Heimspiel-Magazin Nr. 171 #RBSFAK

„Ich bin gerne zweiter Stürmer.”

YORDY REYNA spricht über seine Rückkehr nach Salzburg, seine Rolle bei den Roten Bullen, frühere Enttäuschungen und wie ihn die Zeit in Grödig und Leipzig reifen ließ.

Willkommen zurück bei den Roten Bullen in Salzburg. Wie geht es dir?

Mir geht es sehr gut, vielen Dank! Ich bin froh, endlich wieder in Salzburg zu sein. Ich habe noch immer meine alte Wohnung in Grödig und kenne zum Glück auch noch viele der Spieler des FC Red Bull Salzburg. Ich mag die Stadt und die Leute hier. Ich bin wieder zu Hause!

Sportlich scheint sich aber dennoch einiges getan zu haben. Du hast heuer bereits gleich viele Einsätze wie in der ganzen Saison 2013/14 und hast in den vier Spielen ein Tor erzielt und einen Assist geliefert.

Ich habe mich sportlich seit damals einfach weiterentwickelt. 2013/14 bin ich nach Österreich gekommen, und alles hier war neu für mich. Das Leben war anders als in Peru, das Klima, die Menschen, und auch die Spielweise in der Bundesliga war Neuland für mich.

Wie wichtig war dann das halbe Jahr in Grödig für dich?

Am Anfang war es ehrlich gesagt sehr schwierig für mich. Ich war damals nach Österreich gekommen, um beim FC Red Bull Salzburg zu spielen. Ich wollte um die Meisterschaft und in einem internationalen Bewerb kämpfen. Verliehen zu werden war im ersten Moment ein Schock für mich. Doch dann gab ich einfach alles, um mich in Grödig in die Auslage zu stellen; immerhin gelangen mir dann auch 11 Tore in 19 Spielen. Auch Leipzig brachte mich dann weiter. Ich bekam immer wieder Einsätze und konnte dadurch wieder an Selbstvertrauen gewinnen.

Und nun deine Rückkehr nach Salzburg. Wie fühlt sich das an? In der Art von „Jetzt erst recht“?

Auf jeden Fall! Ich glaube, man hat mich damals verliehen, damit ich mehr Spielpraxis bekomme und mein Spiel weiterentwickeln kann. Das habe ich mir jeden Tag und in jeder einzelnen Trainingseinheit zu Herzen genommen. Nun bin ich wieder da und möchte dem Verein, den Fans und mir selbst beweisen, dass ich den Roten Bullen helfen kann. Dennoch möchte ich auch den Menschen in Grödig und Leipzig danken und meinen ehemaligen Teamkameraden auch. Sie haben mich aufgenommen und unterstützt!

Im Angriff kann man dich sehr individuell einsetzen. In welcher Position ist Yordy Reyna am gefährlichsten?

Welche Position, ist mir eigentlich egal. Ich kann in der Mitte spielen oder von den Seiten kommen. Wichtig ist für mich, dass ich einen guten Mitspieler im Angriff habe. Ich bin gerne zweiter Stürmer! Ich brauche einen anderen guten Offensivmann wie Jonny Soriano oder Dimitri Oberlin an meiner Seite. Dann können wir schnelle Doppelpässe spielen, oder man schickt sich gegenseitig mit tiefen Pässen in den Strafraum.

Das Spiel auf engem Raum hast du, wie man hört, schon als kleiner Junge in den Straßen deiner Heimatstadt Chiclayo gelernt …

Mein Vater starb sehr früh. Ich war damals erst acht Jahre alt. Und meine Mutter hatte jede Menge zu tun, um meine beiden Brüder und mich zu ernähren. Wir hatten also jede Menge Zeit, und die verbrachten wir beim Fußballspielen auf der Straße. Wir haben viel mit den Kindern in der Nachbarschaft gespielt, und irgendwann bekam ich die Chance, in einem Match gegen ein Team aus einer Fußballschule zu spielen. Ich war anscheinend ganz gut, denn sie haben mich gleich verpflichtet. Danach hat mich dann Alianza Lima aus der Hauptstadt geholt, und mein Traum vom Leben eines Fußballprofis ging in Erfüllung.

Deine Brüder haben es nicht geschafft?

Nein, sie waren auch sehr talentiert, haben aber den Sprung zu den Profis nicht geschafft. Sie haben dann andere Wege eingeschlagen. Einer arbeitet, und der andere studiert. Sie sind aber noch immer sehr fußballbegeistert und natürlich meine größten Fans.

Wie oft siehst du deine Familie?

Meine Mutter und meine Brüder waren schon in Salzburg und kommen hoffentlich bald wieder. Sie lieben Salzburg und können von der österreichischen Küche gar nicht genug bekommen.

Und da gibt es dann auch immer wieder Grund zum Feiern! Auf den dritten Platz heuer bei der Copa América war deine Familie doch sicher stolz?

Die Copa war schon eine tolle Sache. Sie hat in Peru einen sehr hohen Stellenwert, und es ist eine Ehre, wenn du da im Nationalteam spielen kannst. Ich sehe diese Spiele auch als große persönliche Bereicherung, weil du gegen viele tolle Spieler antrittst und damit auch für deinen Klub internationale Erfahrung sammeln kannst.

Nun noch ein paar Fragen abseits des Fußball-Alltags: Es ist Sonntagabend. Was machst du nach dem Spiel?

Nach Hause fahren und mich auf die Couch legen. Vielleicht noch mit meiner Familie oder Freunden in Peru skypen.

Hast du ein Ritual vor dem Spiel?

Ich bete vor dem Anpfiff.

Wer ist die Person, die dein Leben am meisten beeinflusst hat?

Meine Mutter.

Eine Fee gewährt dir drei Wünsche …

Dass meine Mutter ewig lebt, meine Familie ewig zusammen bleibt und meine Oma wieder lebt.

Du kannst nicht leben ohne …?

… den Fußball.

Der coolste Superheld?

Superman.

Es ist Sonntagnachmittag und regnet. Was machst du?

Auf der PlayStation Fußball spielen und warten, bis das Wetter wieder besser wird.

Deine Traumfrau?

Die habe ich schon gefunden!