In unserem zweiteiligen Saison-Rückblick lassen wir die Höhen und Tiefen, die unsere Mannschaft gemeinsam mit ihren Fans auf dem Weg zum Triple-Double erlebt hat, noch einmal Revue passieren.

Was war das nur für eine verrückte Saison? Nach dem katastrophalen Kaltstart zu Saisonbeginn und dem frühen Aus in der Qualifikation zur Champions bzw. Europa League gelang es unserer Mannschaft noch Vor Der Winterpause, mit einer sensationellen Aufholjagd die Tabellenführung in der Meisterschaft zurückzuerobern.

Zu Beginn der Saison hatte Trainer Peter Zeidler nicht nur mit Abstimmungsschwierigkeiten in der Mannschaft zu kämpfen, sondern auch mit schwerwiegenden verletzungsbedingten Ausfällen. Die prominentesten: Kapitän Jonatan Soriano, Abwehrchef Martin Hinteregger und die Routiniers Christian Schwegler sowie Christoph Leitgeb.

Christian Schwegler erlitt zu Saisonbeginn einen Mittelfußknochenbruch und fiel für die Champions League-Qualifikation gegen Malmö FF und die ersten Meisterschaftsrunden aus.

Jonatan Soriano zog sich in der ersten Bundesliga-Runde beim SV Mattersburg zuerst eine Wadenverletzung zu und musste in weiterer Folge auch noch mit einer Oberschenkelverletzung und Adduktorenbeschwerden fast das ganze erste Meisterschaftsviertel pausieren.

Abwehrchef Martin Hinteregger erlitt eine Bauchmuskelzerrung und konnte das Rückspiel in der Europa League gegen Dinamo Minsk nicht mehr bestreiten. Im Herbst konnte er verletzungsbedingt überhaupt nur bei sehr wenigen Pflichtspielen auflaufen.

Besonders bitter war – und ist nach wie vor – der Ausfall von Christoph Leitgeb, dem eine Knieverletzung zu schaffen machte. Er musste zwei Operationen über sich ergehen lassen und fiel beinahe die gesamte Saison aus. Gerade erfahrene Routiniers wie er wären für die junge Mannschaft speziell in den internationalen Bewerben essenziell wichtig gewesen. 

Defensive als Schwachstelle

Als der FC Red Bull Salzburg nach zwei Bundesliga-Runden noch ohne Punkte dastand, fühlten sich einige Experten in der Annahme bestätigt, dass die Abgänge von Mane und Kampl sowie später Ramalho, Ilsanker und Sabitzer bei den Roten Bullen nicht zu kompensieren sein würden. Speziell in der Innenverteidigung fehlten, nach den Verletzungen von Martin Hinteregger und Christian Schwegler, gleich zwei wichtige Stützen in der Abwehr. Und das hatte freilich auch Folgen, denn der erst 18-jährige Duje Caleta-Car und Neuzuggang Paulo Miranda waren in der Innenverteidigung noch nicht eingespielt und hatten etwa gegen routinierte Mannschaften wie Malmö FF und Dinamo Minsk nur wenig entgegenzusetzen. Auch in den nationalen Bewerben haperte es in der Vierer-Abwehrkette zunächst gewaltig.

Der wichtigste Rückhalt für den FC Red Bull Salzburg waren in dieser schweren Phase Routiniers wie Andi Ulmer und Alexander Walke, auf deren Schultern die Verantwortung ruhte, eine blutjunge Mannschaft in schwierigen Situationen zusammenzuhalten.

Christian Schwegler:

Der heurige Titel ist für mich sehr hoch anzusiedeln, weil wir wirklich schlecht ins Jahr gestartet sind. Nach den ersten drei Spielen haben uns manche als Meister schon abgeschrieben und damit gerechnet, dass Rapid wahrscheinlich das Rennen machen wird. Deshalb ist es umso schöner, dass wir wieder Meister geworden sind.

DIE RÜCKKEHR DES KAPITÄNS

Jonatan Soriano war die Enttäuschung über das frühe Aus in der Europa League am deutlichsten anzumerken, denn verständlicherweise machte er seinem Ärger auch verbal Luft. Bei seinem Comeback gegen den SV Grödig war der Frust aber wieder vergessen und El Capitan meldete sich mit jeweils einem Tor im Salzburger Derby und gegen den Wolfsberger AC wieder eindrucksvoll zurück – und zerlegte kurz darauf auch noch den SV Mattersburg mit vier Toren im Alleingang.

Als die Spielfreude beim Kapitän zurückkehrte, übertrug sich das auf die gesamte Mannschaft, und die Roten Bullen starteten im zweiten Meisterschaftsviertel, zu dieser Zeit noch mit neun Punkten Rückstand auf den damaligen Tabellenführer Rapid Wien, eine unglaubliche Aufholjagd.

Die Aufholjagd

Nach den Niederlagen auswärts beim SV Mattersburg und im Heimspiel gegen Rapid Wien ging es für unser Team in der Meisterschaft aber wieder bergauf. Elf Runden in Serie blieb die  Mannschaft von Peter Zeidler ungeschlagen, bis Cashpoint SCR Altach dem Aufwärtstrend der Roten Bullen zwischenzeitlich ein Ende setzte. Doch die Salzburger fanden schnell wieder in die Spur zurück und konnten weitere sieben Runden in Serie punkten.

Für den Herbstmeistertitel reichte es zwar dennoch nicht, aber der FC Red Bull Salzburg mischte  mit Austria Wien und Rapid Wien wieder um den Meistertitel mit. Trotz der guten Entwicklung, welche unsere Mannschaft im Laufe der Herbstsaison genommen hatte, sah die Vereinsführung in Hinblick auf das oberste Saisonziel, nämlich die Titelverteidigung, dass Handlungsbedarf erforderlich war.

Trendwende

Zum Ende der Herbstsaison trennte man sich von Trainer Peter Zeidler. FC Liefering-Coach Thomas Letsch übernahm interimistisch für die letzten zwei Runden von der Winterpause, änderte kurzerhand das Spielsystem von 4-4-2 auf 4-3-3 und holte Youngster Hee Chang Hwang erstmals in die Kampfmannschaft. Unter dem Interimscoach eroberten die Roten Bullen mit einem Remis beim SV Mattersburg und einem Heimsieg gegen Titelkonkurrent Rapid Wien im direkten Duell noch vor der Winterpause die Tabellenführung zurück.

 

Im zweiten Teil unseres Rückblicks erleben wir noch einmal den Erfolgslauf in der Frühjahrssaison und wie wir es geschafft haben, am Ende auch noch ein Stück Österreichische Fußball-Geschichte zu schreiben.