Europa League-Duell zweier Partnerstädte. Christian Schwegler fällt mit Muskelfaserriß rund drei Wochen aus.

Nachdem der Traum von der Champions League für den FC Red Bull gegen Fenerbahce endete, gilt es nun, erneut die Gruppenphase der Europa League zu erreichen. In diese schafften es die Roten Bullen seit Gründung dieses Wettbewerbs im Sommer 2009 bislang dreimal: 09/10 und in der Saison 11/12 wurde dann gar das Sechzehntelfinale erreicht, 10/11 schied Salzburg in der Gruppenphase aus.


Gegen eine Premiere
Anders als für Salzburg wäre das Erreichen der Europa-League-Gruppenphase für den litauischen Vertreter VMFD Schalgiris eine Premiere. Überhaupt steht der Pokalsieger des baltischen Landes zum ersten Mal überhaupt in den Play-off-Spielen dieses Wettbewerbs. Unterschätzen sollte man den souveränen Tabellenführer aus Litauen aber nicht, immerhin schaltete das Team in der letzten Qualifikationsrunde das deutlich stärker eingeschätzte Team von Lech Posen aus (1:0-Heimsieg, 1:2-Auswärtsniederlage).

In der letzten Saison traf Schalgiris in der 2. Qualifikationsrunde auf Admira Wacker. Beim 1:1 im Hinspiel tat sich Admira noch schwer, machte zu Hause dann aber mit einem 5:1-Erfolg alles klar.

Beim Betrachten der internationalen Erfolge beider Vereine ist Salzburg ohne Frage klar in der Favoritenrolle. FC Red Bull Salzburg absolvierte seit 2005 insgesamt 62 internationale Partien, Schalgiris in diesem Zeitraum ganze acht! Vor allem jagte die Mannschaft aus Litauen den Gegnern in Europa speziell auswärts nur selten Schrecken ein, lediglich einen Sieg von Schalgiris als Gastmannschaft gab es seit 2005. So ganz entspannt sollte Red Bull Salzburg die Aufgabe aber nicht angehen, ging doch das bislang einzige Heimspiel gegen eine Mannschaft aus Litauen verloren: In der Saison 08/09 unterlag Salzburg FK Suduva mit 0:1.


Duell zweier Partnerstädte
Beim morgigen Spiel kommt es beim Aufeinandertreffen des FC Red Bull Salzburg gegen VMFD Schalgiris nicht nur zum Play-off-Duell in der Europa League: Seit 1989 sind Salzburg und Vilnius auch Partnerstädte.

Wenn Dusan Svento am Donnerstag zum Einsatz kommt, wäre dies sein 200. Match im Red Bull Salzburg-Dress (108 Bundesliga, 10 Cup, 39 Europacup, 42 Freundschaftsspiele). Er wäre damit der vierte Rote Bulle mit 200 und mehr Spielen (Ibrahim Sekagya 286, Christoph Leitgeb 280, Patrick Jezek 209) für den Klub.


Personelles
Bei den Roten Bullen fallen Isaac Vorsah (Kreuzbandriss), Valentino Lazaro (Mittelfußknochenbruch) und Fränky Schiemer (eingeklemmter Nerv) aus. Havard Nielsen ist noch einige Zeit aufgrund einer Schultereckgelenksluxation ebenfalls noch außer Gefecht. Zudem fehlt Eddie Gustafsson mit Fingerbruch noch rund zwei Wochen. Und Christian Schwegler hat sich im Spiel gegen Sturm Graz einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und fällt rund drei Wochen aus.
Andy Ulmer und Stefan Ilsanker sind, nachdem sie in der Bundesliga angeschlagen raus mussten, wieder fit.


Duell zweier Tabellenführer
Trotz des Remis bei Sturm Graz ist der FC Red Bull Salzburg weiter Tabellenführer. Es ist bereits die fünfte Tabellenführung dieser Saison, nie gab es einen anderen Spitzenreiter. Damit betrachtete Salzburg schon jetzt die Liga öfter von ganz oben als in der gesamten letzten Saison, als es lediglich drei Tabellenführungen gab. Und die Chancen auf den Platz an der Sonne auch nach dem sechsten Spieltag sind gut – gegen den nächsten Gegner Admira verlor Salzburg letztmals vor zwei Jahren, ist seitdem in sieben Duellen unbesiegt (vier Siege, drei Remis).

In Litauen nahmen die Spielplaner der höchsten Liga auf ihren Vertreter VMFD Schalgiris Rücksicht und so wurden die Partien vom 24. und 25. Spieltag für den Pokalsieger verlegt. Angesichts der starken Leistungen des Klubs hat man sich das aber auch verdient, Zalgiris führt souverän die Tabelle an und strebt dem Meistertitel der im Jahresrhythmus ausgetragenen Spielklasse entgegen. Das Team aus der Hauptstadt Vilnius dominiert die Liga, verlor erst einmal, schoss die meisten Tore und ließ die wenigsten zu. Für den Klub wäre es der erste Meistertitel seit 14 Jahren, letztmals war Schalgiris im Jahr 1999 Landes-Champion.


Statements
Ralf Rangnick: „Morgen geht es erst mal darum, dass wir uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel schaffen. Dass es für uns nach dem sehr unglücklichen Aus gegen Fenerbahce enorm wichtig ist, uns für die Europa League zu qualifizieren - auch für die Weiterentwicklung unserer insgesamt noch sehr jungen Mannschaft -, steht außer Frage. Wir müssen die Gelegenheit unter allen Umständen nutzen, international in den Gruppenspielen und hoffentlich auch noch darüber hinaus weiter dabei zu sein.“

Roger Schmidt: „Wir haben auch die ersten drei Runden von Schalgiris in der Europa League genau analysiert. Insbesondere die beiden Spiele gegen Lech Posen haben eine deutliche Aussagekraft, weil sie gegen eine gute Mannschaft gegangen sind. Wir wissen, dass Vilnius eine Mannschaft ist, die defensiv sehr stabil ist und ganz klar auf Konterfußball setzt, auf gutes Umschalten nach Ballgewinn und da ganz klar ihre Qualitäten hat. Wir werden aber trotzdem unsere eigene Spielweise in den Vordergrund stellen. Und wenn wir das machen, sind wir überzeugt, dass wir ein gutes erstes Spiel abliefern werden.“

Florian Klein: „Wir werden natürlich versuchen, unser Manko der letzten Spiele, die Chancenauswertung, zu verbessern und diese Chancen auch zu nützen.Und es wäre auch wichtig, dass wir zu null spielen. Wir müssen aber nicht im ersten Spiel gleich alles entscheiden, weil ich glaube, dass der Kunstrasen beim Auswärtsspiel kein Nachteil für uns sein wird.“