#comebackstronger

Asger Sörensen tritt aus dem Schatten. Nach langer Verletzungspause kann der 18-jährige dänische Innenverteidiger seit vergangener Woche wieder mit der Kampfmannschaft trainieren. Asger wurde im Sommer 2014 vom Nachwuchs des dänischen Erstligisten FC Midtjylland verpflichtet und kam zu einigen Einsätzen beim FC Liefering, bevor er zum FC Red Bull Salzburg hochgezogen werden sollte. Doch eine alte Verletzung am Knöchel wurde wieder akut und bereitete ihm so starke Schmerzen, dass an Fußballspielen oder sogar nur an Laufen nicht zu denken war. In den letzten Monaten musste sich Asger einer langwierigen und leider nicht ganz unproblematischen Therapie unterziehen.

Bitter für das junge Toptalent, denn seine Profikarriere stand kurz vor dem Durchbruch. Monatelang kämpfte er um sein Comeback und musste immer wieder Rückschläge einstecken. Nach ersten Versuchen, ihn im Herbst wieder ins Mannschaftstraining zu integrieren, zeigten sich Belastungsschmerzen am zweiten Knöchel. Daher musste Asger das Training erneut aussetzen. Da die konservative Behandlung keine wesentliche Verbesserung brachte, wurde er im Dezember, im Abstand von nur zwei Wochen, an beiden Sprunggelenken operiert.

Seine vielversprechende Fußballkarriere stand um Haaresbreite vor dem vorzeitigen Ende, aber der sympathische Däne hat das Schlimmste nun hinter sich und kann endlich wieder auf einen Neubeginn hoffen. Sein mit Spannung erwartetes Comeback steht unmittelbar bevor.

Im Interview erzählt uns Asger, wie es ihm in der langen Verletzungspause ergangen ist und was er über sich selbst und seinen Körper gelernt hat.

Asger, das Auf und Ab einer Fußballer-Karriere hast du schon sehr früh kennengelernt. Die letzten Monate waren sicher sehr lang für dich? Wie geht es dir jetzt? Und kannst du deine Verletzung ein bisschen näher erklären?
Mir geht es sehr gut. Ich bin endlich wieder fit und habe ein gutes Gefühl beim Training. Ich hatte eine Art Überbein auf dem Knöchel, das vermutlich durch alte Verletzungen aufgetreten ist. Ich bin immer wieder mal umgeknickt und hatte mal mehr, mal weniger Schmerzen, aber zuletzt ging es dann gar nicht mehr. Dann ist der Schmerz auch im zweiten Bein aufgetreten, daher hat unser Teamarzt vorgeschlagen, die Ursache für die Schmerzen ein für alle Mal zu entfernen, weil es mit der therapeutischen Behandlung von alleine nicht besser geworden ist. Ich bin sehr froh über diese Entscheidung, denn ich konnte nach zwei Monaten schon wieder schmerzfrei laufen und fühle eine deutlich bessere Stabilität in beiden Beinen. Aber ja, der Weg dorthin war sehr, sehr lang.

Diese Frage stellten wir auch Valon Berisha vor ein paar Monaten: Gibt es trotzdem etwas, das du aus dieser Zwangspause für dich im positiven Sinne mitnehmen konntest?

Es fällt schwer, in einer so langen Verletzungspause etwas Positives zu sehen. Als Fußballspieler willst du Fußball spielen und wenn es nicht geht, weil man Schmerzen hat, jede Bewegung eine Überwindung ist, dann fühlt man sich – ganz ehrlich – hauptsächlich „bescheiden“. Ich habe aber nie die Hoffnung verloren.
Ich habe gelernt, meinen Körper besser vorzubereiten und mehr Konzentration auf das Aufwärmtraining zu legen, als ich das bisher tat. Ich habe in dieser Zeit viel über meinen Körper gelernt: Wie er funktioniert, wie er tickt und was er braucht, um 100 % Leistung bringen zu können. Das hat mir auch wieder Selbstvertrauen gegeben, was besonders wichtig ist, damit du nicht am Platz stehst und bei jeder kritischen Bewegung Angst hast, dass vielleicht wieder etwas passieren könnte. Diese Blockade ist – glaube ich – schwerer zu heilen als die Verletzung an sich. Aber ich weiß jetzt, dass ich über diese Angst hinweg bin.

Auch deine Mutter hat eine Profikarriere im Sport durchlebt. Prägt so ein familiärer Hintergrund?
Ja, das stimmt! Meine ganze Familie ist sehr sportlich. Auch mein Vater und meine Schwester haben Handball gespielt. Meine Mutter war in Dänemark Profi-Handballerin und als Trainerin auch auf internationaler Ebene sehr erfolgreich. Sicher hat mich das ein bisschen geprägt, aber ich glaube, es ist eher die Bewegungsfreude an sich, die uns alle verbindet.

Bekommst du oft Besuch von deiner Familie?

Meine Familie und meine Freundin kommen mich immer abwechselnd einmal im Monat besuchen. Gerade in der Zeit, wo ich nicht spielen konnte, war das auch sehr wichtig für mich.

Hast du in der Mannschaft schon Anschluss gefunden?

Ja, auf jeden Fall. Ich verstehe mich – natürlich wegen der Sprache – sehr gut mit Peter Ankersen und Valon Berisha, aber auch mit meinen Teamkameraden vom FC Liefering, von denen ja einige regelmäßig mit der Kampfmannschaft trainieren. Aber ganz allgemein finde ich, dass die Atmosphäre in der Mannschaft schon sehr gut ist.

Eigentlich könnten wir uns die Frage sparen, weil dein Blick schon mehr verrät als tausend Worte, aber wir fragen trotzdem, nur um es zu hören: Wie sehr freust du dich auf dein Comeback?
(Lacht und grinst wie ein Honigkuchenpferd)

Okay, keine weiteren Fragen! Wir wünschen dir auf jeden Fall alles Gute und freuen uns schon, dich vielleicht schon bald in der Red Bull Arena einlaufen zu sehen!
Danke schön. Ich freue mich auch!