Die Red Bull Fußball- und Eishockey-Akademie wurde am vergangenen Wochenende feierlich in die Red Bull Familie aufgenommen. Ralf Rangnick und Ernst Tanner über die Ziele der Nachwuchs- und Talentförderung bei Red Bull

Die Red Bull Fußball- und Eishockey-Akademie wurde am vergangenen Wochenende feierlich in die Red Bull Familie aufgenommen. Schöner, als das mit 10.000 Besuchern zu feiern, kann es kaum sein. Ein perfekter Rahmen für das ambitionierte Projekt zur Förderung von jungen Fußball- und Eishockey-Talenten.

Die Anlage lässt sowohl architektonisch als auch infrastrukturell keine Wünsche offen, aber hinter den Kulissen steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag:

Von Anfang an wurde die Akademie rund um ein, bis ins kleinste Detail durchdachtes und geplantes Konzept gebaut. Nichts wurde dem Zufall überlassen, nicht einmal die Farbe der Inneneinrichtung in den Zimmern (Gelb wirkt beruhigend und verbessert die Regeneration). Doch der wahre Wert des neuen Leistungszentrums offenbart sich in den Menschen, die tagtäglich mit den jungen Fußball- und Eishockey-Talenten an der Verwirklichung ihrer Träume arbeiten und sie auf dem Weg zur Profikarriere begleiten.

Das Kernstück der täglichen Arbeit in der Akademie ist das sogenannte LPS-System – ein Videoanalyse und Trainingsmessgerät, mit dem Spieler im Training mittels Chip „getrackt“ werden können. Mit dem LPS-System werden unter anderem Laufleistung und Laufwege gemessen:

„Die Daten, die wir so ermitteln, dienen als Hilfeleistung für Trainer und Spieler. Es geht darum, herauszufinden, wie belastbar ein Spieler ist und wo seine Grenzen liegen. Wo und in welcher Form der jeweilige Spieler sein individuelles Potenzial am besten umsetzen bzw. eingesetzt werden kann“, erklärt Nachwuchsleiter Ernst Tanner.

Auf diese Art soll verhindert werden, dass Verletzungen durch Überbelastung entstehen oder Defizite bei Unterforderung die mentale Belastbarkeit eines Spielers aus der Balance bringen.

Besonders interessiert zeigte sich Sportdirektor Ralf Rangnick auch von der Arbeit im kognitiven Bereich. In einer eigenen Turnhalle lernen die Athleten ihre kognitiven Fähigkeiten und Wahrnehmungen bei hohem Tempo zu schärfen. Mittels Bodenmarkierungen und einem Bildschirm an der Wand, der einen Laufweg vorzeigt, sollen die Spieler diesen Weg aus dem Kopf im vollen Lauf auf den Markierungen simulieren. Je komplexer der Laufweg, desto höher muss die Konzentrationsfähigkeit sein.

„Spieler mit einer hohen kognitiven Fähigkeit können ihr Potenzial im Mittelfeld gut einsetzen. Stürmer hingegen haben eine scharfe Wahrnehmung und verfügen über eine hohe Zielgenauigkeit, während es im defensiven Bereich körperlich starke Spieler braucht, die einen guten Überblick und Spielverständnis besitzen. Diese Eigenschaften können so besser gefördert werden“, erklärt Ernst Tanner das Konzept hinter dieser Trainingsform.

„Wir suchen keinen speziellen Spielertyp. Wir wollen Spieler, die nach ihren individuellen Fähigkeiten für unser Spiel eingesetzt werden können. Damit sich diese Fähigkeiten voll entfalten können, wird hier mit großem Aufwand und den modernsten Methoden gearbeitet“, so Ralf Rangnick.

Die Akademieleitung und auch die sportliche Leitung des FC Red Bull Salzburg haben aber nicht nur große Hoffnungen in den eigenen Fußball- und Eishockey-Nachwuchs, sondern auch einen sehr hohen Anspruch an jene Trainer, Erzieher und Betreuer, die tagtäglich mit den jungen Talenten arbeiten.

„Das Entscheidende und Wichtigste ist nicht, wie modern und groß diese Anlage ist, sondern ob die Mittel, die hier eingesetzt werden, auch wirklich effizient sind. Es ist wichtig für uns, zu wissen, dass unsere Talente die beste Ausbildung und Betreuung bekommen. Am Ende zählt nur, wie hoch die Qualität der Spieler ist, die hier auf ihrem Weg zum Profi begleitet werden“, sind sich Sportdirektor Ralf Rangnick und Ernst Tanner in der Zielsetzung für die Zukunft der Akademien einig.

Einen Vergleich mit anderen Nachwuchs-Akademien in Europa will Ralf Rangnick nicht ziehen: „Ich bin mir sicher, dass auch andere große Vereine wie Chelsea, Manchester City oder Barcelona versuchen, Ähnliches auf die Beine zu stellen. Für uns ist aber entscheidend, auf welchem Niveau unsere Spieler ausgebildet werden bzw. was ein Spieler können oder lernen muss. Der größte Vorteil liegt darin, dass wir genau wissen welchen Fußball wir spielen wollen und das zieht sich wie ein roter Faden von den Nachwuchsmannschaften über die Akademie und den FC Liefering bis in die Kampfmannschaft.“

Nicht unberücksichtigt geblieben ist der Fokus auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Talente und eine gute schulische Ausbildung. Denn gerade diese Aspekte sind auch nach der Profikarriere sehr wichtig.

„Spieler, die bei uns ausgebildet und gefördert werden, haben nicht nur ein enormes Potenzial, Profi zu werden. Uns ist vor allem auch wichtig, dass unseren Spielern über die aktive Karriere hinaus alle Möglichkeiten offenstehen. Dazu gehört natürlich auch eine gute Schulausbildung und in weiterer Folge ihr Wissen, über die sportliche Karriere hinaus, in anderen Berufen zu erweitern -etwa im medizinischen, therapeutischen, sportwissenschaftlichen, psychologischen und pädagogischen Bereich“, erklärt der pädagogische Leiter Winfried Kogelnik.