UEFA Europa League Play-off | FC Red Bull Salzburg - FK Dinamo Minsk 2:0 n.V. (1:0) | Salzburger scheitern im Elfmeterschießen (2:3) an Dinamo Minsk

Andreas Kollegger

UEFA Europa League Play-Off | RücksPIEl
FC Red Bull Salzburg VS.
FK Dinamo Minsk

DATUM: Donnerstag, 27. August 2015
ORT: Red Bull Arena
ZUSCHAUER: 7.849
UHRZEIT: 20:30 Uhr 
SCHIEDSRICHTER: Kevin Blom (NED)

Andreas Kollegger

LIVETICKER des Spiels nachzulesen unter: http://fcrbs.club/LIVE

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Das Team rund um El Capitan Jonny Soriano zeigte Moral, ein großes Kämpferherz, den unbedingten Willen, die Partie siegreich zu gestalten. Die Salzburger konnten das 0:2 aus dem Hinspiel durch Tore von Takumi Minamino und Jonny Soriano egalisieren und dominierten die Partie 120 Minuten lang. Die Roten Bullen spielten die Weißrussen regelrecht an die Wand und bekamen ein reguläres Tor in der Verlängerung aberkannt. Somit schied die Mannschaft von Peter Zeidler völlig unverdient nach Elfmeterschießen gegen Dinamo Minsk aus und verabschiedete sich aus dem internationalen Geschäft der laufenden Saison.

DIE MATCH-ANALYSE

Mit dem Anstoß der Salzburger war relativ schnell klar, in welche Richtung sich das Spiel bewegen würde. Die Roten Bullen, lautstark angetrieben vom Publikum, nahmen sofort das Geschehen in die Hand und wurden in der sechsten Spielminute gleich im Strafraum der Weißrussen vorstellig. Zuerst hatte Torhüter Gutor bei einem Minamino-Weitschuss seine Probleme, ehe Jonny Soriano und Valon Berisha eine Flanke von Flügelflitzer Stefan Lainer knapp verfehlten. Nach der ersten Ecke von Benno Schmitz bejubelte die Mannschaft von Peter Zeidler den ersten Treffer. Der genesene Abwehrchef Martin Hinteregger legte clever ab auf Takumi Minamio, der sich nicht zweimal bitten ließ und die Kugel direkt mit links im langen Eck versenkte (11.). Der Funke der gezeigten Leistung sprang sofort auf die Fans über, die durch ihre Sprechchöre von den Rängen ordentlich Betrieb machten. In dieser Tonart ging es munter weiter. Dinamo Minsk stand sehr tief und hatte mit dem schnellen Kombinationsspiel und dem leidenschaftlichen Auftreten des FC Red Bull Salzburg so seine Probleme. Die logische Folge waren weitere Chancen für die Hausherren. Zuerst lenkte Gutor einen satten Schmitz-Distanzschuss (13.) über die Querlatte, ehe Martin Hinteregger einen Kopfball hauchdünn am Kreuzeck vorbei setzte (22.). Die Mozartstädter waren drückend überlegen, die Weißrussen konnten ab und an durch Konter für ein wenig Entlastung sorgen. In der Schlussphase waren die Roten Bullen nochmals brandgefährlich. Zuerst hätte Bangura die Kugel fast ins eigene Tor gelenkt, ehe Martin Hinteregger mit einer Kopfball-Doppelchance (39./45.) sowie Jonny Soriano per Freistoß (41.) fast auf 2:0 gestellt hätten. Mit einem, für die Weißrussen äußerst schmeichelhaften, 1:0 ging es in die Kabine.

Die Salzburger kamen mit ordentlichem Tempo und einer Portion Spielwitz aus der Halbzeitpause, hatten durch Jonny Soriano gleich zu Beginn zwei gute Einschussmöglichkeiten. Frei nach dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ schlenzte El Capitan das Spielgerät nach einem sehenswerten Haken nach innen unhaltbar ins lange Eck (58.). Das Team von Peter Zeidler, der in jeder Aktion mit lebte, war nun wieder im Rennen. Geburtstagskind Stefan Lainer kurbelte die Partie von der rechten Seite unermüdlich an und sorgte bei seinen Vorstößen für viel Gefahr im weißrussischen Strafraum und brachte Minamino (78.) gut in Aktion – Torhüter Gutor war allerdings auf der Hut und konnte die Situation in letzter Not entschärfen. Dann zappelte die Kugel erneut im Netz, doch der befreiende Jubel wurde von Schiedsrichter Kevin Blom unterbunden – er entschied richtigerweise auf Abseits (81.). Dinamo Minsk war in der Schlussphase etwas präsenter, ohne jedoch zwingend zu sein. Somit ging es in die Verlängerung – erstmals in der Ära Red Bull in einem internationalen Bewerb.

In der ersten Hälfte der Verlängerung merkte man die Wichtigkeit der Partie und die intensive Spielweise – die Gangart der Weißrussen wurde um einiges härter. Beide Teams versuchten kompakt zu agieren und gezielte Akzente zu setzten. In Minute 98 ein großer Aufreger. Jonny Soriano drückte die Kugel per Kopfball über die Linie, wurde jedoch erneut vom Unparteiischen wegen Abseits zurückgepfiffen – klare Fehlentscheidung. Das wäre wohl die Entscheidung gewesen. Nach den ersten 15 Minuten ging es zum letzten Seitenwechsel des heutigen Abends. Die Roten Bullen hatten nach Wiederbeginn das Glück des Tüchtigen. Adamovic brachte den Ball nach einem Stanglpass im Rutschen gefährlich aufs Tor, doch Alexander Walke konnte die Situation Gott sei Dank entschärfen. Die Gäste waren stehend K.o., ließen sich zum Ärger der Salzburger bei jeder Möglichkeit extrem viel Zeit und retteten das 0:2 über die Zeit.

Ist das bitter. Der FC Red Bull Salzburg dominierte die Partie 120 Minuten lang, spielte die Weißrussen regelrecht an die Wand und schied völlig unverdient nach Elfmeterschießen gegen Dinamo Minsk aus. Jonny Soriano und Martin Hinteregger konnten ihre Penalties staubtrocken verwerten. Takumi Minamino, David Atanga und Valon Berisha scheiterten vom Elferpunkt.
 

Was man sonst noch wissen sollte

  • Trainer Peter Zeidler musste einmal mehr auf die Langzeitverletzten Airton Moraes Michellon (Oberschenkel) und Reinhold Yabo (Knie) verzichten. Omer Damari fehlte auf Grund einer Fußwurzelknochen-Absprengung.
  • Abwehrchef Martin Hinteregger, der zuletzt wegen einer schmerzhaften Bauchmuskelverletzung zum Zuschauen verdammt war, war heute wieder von Beginn an mit dabei.
  • Naby Keita war für das heutige Spiel auf Grund seiner dritten Gelben Karte im laufenden Bewerb gesperrt.
  • Für Kapitän Jonatan Soriano war die wichtige Europa League-Partie gegen FK Dinamo Minsk zugleich das 150. Pflichtspiel (das 18. Europa League-Match) im Dress der Roten Bullen.
  • Takumi Minamino traf heute zu seinem ersten Europa League-Tor.
  • Asger Sörensen feierte heute sein Europa League-Debüt.

AuFstellung & Auswechslungen

FC Red Bull Salzburg: Walke – Lainer, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer (105. Sörensen) – Reyna (77. Atanga), Schmitz, Leitgeb (91. Schwegler), Minamino – Soriano, Berisha

FK Dinamo Minsk: Gutor – Begunov, Politevic, Bangura, Vitus – Adamovic, Korytko, Voronkov (77. Veretilo), Neacsa (84. Premudrov) – Beciraj, Rassadkin (62. El Monir)
 

GELBE KARTEN

Bangura (41.), Schmitz (65.), Begunov (89.),