Herzlich Willkommen, Ray!

Erstes Interview auf redbullsalzburg.at

Das vorweg: Reinhold „Ray“ Yabo ist ein Typ, der menschlich wie fußballerisch begeistert, verblüfft und jeden sofort in seinen Bann zieht. Der 23-jährige Mittelfeldspieler kommt vom Karlsruher SC und galt in Deutschland jahrelang als Super-Talent. Zweifelsohne hat er von seiner Qualität nichts verloren, sondern an Erfahrung sogar noch dazugewonnen. Im Interview verrät uns der sympathische Deutsche, was ihn antreibt, welche Ziele er erreichen möchte und warum er sich entschieden hat, vom Rhein an die Salzach zu wechseln.

Wenn man etwas über dich erfahren möchte, wird man ziemlich schnell fündig. Was sofort auffällt: Reinhold Yabo ist außergewöhnlich, vielseitig begabt, sehr ausdrucksstark und geht sofort unter die Haut. Es ist schwierig, dich in wenigen Worten zu beschreiben. Könntest du dich bitte selbst kurz vorstellen?

(Lacht) Ich heiße Reinhold Yabo und bin 23 Jahre alt. Meine Freude nennen mich „Ray“. Diesen Spitznamen habe ich schon sehr lange, und er ist einfach daraus entstanden, dass „Reinhold“ auf dem Platz viel zu lange war. Ich bin da völlig frei, wie man mich anspricht. Geboren und aufgewachsen bin ich in Jülich bei Düren. Meine Wurzeln liegen in der Demokratischen Republik Kongo. Ich bin seit gut einem Jahr verheiratet.

Du bist, für dein junges Alter, deiner sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion sehr stark bewusst und hast dich in Karlsruhe sehr vielseitig engagiert, zum Beispiel in der Kirche und sogar im Gemeinderat. Wie kam es dazu?

Ich bin zum einen ein Mensch, der gerne lernt, und von daher habe ich eine sehr ausgeprägte Neugier für neue Lebenserfahrungen. Das politische Mandat war so in der Form gar nicht geplant. Ich bin da eher reingerutscht. Letzten Endes bin ich sehr froh darüber, dass ich „Politikluft“ schnuppern konnte und diese Erfahrung machen durfte. Und JA, ich glaube an Gott! Jeder der mich kennt oder schon mal gegoogelt hat, wird schon mal was darüber gelesen haben.

In deinem Blog zum Beispiel?
(Lacht) Ja, zum Beispiel. Bis vor einem halben Jahr habe ich darüber in meinem eigenen Blog geschrieben, um mich und meinen Zugang zu Gott ausdrücken zu können. Dafür fehlt mir aber jetzt die Zeit.

Wenn man so stark mit einer Stadt und dem Verein verwurzelt ist wie du, ist es sicher keine leichte Entscheidung gewesen, den Verein zu wechseln?
Karlsruhe und der KSC haben mir enorm viel gegeben und ich werde mich immer positiv daran zurückerinnern. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel ich den Menschen und dem Verein zu verdanken habe. Ich bin 23 Jahre und es hat sich für mich die Möglichkeit ergeben, ein neues Kapitel in meinem Leben zu schreiben. Diese Möglichkeit wollte ich ergreifen. Ich habe die Entscheidung getroffen, nochmal eine neue Herausforderung im Profifußball anzunehmen. Beim FC Red Bull Salzburg habe ich die besten Voraussetzungen für diesen Weg gefunden und bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung. Ich freue mich auf das neue Abenteuer und auf die neue Herausforderung, die man im Leben immer wieder mal sucht.

In welcher Rolle siehst du dich in Zukunft beim FC Red Bull Salzburg?

Ich bin mir sicher, dass ich meinen Platz in der Mannschaft finden werde. So etwas kann man nicht erzwingen. Man wächst ganz natürlich in die Rolle, für die man in der Mannschaft vorgesehen bzw. bestimmt ist. Aber ich denke, wenn man positiven Einfluss nehmen kann, sollte man das auch tun, unabhängig davon, in welcher Rolle man sich sieht.

Gibt es ein besonderes Ziel, das du dir gesteckt hast? Beruflich oder privat?

Beides würde ich sagen. Privat möchte ich jetzt vor allem ein guter Ehemann sein bzw. der Verantwortung, ein guter Ehemann zu sein, gerecht werden. Ich möchte aber auch – privat, wie beruflich – den Menschen, mit denen ich lebe, zusammenarbeite oder oder denen ich begegne, ein gutes Gefühl geben. Das klingt vielleicht etwas seicht, aber so ist es nicht gemeint. Ich will im direkten persönlichen Austausch zurückgeben können, was ich von anderen lerne. Ich glaube, die richtige Bezeichnung dafür ist: ein Mehrwert sein! Für die Mannschaft, den Verein! Und klar, darüber hinaus will man den sportlichen Erfolg dann auch in Siegen messen.