Das langersehnte Comeback unseres Spielmachers | Ab morgen im Interview auf FanTV

Naby Keita steht vor seinem 50. Bundesliga-Einsatz und könnte damit im kommenden Heimspiel gegen DEN FK Austria Wien dieses besondere Jubiläum Vielleicht mit einem Startelf-Einsatz krönen. Nach seiner Malaria-Erkrankung kam Er am vergangenen Samstag zu seinem – von Fans und TeamkAMERADEN – langersehnten Comeback.

 

Die Rückkehr des Spielmachers

Der Rückschlag

Die Nachricht von Naby Keitas Malaria-Erkrankung, kurz vor dem Abflug ins Trainingslager, erschütterte nicht nur das Team, sondern auch die Fans des FC Red Bull Salzburg. Als er nach der Winterpause vom Urlaub in seiner Heimat zurückkehrte, hatte Naby immer wieder mit Fieberschüben zu kämpfen. Um der Ursache für das Fieber auf den Grund zu gehen, wurde von den Teamärzten ein Bluttest angeordnet, der ergab, dass er an einer Mischform des Sumpf- und Wechselfiebers (Malaria) erkrankt war.

Es war für mich schon ein Schock, als die Diagnose feststand. Natürlich habe ich immer gehofft, dass ich so schnell wie möglich wieder fit werde, aber ich hatte auch großes Vertrauen in unsere Ärzte. Ich wusste von Anfang an, dass es Zeit brauchen würde, bis mein Körper sich wieder vollständig erholen würde. Ich möchte aber ganz persönlich unserem Rehabilitationstrainer danken, der mich nicht nur physisch wieder aufgebaut hat, sondern auch mental. Ich fühle mich zu 95 Prozent wieder fit.

Dramatisch bei einer Malaria-Erkrankung sind aber nicht die Symptome (hohes Fieber), sondern die Folgeschäden, denn heilt die Krankheit nicht vollständig aus, besteht die Gefahr einer lebensbedrohenden Organschädigung. Um das zu verhindern, musste sich Naby während der gesamten Rehabilitationsphase regelmäßigen Blutuntersuchungen unterziehen.

Grundsätzlich sind Einheimische gegen den Malaria-Virus immun, doch da Naby lange Zeit nicht in seiner Heimat war, hat die Immunität im Laufe der Zeit nachgelassen.

Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, konnte er lange Zeit, und nur unter ständiger ärztlicher Beobachtung, ausschließlich ein leichtes Aktivierungs- und Kreislauftraining auf dem Rad absolvieren. Erst als seine Werte aus medizinischer Sicht stabil waren, konnte mit einer behutsamen Belastungssteigerung begonnen werden.

So eine Erfahrung kann für Spieler natürlich sehr belastend sein, doch Naby hat seinen eigenen Weg gefunden, mit der Zwangspause zurechtzukommen:

Ich denke nicht, dass man durch eine verletzungs- oder krankheitsbedingte Pause lernt, mehr Geduld zu haben. Solche Rückschläge sollen uns vermitteln, dass Erfolg etwas sehr Flüchtiges ist und man jeden Tag von Neuem dafür kämpfen muss.

Erst wenige Tage vor dem ersten Heimspiel der Roten Bullen durfte er Teile des Mannschaftstrainings mitmachen, weshalb ein möglicher Einsatz im ersten Heimmatch des Jahres eigentlich eher unwahrscheinlich wurde.

Der Moment des Comebacks!

Das Comeback

Obwohl die Roten Bullen am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Cashpoint SCR Altach ersatzgeschwächt beginnen mussten, durften sich mehr als 5.700 Zuschauer über das sehnsüchtig erwartete Comeback von Naby Keita freuen. Unser Mittelfeldmotor wurde in der 65. Minute unter tosendem Applaus der Salzburger Fans eingewechselt.

Mit einer frühen Rückkehr seines Spielmachers rechnete Trainer Oscar Garcia ohnehin nicht und hielt sich mit mutmaßlichen Prognosen über ein mögliches Comeback sehr zurück.

Natürlich können Spieler wie Naby Keita den entscheidenden Unterschied im Spiel ausmachen, aber er muss erst zu 100 Prozent wieder topfit sein. Bis das der Fall ist, können sich andere Spieler auf dieser Position beweisen.

Dass der Cheftrainer Naby in diesem wichtigen Heimspiel aber in den Kader berief, war ein kluger Schachzug des Spaniers, denn damit setzte er nicht nur dem Gegner gegenüber ein Zeichen, sondern fachte damit auch ein wenig Aufbruchstimmung beim Salzburger Publikum an.

Denn als unser Trainer am vergangenen Samstag mit Naby Keita den wichtigsten Spielmacher der Roten Bullen von der Ersatzbank holte, wurde dieser von unseren Fans mit lauten Sprechchören willkommen geheißen.

Wie wichtig seine Rolle als Spielmacher der Roten Bullen ist, bewies alleine die Tatsache, dass mit dem Auftritt von Naby Keita sofort wieder mehr Schwung und Ordnung in das Spiel kam. Und das, obwohl die Mannschaft nach dem Ausschluss von Bernardo ab diesem Zeitpunkt sogar in Unterzahl spielte.

Es ist ein sehr emotionales und bewegendes Gefühl, wenn du mitbekommst, dass deine Fans dir zujubeln, und du mit einer so überwältigenden Energie auf das Spielfeld begleitet wirst. Dieses Gefühl der Verbundenheit habe ich auf so intensive Weise zum ersten Mal gespürt und das ist einfach unbeschreiblich.

Voller Einsatz

Guineas Spieler des Jahres

Vor einer Woche wurde er in Paris offiziell als Guineas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Dabei hat sich der erst 21-jährige Nationalspieler bei dieser Wahl unter anderem gegen starke Konkurrenz, wie Ibrahima Traore von Borussia Mönchengladbach und FC Anderlecht-Stürmer Idrissa Sylla, durchgesetzt.

Vor einiger Zeit erzählte uns Naby im Interview, wie er sich über die besondere Ehre gefreut hat:

Vor meinen zwei Toren, die ich für die Nationalmannschaft von Guinea erzielen konnte, wurde ich zwar immer als guter Assistgeber gelobt, aber immer mit den Nachsatz: Tore müsste er halt auch schießen! (lacht) Ich bin froh, dass ich nun auch in Länderspielen meine Torgefährlichkeit beweisen konnte.

Naby Keita war vor eineinhalb Jahren vom französischen Zweitligisten Istres zum FC Red Bull Salzburg gekommen und konnte sich nach nur kurzer Eingewöhnungszeit schnell zum absoluten Leistungsträger in der Mannschaft entwickeln. In dieser Saison erzielte unser Spielmacher in 18 Spielen acht Tore, bereitete sieben weitere Treffer vor und zählt damit aktuell neben Jonatan Soriano zu den drei besten Scorern der Liga.