im SEchsten Teil unserer Serie „Ghostwriter“ Nehmen wir Das Ende Der TRansferzeit zum Anlass, uns mit dem GeFühl von Willkommenheissen und Abschiednehmen im harten Geschäft des Profi-Fußballs zu Beschäftigen.

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„In einem Profi-Fußballklub gibt es naturgemäß ein reges Kommen und Gehen, und auch wenn uns das nicht immer gefällt, gehört es nun mal zum Geschäft. Schon lange vor dem Beginn der Transferzeit wird in den Medien die Gerüchteküche kräftig angeheizt, und so gibt es nahezu in der gesamten Saison immer wieder Spekulationen über mögliche Abgänge und Neuzugänge. Ganze Internet-Plattformen widmen sich gar nur diesem Thema: Wer kommt? Wer geht? Und wohin?

Meist gehen Transferverhandlungen hinter verschlossenen Türen sehr nüchtern über die Bühne. Bei den Fans sind solche Entscheidungen natürlich erstmal alles andere als emotionslos, und auch das liegt in der Natur der Sache. Jede Art von Veränderung ist vorerst schmerzhaft, obwohl jeder weiß, dass sie auch mit neuen Chancen einhergeht. 

Wenn wir also neue Spieler bei uns in Taxham willkommen heißen, sind die meisten nervös, aufgeregt, schüchtern und zurückhaltend. Es kommt eher selten vor, dass ein Spieler in so einem Moment innere Ruhe und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Ist das Eis dann gebrochen, ist es immer wieder schön, zu beobachten, wie schnell sich die Jungs im Laufe der Zeit entwickeln und sich in die Mannschaft einfügen.

Manch einer würde dem zwischenmenschlichen Konstrukt des Mannschaftsgefüges im Profi-Fußball Oberflächlichkeit unterstellen, aber das wäre wohl etwas kurzsichtig gedacht. Wir lassen nichts unversucht, wenn es darum geht, neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren und ihnen den Einstieg bei uns zu erleichtern. Im Gegenzug lernen wir mit jedem Neuankömmling auch immer etwas dazu, denn jeder Mensch ist anders, und das ist zugleich das Spannende an solchen ersten Begegnungen.

Wenn man wie wir im Fußball beinahe täglich sehr intensiv zusammenarbeitet, entwickelt sich zwangsläufig ein sehr enges Verhältnis zwischen Spielern, Trainer und Betreuern. Es ist Typ- und Charaktersache, wie sehr man sich auf solche Begegnungen einlässt, und wie man auch damit umgeht, wenn der eine oder andere liebgewonnene Schützling wieder seiner Wege zieht. Mit der Zeit entwickelt man jedoch eine gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz. Wenn uns aber in der Transferzeit wieder einige Spieler verlassen, dann ist das immer ein trauriger Moment.

Einige Spieler haben untereinander enge Freundschaften geschlossen und sind auch nach ihrer Zeit bei uns mit ihren ehemaligen Mannschaftskollegen in Kontakt, fahren sogar mit ihren Familien gemeinsam in Urlaub oder besuchen sich gegenseitig. Aber es gibt nicht nur Spieler, die kommen und gehen. Es gibt auch einige, die gerne mal wieder zurückkommen. Für uns Trainer und Betreuer in Taxham ist es ein sehr schönes Gefühl, wenn der eine oder andere einfach mal so überraschend auf Besuch kommt. Patrik Jezek beispielsweise macht jedes Jahr Skiurlaub in Salzburg und kommt uns jedes Mal an einem Vormittag im Trainingszentrum besuchen. Simon Cziommer, Ibrahim Sekagya und Niko Kovac sind dem Klub ebenfalls noch sehr verbunden und kommen ab und an mal vorbei. Ibrahim – der ja aktuell Co-Trainer bei der B-Mannschaft von den Red Bulls New York ist – nimmt für seinen jährlichen Besuch in Salzburg jedenfalls einen sehr, sehr langen Weg in Kauf. Auch als Kevin Kampl – damals noch bei Borussia Dortmund – einfach mal so ein Heimspiel des FC Red Bull Salzburg besuchte, tobte das Publikum auf den Rängen vor Freude. In solchen Momenten freut man sich, dass sich, obwohl sich die Wege getrennt haben, auf persönlicher Ebene doch nichts verändert hat.

Obwohl Abschiede manchmal wehtun, gibt es aber immer noch ein Gefühl, das viel, viel stärker ist … das Gefühl, stolz sein zu können, dass wir sie auf einer ganz wichtigen Etappe ihres Karriereweges begleiten durften. Wir dürfen daher stolz sein auf alle, die kamen, auf alle, die gingen, und auf alle, die noch kommen werden.“