Vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen mit dem FK Liepaja haben wir einen unserer Jungs zum Interview gebeten, der bei der ersten Begegnung mit dem lettischen Meister bereits mit dabei war.

Andreas Ulmer spricht über das Abschneiden des ÖFB-Teams bei der EURO in Frankreich, die Neuzugänge der Roten Bullen, seinen Kultururlaub und das Spiel gegen den lettischen Meister FK Liepaja.

Andi, sollen wir mal kurz deine Titel zählen? Seit Mai 2016 hältst du bei sechs Meistertiteln und vier ÖFB-Cup-Siegen mit dem FC Red Bull Salzburg. Beeindruckend.

(Lacht.) Ja, nicht schlecht …

Nur Christoph Leitgeb kann da mithalten.
Aber Moment – hat der Leiti denn mehr als ich? Hat er sicher nicht.

Moment, ich schau noch mal nach. Er ist ja eineinhalb Jahre vor dir nach Salzburg gekommen.
Ja, er ist zwar länger in Salzburg als ich, aber ich glaube, wir haben gleich viele Titel.

Du hast recht. Ihr habt gemeinsam dieselben zehn Trophäen geholt. Eine unglaubliche Bilanz. Gibt es einen Titel, der für dich besonders heraussticht?

Eigentlich nicht. Weil jedem einzelnen Titel die gleiche Leistung vorausgeht, die gleiche schwere Arbeit. Wir fighten eine Saison lang, fahren auf anstrengende Trainingslager, bereiten uns akribisch auf jedes einzelne Spiel vor, und genau dafür wirst du am Ende einer Saison belohnt.

Wie würdest du die Philosophie von Oscar Garcia beschreiben?

Wir wollen die Spielkontrolle haben. Das ist bei Oscar Garcia das Um und Auf. Wir wollen auch weiterhin die Bälle schnell erobern und schnell auf Offensive umschalten. Aber genauso wichtig ist es uns, dass wir den Ball auch kontrollieren, in den eigenen Reihen halten können, dem Gegner immer unser Spiel aufzwingen. Der Grundsatz ist: Wir bestimmen, wie das Spiel läuft.

Zu wie viel Prozent habt ihr das Spielsystem von Oscar Garcia schon intus?

Das weiß nur er! (Lacht.) Nein, im Ernst, ich finde, das kann man nicht in Prozenten ausdrücken. Es ist ja ein Prozess, der Zeit braucht. Jeder Spieler muss das System verinnerlichen, damit er dann auf dem Platz die richtigen Entscheidungen trifft. Das geht nicht in kürzester Zeit. Im Gegenteil, ich würde sogar sagen, der Prozess ist nie abgeschlossen. Er geht immer weiter, von Trainingseinheit zu Trainingseinheit.

Was sagst du zum Abschneiden des österreichischen Nationalteams bei der Europameisterschaft? Hast du eine Analyse?

Wir hätten eigentlich ins Achtelfinale aufsteigen können, und es ist wirklich schade, dass es uns nicht gelungen ist. Aber man darf auch nicht vergessen: Es war für fast alle Spieler das erste Mal bei so einem großen Turnier. Und Erfahrung ist in solch engen Spielen, wie wir sie hatten, oft der entscheidende Faktor.

Andi kann wirklich stolz auf seine zahlreichen Titel sein!

Kommen wir wieder zu den Roten Bullen. Ende Juni wart ihr auf Trainingslager in Leogang. Wie war’s?

Überraschung: Wir haben viel trainiert, sowohl körperlich als auch taktisch. Es sind ja auch einige neue Spieler zu uns gestoßen. Und ein Trainingslager ist eine gute Gelegenheit, sich kennenzulernen und einen Teamspirit zu entwickeln, sowohl auf dem Platz als auch außerhalb.

Athletiktrainer Christof Elser hat dich als Vorbild für alle Mitspieler bezeichnet, was die Einstellung zum Sport betrifft. Er meint, du bist einer der stabilsten Faktoren in der Mannschaft.

Ich schaue einfach darauf, dass ich fit bin. Ich investiere sehr viel in meinen Körper. Und ich kenne ihn mittlerweile auch recht gut, weiß, was er braucht, was er verträgt. Ich bemühe mich, immer auf einem Fitness-Level zu bleiben, der es mir erlaubt, alle Spiele einer Saison zu bestreiten.

Ein wenig kennst du den heutigen Gegner schon – ihr habt 2011 schon mal gegen FK Liepaja in der Europa League-Quali gespielt. Kann das heute helfen?

Das würde ich so nicht sagen. Immerhin hat sich in den letzten fünf Jahren nicht nur bei uns, sondern sicher auch bei Liepaja einiges getan. Wir gehen also auf keinen Fall leichtsinnig in die Partie, nur weil wir schon mal aufeinandergetroffen sind. Wir sind gut vorbereitet und motiviert, weil wirklich jeder Einzelne in der Mannschaft dieses Jahr das große Ziel, die Champions League, erreichen will. Und ich habe ein wirklich gutes Gefühl.

Das Interview in voller Länge könnt ihr in Kürze in unserem HEIMSPIEL-MAGAZIN nachlesen!