UEFA Europa League-Gruppenphase: FC Schalke 04 vs. FC Salzburg 3:1 (1:0). Tore: Goretzka (15.), Caleta-Car (47./ET), Höwedes (58.) bzw. Soriano (72.)

Der FC Salzburg verliert das zweite Gruppenspiel in der Europa League-Gruppenphase beim FC Schalke 04 mit 1:3 (0:1). Das Tor für die Roten Bullen erzielte Jonatan Soriano (72.).

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Laimer (65. Radosevic), Upamecano – Lazaro (65. Minamino), Berisha, Wanderson (88. Rzatkowski) – Soriano

FC Schalke 04: Fährmann – Höwedes, Naldo, Nastasic, Bentaleb – Geis, Kolasinac (80. Baba Rahman) – Schöpf, Goretzka (67. Konoplyanka), Meyer (88. Stambouli) – Embolo

GELBE KARTEn

Laimer (25./Kritik), Upamecano (33./Foul), Caleta-Car (78./Foul), Soriano (91./Unsportlichkeit)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Die Roten Bullen sind in der Gruppenphase der UEFA Europa League seit acht Auswärtspartien (sieben Siege und ein Remis) ungeschlagen und bekommen es nun mit dem deutschen Spitzenklub FC Schalke 04 zu tun. Während die Gelsenkirchener ihre erste Partie gegen Nizza durch einen Treffer in der Schlussphase knapp gewinnen konnten, mussten die Salzburger zum Auftakt gegen den FC Krasnodar eine bittere Heimniederlage hinnehmen und peilen nun die ersten Punkte an. Wer aber glaubt, auf Schalke laufe alles rund, der irrt gewaltig. Nach fünf Ligaspielen verzeichnen die Königsblauen den schlechtesten Ligastart der Vereinsgeschichte, halten als einziges Bundesliga-Team bei null Punkten und einer erschreckenden Tordifferenz von 2:10.

Auch wenn es 2013 nur eine Testpartie war: Die Mannschaft rund um EL Capitan Jonny Soriano weiß, wie man gegen die Knappen gewinnt und trifft. Damals setzten sich die Roten Bullen, bei denen schon drei Akteure vom heutigen Aufgebot (Ulmer, Berisha und Soriano) mit dabei waren, mit 3:1 durch. Unvergessen ist dabei der Treffer von Martin Hinteregger aus 64,75 Metern Entfernung.

PERSONALSITUATION

Die Salzburger mussten weiterhin auf die langzeitverletzten Christian Schwegler (Aufbau nach Bänderriss im Knie), Smail Prevljak (Rekonvaleszenz nach Kreuzbandriss) und Andre Wisdom (Muskelfaserriss im linken Oberschenkel) verzichten. Konrad Laimer, dessen Einsatz bis zum Schluss aufgrund einer Muskelverletzung offen war, meldete sich rechtzeitig vor dem Kräftemessen mit den Knappen fit.

TAKTIK

Oscar Garcia zog die Lehren aus der Auftaktniederlage gegen den FC Krasnodar, blieb zwar seinem zuletzt erfolgreich praktizierten 4-2-3-1-System treu, veränderte aber die Startformation an drei Positionen. Defensivallrounder Stefan Lainer bekleidet heute die Position des rechten Außenverteidigers. Der wieder genesene Konrad Laimer rückt an seine Stammposition im defensiven Mittelfeld, soll neben Dayot Upamecano die Bälle früh abfangen, und Wanderson, dessen Einwechslung gegen die Russen in der Schlussphase noch einmal frischen Schwung brachte, beginnt am linken Flügel.

Stimmen nach dem Spiel gegen FC Schalke 04

DIE MATCH-ANALYSE

Die Salzburger, die heute erstmals in der Nike-Ära komplett in Rot antraten, zeigten sich von der Stimmung wenig beeindruckt, agierten aggressiv und hochkonzentriert. Nachdem sich die Hausherren am Anfang mehr Spielanteile gesichert hatten, kamen die Roten Bullen besser ins Spiel und wurden im Strafraum der Schalker vorstellig, doch ein Laimer-Schuss konnte gerade noch geblockt worden. Nach einer Viertelstunde gingen die Königsblauen jedoch mit der ersten Chance in Führung. Einen Goretzka-Abschluss aus der Distanz konnte Alex Walke zwar noch parieren, doch die Kugel landete erneut beim Offensivspieler, der den Rebound unhaltbar per Kopf zum 0:1 einnetzte.

EL CAPITAN KEHRT MIT TURBAN ZURÜCK

Gegen Mitte der ersten Hälfte mussten wir einige Minuten ohne unseren Kapitän auskommen, der außerhalb des Spielfeldes verarztet wurde, nachdem er bei einem unglücklichen Zusammenstoß ein Cut an der rechten Augenbraue erlitten hatte und getackert wurde. In dieser Phase zeichnete sich unser Schlussmann bei einem Schuss von ÖFB-Nationalspieler Alessandro Schöpf mit einer Glanzparade aus, ehe Jonny Soriano die Zähne zusammenbiss und mit einem zum Spiel passenden blauen Turban zurückkam.

VIEL BALLBESITZ, ABER FEHLENDE DURCHSCHLAGSKRAFT

Die Mannschaft von Oscar Garcia erarbeitete sich zwar mehr Ballbesitz, machte sich das Leben aber durch leichte Ballverluste und unglückliches Zweikampfverhalten oftmals schwer. Nach vorne zeigten sich Laimer & Co. bemüht, fanden aber noch nicht die passenden Mittel, um die Defensive der Knappen wirklich in Bedrängnis zu bringen. Kurz vor der Pause strich ein Schuss von Sead Kolasinac aus aussichtsreicher Position nur knapp am Salzburger Gehäuse vorbei.

SCHLECHTER HÄTTE HÄLFTE ZWEI NICHT BEGINNEN KÖNNEN

Die Salzburger wollten in Durchgang zwei schnell in die Partie kommen, doch nach einer harmlosen Höwedes-Hereingabe fälschte Duje Caleta-Car die Kugel, die an Alex Walke vorbeikullerte, unhaltbar ab. Wenige Augenblicke später scheiterte Stefan Lainer nach toller Kombination am Torhüter, ehe es im Strafraum der Gäste undurchsichtig wurde. Nach zwei Aluminium-Treffern und der Diskussion, ob das Spielgerät bereits hinter der Linie war, wuchtete Benedikt Höwedes den Ball zum 0:3 über die Linie.

NUR NOCH SCHALKE AM DRÜCKER, DOCH SORIANO TRIFFT

Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gelsenkirchener die Partie in allen Belangen, ließen das Spielgerät gut in den eigenen Reihen laufen und sorgten mit schnellen Vorstößen oftmals für Gefahr. Die Mozartstädter kamen kaum in die Zweikämpfe und mussten viele Meter machen. Doch mit dem zweiten Torschuss der Gäste in Durchgang zwei gelang den Salzburgern durch Jonatan Soriano der Anschlusstreffer (72.). Das Tor belebte das Spiel der Roten Bullen, die sich nun deutlich aktiver zeigten, sich mehr zutrauten und durch Minamino bzw. einen Berisha-Kopfball fast den zweiten Treffer erzielt hätten. 

BITTERE NIEDERLAGE AUF SCHALKE

Heute sollte es einfach nicht sein. Die Mannschaft von Oscar Garcia kam nie wirklich auf Touren und musste neidlos anerkennen, dass die Königsblauen sich mehr Chancen erspielten und sich schlussendlich auch effizienter zeigten.

STATEMENTS

Oscar Garcia:

In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Wir wollten mit viel Ballbesitz spielen, weil wir wussten, dass uns Schalke auf diese Weise nicht wehtun würde. Zunächst haben wir das auch gut hinbekommen. In der ersten Halbzeit hatten sie nur eine gute Torchance und die haben sie leider genützt. Die zweite Halbzeit hat unglücklich für uns begonnen. Durch das Eigentor war es für den Gegner natürlich leichter, das Spiel zu kontrollieren. Ich bin aber alles in allem zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, denn ist es nicht einfach, mit so jungen Spielern, die noch wenig internationale Erfahrung haben, gegen einen internationalen Topklub zu bestehen.

Alex Walke:

Das ist eine ganz bittere Niederlage für uns. Wir haben in den ersten zehn Minuten ganz gut begonnen, sind aber nach dem ersten Gegentor zu spät aufgewacht, sind nicht nahe genug am Mann gestanden, und dann bekommst du nach der Pause so ein Tor! Wir schaffen den Aufstieg aber dennoch, wenn wir ab jetzt alle Spiele gewinnen.

Jonatan Soriano:

Ja, wir haben verloren und das ist bitter, aber man kann gegen Schalke auswärts schon mal eine Niederlage kassieren. Ich finde, wir haben das heute gar nicht so schlecht gemacht. Wir haben alles versucht und haben alles gegeben.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Nach der bitteren Niederlage gegen den FC Schalke 04 wartet auf die Mannschaft von Oscar Garcia am kommenden Sonntag (Ankick um 16:30 Uhr) bereits die nächste wichtige Aufgabe in der heimischen Bundesliga. Die Roten Bullen empfangen zum Schlager der Runde den Spitzenreiter Sturm Graz und könnten dabei nicht nur ihre Heimserie (21 Heimspiele ohne Niederlage) prolongieren, sondern mit einem vollen Erfolg den Rückstand auf die Steirer bis auf einen Punkt reduzieren.

Dass sich Brauchtum und Fußball „gmiatlich“ vereinen lassen, wird im Zuge dieses Spieltags in Salzburg auch heuer wieder unter Beweis gestellt. Bereits zum sechsten Mal findet der Salzburger Bauernherbst in der Red Bull Arena statt. Ab 13:30 Uhr gibt es rund um den Fanpark der Red Bull Arena ein umfangreiches, vor allem aber auch traditionelles Rahmenprogramm.