Der junge Japaner ist angekommen bei den Roten Bullen. Er spricht über seine ersten Treffer, sein Leben in Salzburg und dass er sich an das Essen mit Messer und Gabel erst gewöhnen musste.

Gratulation zu deinen beiden Toren gegen die Admira. Du scheinst nun endgültig in Salzburg angekommen zu sein …
Danke! Über meine ersten beiden Tore habe ich mich irrsinnig gefreut, weil ich der Mannschaft und dem Trainerteam endlich etwas zurückgeben konnte. Ich bin hier in Salzburg so freundschaftlich aufgenommen worden, und die Treffer waren mein Dank dafür.

Wie lebt es sich in Salzburg?
Sehr gut. Anfangs war es noch sehr stressig, weil wir doch gleich im Trainingslager in Katar waren und ich somit keine Zeit hatte, mir hier eine Wohnung zu suchen. Ich verbrachte also jede freie Minute im Hotel. Aber jetzt habe ich eine sehr schöne Wohnung gefunden und fühle mich auch schon sehr wohl in Salzburg.

Wie bist du überhaupt zum Fußball gekommen?
Eigentlich durch meinen Bruder. Er ist drei Jahre älter als ich und hat mich auch zum Fußball gebracht. Er spielte in einem Verein, und ich wollte ihm unbedingt nacheifern.

Was hat dich davon überzeugt, zum FC Red Bull Salzburg zu wechseln?
Ich habe schon in der letzten Saison einige Spiele von Salzburg in der Europa League gesehen und war vom Spielstil begeistert. Diese Art vonFußball ist perfekt für mich und passt genau zu meinen Fähigkeiten. Wir gehen ein sehr hohes Tempo, spielen ein aggressives Pressing und einen sehr technischen Fußball. Als ich dann das Angebot vorliegen hatte, musste ich ehrlich gesagt nicht lange überlegen. Ich bin sehr glücklich
und auch dankbar, hier spielen zu dürfen.

Welche Ziele hast du dir für deine erste Saison gesetzt?
Mein größtes Ziel ist es, Stammspieler bei den Roten Bullen zu werden und dass wir die Meisterschaft gewinnen. Ich bin hier, um mit dieser Mannschaft Titel zu holen. Leider sind wir in der Europa League gegen Villarreal aus geschieden, ich hätte schon gern noch ein, zwei Runden international gespielt. Ich hoffe jedoch – vorausgesetzt, wir werden Meister –, dass wir es nächstes Jahr in die Champions League schaffen!

Wie hat man in Japan auf deinen Wechsel reagiert?
Das Medienecho hat sich in Grenzen gehalten, mein Wechsel nach Europa wurde aber durchaus registriert, und ich habe auch sehr viele Mails bekommen, in denen mir meine Fans viel Glück und Erfolg wünschten. Für mich ist es ein echtes Abenteuer und eine große Herausforderung.

Die Medien nannten dich bereits den „japanischen Neymar“. Wie gehst du mit derartigen Lobeshymnen um?
Damit kann ich eigentlich gar nichts anfangen, und ich achte auch gar nicht darauf, was die Medien schreiben. Fakt ist, dass Neymar einer der besten Fußballer der Welt ist und ich noch ganz am Anfang meiner Karriere stehe. Ich will mich auch gar nicht mit ihm vergleichen. Sollte ich aber irgendwann einmal so gut werden, nehme ich dieses Lob natürlich sehr gerne an.

Du kannst in der Offensive nahezu alle Positionen spielen. Wo fühlst du dich am wohlsten?
Ich habe in Japan im Sturm wirklich überall gespielt. Am linken Flügel, am rechten Flügel
und in der Mitte. Dort gefällt es mir sicherlich am besten, weil ich mit meiner Schnelligkeit und meinen Vorlagen am meisten bewirken kann.

Auf dieser Position spielte auch Kevin Kampl. Verspürst du Druck, weil da die Erwartungshaltung dir gegenüber sehr groß ist?
Bitte nicht böse sein, ich will mich auch nicht mit Kevin Kampl vergleichen. Wir haben zwar eine ähnliche Spielanlage, sind aber total konträre Persönlichkeiten. Fest steht, dass ich alles für mein Team geben und meine Stärken bestmöglich ausspielen werde.

Wo siehst du deine Stärken?
Ich kann, glaube ich, ganz gut dribbeln und habe auch einen recht ordentlichen Schuss. Meine Schnelligkeit kann ich in Eins-gegen-eins-Situationen ausspielen, aber auch in der Defensive einsetzen. Ich versuche, die Verteidigung immer zu unterstützen und bei Ballgewinn sofort wieder offensiv einsatzbereit zu sein.

Von 2006 bis 2009 hat mit Tsuneyasu Miyamoto bereits ein Japaner in Salzburg gespielt. Hast du mit ihm vor deinem Wechsel gesprochen?
Ich kenne Tsuneyasu natürlich aus Japans J. League, aber er spielte bei einem gegnerischen Verein, daher hatte ich auch keinen Kontakt zu ihm. Er ist aber ein sehr guter und in Japan auch sehr bekannter Spieler. Die Zeit bei Salzburg war wichtig für seine Karriere.

Im Trainingslager warst du mit Stefan Ilsanker auf einem Zimmer. Wie wichtig war er für deine Integration in Salzburg?
Sehr wichtig! Stefan ist inzwischen ein sehr guter Freund und hat mir gleich am Anfang sehr geholfen. Sprachlich hatten wir auch nie Probleme, wir haben einfach Deutsch, Englisch und Japanisch gemixt und uns so sehr gut verstanden!

Stefan meinte, dass du anfangs Probleme hattest, mit Messer und Gabel zu essen …
Ja, das stimmt. In Japan bekommst du einfach kein normales Besteck, und daher hatte ich auch noch nie Nudeln mit Messer und Gabel gegessen. Das war totales Neuland für mich. Aber im Trainingslager haben sie mir dann Stäbchen organisiert, und darum bin ich auch nicht verhungert (lacht). Auch das europäische Essen war anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig für mich. In Japan essen wir sehr viel Fisch und natürlich Reis, hier sind es eher Nudeln und Fleisch.

Am kommenden Sonntag ist Sturm Graz in Salzburg zu Gast.
Was weißt du über den Gegner?

Dass sie eines der Spitzenteams in Österreich sind und sehr guten Fußball spielen. Ich habe aber auch gehört, dass sie sich in Salzburg immer sehr schwertun. Ich hoffe, dass wir gewinnen und ich vielleicht wieder ein Tor erzielen oder zumindest einen Treffer vorbereiten kann. Ich freue mich auf jedes Spiel!