Was Soriano, Walke & Co. symbolträchtiges auf ihren Schienbeinschützern tragen? Wir verraten es Euch!

Fußballer – das weiß man – tragen oft sehr viel Symbolträchtiges auf ihrer Haut. Diesmal sprechen wir aber nicht von Tattoos, sondern von etwas, von dem man zunächst nicht glauben würde, dass es einen persönlichen und emotionalen Wert besitzen könnte. Die Rede ist von Shin Guards bzw. Schienbeinschützern.

Beinschienen gab es schon in der Antike. Sie dienten Soldaten zum Schutz vor Angriffen von am Boden liegenden Gegnern, denn eine effiziente Nahkampftaktik war es, aus dieser Position die Sehnen des Kontrahenten zu durchtrennen und diesen so außer Gefecht zu setzen.

Bei Ausgrabungen fand man heraus, dass manche Soldaten auf ihren Helmen, Brustpanzern sowie auf Unterarmschützern und Beinschienen oft Schriftzüge, Zeichen und Verzierungen eingraviert hatten. Meist waren es die Namen der Familie, des Heimatlandes oder Orte, wo eine Schlacht stattfand. Manchmal waren darauf sogar Landkarten und Seerouten eingezeichnet – vielleicht, um den Weg nach Hause wiederzufinden, wenn die Schlacht vorbei war.

Safety first! Jonatan Soriano im Zweikampf-Duell

Diese besondere Symbolik scheint aber bis heute erhalten geblieben zu sein. Im Profisport beobachten wir oft, dass zum Beispiel Rennfahrer ihre Helme sehr aufwendig und auffällig verzieren lassen. Im Fußball sind es die Schienbeinschützer, die unsere Spieler individuell gestalten und ihrer „Rüstung“ damit einen persönlichen Bezug verleihen.

Da die Schienbeinschützer aber unter den Stutzen getragen werden und wir nur selten die Gelegenheit haben, einen Blick darauf zu werfen, haben wir uns für euch einmal in der Kabine umgesehen und ein paar sehr interessante Designs entdeckt. Paulo Miranda, Alexander Walke und Jonatan Soriano tragen symbolisch ihre Familie auf ihren Beinprotektoren. Vielleicht, damit ihre Liebsten wie ein Schutzschild genau jene Stelle schützen, an der Fußballer für gewöhnlich am verwundbarsten sind.

Paulo Miranda:

Meine Familie ist meine größte Motivation. Ich liebe sie, und wenn sie physisch nicht präsent sein können, dann trage ich sie durch dieses Bild mit mir.

Jonatan Soriano:

Ich trage meine Familie auf unterschiedliche Weise bei mir. Ich trage sie in meinem Herzen, wo immer ich bin. Ich trage meinen Ehering und die Namen meiner Töchter als Tattoo auf meiner Haut. Auf meinen Schienbeinschützern habe ich Fotos meiner Familie. All das gibt mir Kraft und Motivation.

Unser Tormann Alexander Walke überraschte uns mit seinem Design aber doch sehr. Alex ist für viele der Inbegriff eines echt harten Kerls. Ein Mann, der nicht nur einen stahlharten Körper, sondern auch einen unbeugsamen Charakter besitzt. Mal ehrlich, hättet ihr unserem Parade-Raubein „Herzchen“ zugetraut?

Duje Caleta-Cars Schienbeinschützer mögen designtechnisch auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders überraschen, doch der junge kroatische Innenverteidiger hat einen ganz besonderen Bezug zu seinen Beinschützern:

Auf meinen Schienbeinschützern steht der Name Gabrijel. Er ist der Sohn meines Bruders, also mein Neffe, und er bedeutet mir sehr viel. Ich vergöttere ihn und möchte ihn auf diese Weise immer bei mir haben, egal wo ich spiele. Das kroatische Wappen steht für meine Herkunft und mein Land. Ich bin stolz darauf, für meine Heimat, der ich viel verdanke, spielen zu dürfen. 

Naby Keita gehört zu den am meisten gefoulten Spielern!

Die Beinschienen von heute bestehen natürlich nicht mehr aus Bronze oder Holz, sondern aus einem ultraleichten, flexiblen und stoßfesten Material – meist eine Mischung aus Plastik, Schaumstoff und Latex. Sie schützen das Bein vor Prellungen, Schürfwunden, Sehnenverletzungen und zum Teil auch vor Knochenbrüchen.

Naby Keita hat übrigens die kleinsten Schienbeinschützer. Sie sind kaum größer als eine Handfläche und kommen ganz ohne Design aus. Dafür gibt es natürlich Gründe, denn unser Mittelfeld-Motor fühlt sich so einfach am wohlsten.  

Auch verständlich ist, dass manche Spieler mit ihrem Design einen sehr persönlichen Bezug ausdrücken, über dessen Bedeutung jedoch schweigen.