Die Highlights des vergangenen Fußball-Jahres im Rückblick

Das Jahr 2016 geht zu Ende, aber bevor wir uns im neuen Jahr in neue Abenteuer stürzen, wollen wir noch einmal auf die sportlichen Höhen und Tiefen der letzten 12 Monate zurückblicken.

Um unseren Rückblick zu beginnen, müssen wir sogar noch ein wenig weiter zurückblicken, genauer gesagt bis zum 29. Dezember 2015. An diesem Tag verkündete die Vereinsführung des FC Red Bull Salzburg die Neubesetzung des Trainerpostens bei den Roten Bullen und kam damit ihrer selbst auferlegten Pflicht nach, noch vor dem Jahresende einen Nachfolger für Peter Zeidler zu finden. Oscar Garcia wurde als neuer Cheftrainer der Roten Bullen präsentiert, und obwohl der Spanier bereits einen sehr guten Ruf als Trainer in seiner Heimat, in England und in Israel hatte und schon im Sommer bei den Salzburgern im Gespräch war, wurde die Verpflichtung eines bis dato in Österreich unbekannten Trainers in der öffentlichen Meinung eher skeptisch betrachtet. Es dauerte nicht lange, bis man in der österreichischen Bundesliga den Namen OSCAR GARCIA sehr genau kannte, denn er bewies bereits in den ersten Runden der Frühjahrssaison eindrucksvoll, warum man ihn geholt hatte.

Highlights 2016

Einen wahren Schockmoment erlebten die Roten Bullen, als am 15. Jänner 2016 bekannt wurde, dass Naby Keita bei seinem Heimaturlaub in Guinea an Malaria erkrankt war und wohl lange ausfallen würde. Nicht nur, dass Spieler, Trainer und Betreuer vor eine völlig neue Herausforderung gestellt waren, auch der Verlust unseres Mittelfeldakteurs war zu diesem Zeitpunkt nur sehr schwer zu verkraften. Aber dank der ausgezeichneten Betreuung durch unsere medizinische Abteilung feierte unser Topstar früher als erwartet sein Comeback.

Ende Jänner 2016 hob die Mannschaft zum Trainingslager ab, doch nicht wie die Jahre zuvor nach Qatar, sondern – wie fast alle Bundesliga-Mannschaften – ins türkische Belek.

Erinnert ihr euch noch an dieses Interview mit Trainer Oscar Garcia?

Interview mit Oscar Garcia

Überspringen wir den Verlauf der Frühjahrssaison ein wenig und kommen gleich zum Ende der Meisterschaftssaison, denn wie viele noch wissen, hatte es der Mai 2016 nämlich gehörig in sich …

Turbulenter Mai

Am 7. Mai konnten wir mit einem 1:1 gegen Sturm Graz den dritten Bundesliga-Meistertitel in Serie fixieren.

Freud und Leid lagen dieser Tage aber knapp beieinander, denn am 11. Mai gewann der FC Red Bull Salzburg auch das Salzburger Derby gegen den SV Grödig mit 2:1 und besiegelte damit den endgültigen Abstieg der Grödiger aus der höchsten österreichischen Spielklasse. Trotz Rivalität wäre den Roten Bullen ein Verbleib des SV Grödig in der Österreichischen Fußball-Bundesliga sicher lieber gewesen.

Im Rahmen der letzten Meisterschaftsrunde im Heimspiel gegen den Wolfsberger AC wurde am 15. Mai Naby Keita und Alexander Walke eine ganz besondere Ehre zuteil. Naby Keita wurde von der Österreichischen Fußball-Bundesliga zum besten Spieler bzw. Alexander Walke zum besten Tormann der Liga gekürt. Im Anschluss daran fand auf dem Stadion-Vorplatz wieder die Meisterfeier statt.

Mission Triple Double

Nach dem Ende der Meisterschaft ging es aber natürlich noch um die Mission „Triple Double“. Am 19. Mai fand im Klagenfurter Wörthersee Stadion das Finale des Samsung Cups statt, und der Gegner war das Überraschungsteam der vergangenen Meisterschaftssaison 2016 – der FC Admira Wacker Mödling. Doch obwohl die Admira im letzten Jahr vor allem für die Topklubs der Liga zum Stolperstein geworden war, konnte die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia das Endspiel überlegen mit 5:0 gewinnen und so – erstmals in der Geschichte des österreichischen Fußballs – das Triple Double schaffen. Als Dankeschön für die Unterstützung in der vergangenen Fußballsaison reiste die Mannschaft mit ihren Fans im Sonderzug gemeinsam nach Salzburg zurück, und natürlich wurde dabei ordentlich gefeiert.

Rekordspieler bei den Roten Bullen: Andi Ulmer

Ende Juni absolvierte die Mannschaft das Trainingslager in Leogang und holte zu Beginn der Transferzeit mit Munas Dabbur, Fredrik Gulbrandsen, Wanderson und Stefan Stangl, später auch noch Josip Radosevic und Andre Wisdom, Verstärkungen für die Abgänge von Naby Keita, Benno Schmitz, Havard Nielsen und David Atanga.

Die wichtigste Personalentscheidung war aber die vorzeitige Vertragsverlängerung von Oscar Garcia bis 2018.

Heisser Herbst

Im August ging es – leider im wahrsten Sinne des Wortes – Schlag auf Schlag: Nach zunächst noch erfolgreichen Champions League-Qualifikationsrunden gegen den FK Liepaja und FK Partizani Tirana sowie einem erfolgreichen Hinspiel im Champions League-Play-off gegen GNK Dinamo Zagreb, standen wir im Rückspiel am 24. August bis zur 87. Minute mit einem Fuß in der UEFA Champions League-Gruppenphase. Doch – ohne diese Erinnerung weiter im Detail auszuschmücken – auch diesmal reichte es um Haaresbreite nicht für den Aufstieg in die Königsklasse. Ans Herz ging uns damals die Rede von Trainer Oscar Garcia, als er seine Mannschaft und den gesamten Trainer- und Betreuerstab am Mittelkreis versammelte und allen wieder Mut zusprach. Was der Trainer damals zu seinen Spielern gesagt hat, verriet er uns unlängst in einem Interview:

Ich bin ein eher emotionaler Charakter. Ich war selbst sehr enttäuscht und dachte nur daran, wie ungerecht Fußball manchmal sein kann. Ich konnte in diesem Moment nicht zu den Fans sprechen, aber zu meinen Spielern, mit denen ich täglich zusammenkomme und trainiere, schon. Ich wollte ihnen vermitteln, dass sie stolz darauf sein konnten, wie sie gespielt hatten und dass sie mit erhobenem Haupt nach Hause gehen konnten, obwohl die Niederlage wehtat, denn sie hatten alles gegeben, was sie nur konnten, um etwas Historisches für den Verein zu erreichen. Es war einer dieser Momente, in denen man von zwei Gefühlen erfüllt ist: vom Schmerz, dass man so nah dran war und dass man es verdient hätte, und gleichzeitig vom Gefühl, stolz zu sein, dass man Teil dieses Vereins und dieser Mannschaft ist.

Unser Foto des Jahres 2016!

Die Youngsters zeigen auf

Vor dem ersten Saisonaufeinandertreffen mit dem SK Rapid Wien am 28. August sorgte der Transfer von Bernardo nach Leipzig für Aufregung. Letztlich erwies sich der Verlust des brasilianischen Innenverteidigers aber als gar nicht so gravierend, denn die zwei Youngster Dayot Upamecano und Diadie Samassekou füllten die Lücke auf der Sechserposition ohne Qualitätsverlust aus. Mittlerweile ist Diadie Samassekou als Sechser so gut wie gesetzt, und Toptalent Dayot Upamecano ist aufgrund der Systemumstellung im Verlauf der Meisterschaft vom defensiven Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung gerückt.

Zum Cupauftakt am 21. September feierten wir mit Christoph Leitgeb und Reinhold Yabo gleich zwei wichtige Pflichtspiel-Comebacks. Nach über einem Jahr Verletzungspause eine große Erleichterung für unseren Routinier Christoph Leitgeb und Stürmer Reinhold Yabo.

Der Turn-Around

Gänsehaut-Atmosphäre herrschte am Abend des 3. November, an dem die Roten Bullen in Nizza auf beeindruckende Art und Weise mit 2:0 gegen den damaligen Tabellenführer der französischen Ligue 1 – OGC Nice – das Rückspiel in der Europa League-Gruppenphase gewinnen konnten. Damit lebte zumindest die theoretische Chance auf einen möglichen Aufstieg in die K.-o-Phase weiter, bevor es am 24. November im vorletzten Gruppenspiel nach Russland ging. Gegen den FC Krasnodar spielte unsere Mannschaft ebenfalls ein beeindruckendes Rückspiel, kam aber leider über ein 1:1 nicht hinaus und musste sich somit vorzeitig aus der UEFA Europa League verabschieden. Zuvor aber empfingen wir am 8. Dezember 2016 noch den FC Schalke 04 in der Red Bull Arena. Trainer Oscar Garcia antwortete auf die angekündigte B-Mannschaft Schalkes mit einer Startelf, die so in dieser Form noch nie zusammengespielt hatte, tauschte acht seiner Stammspieler sowie den Tormann und schickte eine junge Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von knapp über 21 Jahren bei diesem internationalen Spitzenspiel aufs Feld. Das junge Team knöpfte dem Topklub aus der deutschen Fußball-Bundesliga ganz frech und vollkommen verdient die ersten Punkte in der Gruppenphase ab und gewann durch Tore vom erst 19-jährigen Xaver Schlager und Josip Radosevic mit 2:0.

Aufholjagd

Auch wenn der Start in die Bundesliga-Saison nicht ganz nach Wunsch verlaufen war, endete die erste Hälfte der laufenden Meisterschaft für Trainer Oscar Garcia und seine Mannschaft doch positiv, denn am 11. Dezember krönten die Salzburger ihre fulminante Aufholjagd im Herbst mit einem wichtigen Auswärtssieg bei Sturm Graz. Selbst der sonst eher pragmatische Coach der Roten Bullen konnte seine Freude über die tolle Leistung seiner Mannschaft nicht mehr zurückhalten. Unsere Mannschaft ist zusammengewachsen und spielt – egal in welcher Konstellation zusammengewürfelt – auf absolutem Topniveau.

Wir dürfen also gespannt sein, welchen Entwicklungsschritt das Team von Trainer Oscar Garcia als nächstes machen wird. Auf jeden Fall sind die Vorzeichen für das bevorstehende Frühjahr aber sehr vielversprechend!