mit dem österreichischen oder dem türkischen Fußball kam Duarte Gomez bei seinen internationalen Einsätzen noch nicht in Berührung. Red Bull Salzburg wurde zuvor nur im August 2010 bei einer 2:3-Heimniederlage gegen Hapoel Tel Aviv von einem Portugiesen gepfiffen, Fenerbahce Istanbul zuletzt im September 2004 bei einem 1:0-Heimsieg gegen Sparta Prag.


Der perfekte Meisterschaftsstart
Red Bull Salzburg startete mit zwei eindrucksvollen Siegen in die neue Bundesligasaison – Wiener Neustadt und der amtierenden Meister Austria Wien wurden jeweils 5:1 bezwungen. Sechs Punkte, zehn erzielte Tore und eine Tordifferenz von plus acht – so gut wie Red Bull Salzburg in der aktuellen Saison ist noch nie ein Verein in Österreich gestartet.
Besonders auffällig in den ersten beiden Runden waren Kevin Kampl, der jeweils einen Doppelpack erzielte und damit seine Marke von vier Saisontoren 12/13 bereits frühzeitig egalisierte, sowie der neue Kapitän Jonatan Soriano, der überragende sieben Scorer-Punkte sammelte.


Das internationale Starensemble
In der Türkei beginnt die Saison 2013/2014 erst Mitte August. Das einzige Saisonziel von Fenerbahce ist laut des neuen Cheftrainers Ersun Yanal der Gewinn der türkischen Meisterschaft. Der Kader von Fenerbahce ist gespickt mit international renommierten Spielern. Nachdem 2012 mit Pierre Webo, Dirk Kuyt und Milos Krasic die Offensive verstärkt wurde, lag 2013 der Fokus bei den Neuverpflichtungen vermehrt auf der Defensive: Bruno Alves kam aus St. Petersburg und Michal Kadlec aus Leverkusen. Apropos Milos Krasic, der Serbe erzielte seinen letzten Europapokaltreffer im Oktober 2010 in Salzburg – für Juventus Turin (Salzburg – Juve 1:1).


Internationale Bilanz positiv
Red Bull Salzburg bestritt seit der Saison 2005/06 60 Spiele in UEFA-Bewerben, die Salzburger Bilanz und Tordifferenz fallen jeweils positiv aus. Insgesamt hat Salzburg genau 100 Europapokalspiele bestritten, aber erst einmal zuvor wurden die Klingen mit einem türkischen Vertreter gekreuzt. 1976 setzte sich Salzburg gegen Adanaspor durch (5:0, 0:2). Es war das erste Mal überhaupt, dass Salzburg international der Aufstieg in die nächste Runde gelungen war. Fenerbahce hat es im Europapokal auch nur einmal mit einem österreichischen Verein zu tun bekommen: In der Saison 96/97 gab es in der Champions League Gruppenphase ein 1:1 bei Rapid Wien und einen knappen 1:0-Heimsieg in Istanbul.


Statements
Roger Schmidt: „Wir können nicht den gleichen Fußball wie Fenerbahce spielen. Sie haben viele international erfahrene Spieler, gegen die wir mit Geschlossenheit, Laufbereitschaft und Leidenschaft bestehen wollen. Wir haben selber den Anspruch, dass wir in der Champions League-Quali nicht einfach nur dabei sind, sondern diese Runde überstehen wollen. Wir sind überzeugt, dass wir in einem sehr guten Zustand sind und haben die ganze Vorbereitung darauf hingearbeitet.“

Martin Hinteregger: „An den Tagen vor dem Spiel ist die Anspannung sicher höher, vor allem weil wir das erste Mal vor ausverkauftem Haus spielen. Diese Nervosität ist aber gut und steigert unsere Konzentration auf das Match. André und ich verstehen uns sehr gut schon von Juniors her. Wir spielen unser Spiel so, wie es uns der Trainer vorgibt und geben dabei unser Bestes.“