Im neunten Teil Unserer Blog-Serie wollten wir Von unserem Ghostwriter Wissen, Ob es so eTwas wie Einen Lieblingsgegner Überhaupt gibt, und warum Spiele Wie JENE Gegen den SK RApid die Beste Schule für unsere Jungen Spieler sind.

Begegnungen mit dem SK Rapid Wien sind immer etwas Besonderes: Für die Bundesliga, die Medien, die Klubs, die Fans und natürlich auch die Spieler selbst. Dabei geht es aber gar nicht so sehr um die Mannschaft an sich, sondern vielmehr darum, was das Herz und die Seele dieses Klubs ausmacht: die Fans! Immer kontrovers, immer provokant, immer unberechenbar und immer ohrenbetäubend laut.

BLOG

„Ich kann mich daran erinnern, dass wir unter Giovanni Trapattoni schon mal in einer ähnlichen Situation waren wie heute. Wir standen damals quasi schon als Meister fest und konnten im Heimspiel gegen Rapid den Titel fixieren. Ich kann mich noch genau daran erinnern, was das für ein unglaubliches Gefühl war. Die Red Bull Arena war wegen des Schlagerspieles rappelvoll, und die Stimmung auf den Rängen, wie auch auf dem Platz, war enorm aufgeheizt. In meiner aktiven Zeit habe ich einige Spiele gegen Rapid bestritten, und auch, wenn ich mich nicht mehr an alles im Detail erinnern kann, weiß ich heute noch genau, dass immer eine ganz besondere Energie in diesen Begegnungen lag.

Rapid hat aber auch schon bessere Tage gesehen. Ein neues Stadion, ein großartiger Saisonstart … alles deutete darauf hin, dass die Grün-Weißen in dieser Saison mehr denn je um den Meistertitel mitspielen würden, aber es kam anders. Rapid ist in der Liga vielleicht so etwas wie ein Indikator dafür, wie es um das Produkt Fußball-Bundesliga in Österreich bestellt ist. Fallen die Hütteldorfer als Titelkandidat weg, braucht es plötzlich neue Imageträger, die den Fußball für das Publikum interessant machen. Rapid polarisiert, und das ist der vermutlich stärkste Schrittmacher, der das Herz des Vereines am Pumpen hält. Sportlich aber muss sich Rapid rasch neu definieren, und so eine Neuorientierung braucht in der Regel eine gewisse Zeit, um sich entfalten und entwickeln zu können.

Ja, als Spieler brennt man auf Duelle mit Rapid, und der Grund dafür ist denkbar einfach. Es ist diese besondere Energie, die im Stadion herrscht. Manchmal ein Knistern, manchmal aggressiv und aufgeladen. Natürlich überträgt sich diese Energie auch auf den Platz, aber als Profi blendet man das aus. Du lässt dich von den Schlachtgesängen der gegnerischen Fans nicht einschüchtern, sondern lernst mit der Zeit, diese Energie für dich zu nützen. Die Stimmung trägt dich einfach, sie beflügelt, lässt das Adrenalin hochsteigen, und das wiederum steigert deine Wahrnehmung. Wenn du deine Emotionen auf dem Platz nicht kontrollieren kannst, führt dich der Gegner am Nasenring durch die Arena. Das bringen wir auch unseren Youngsters bei, die manchmal in hitzigen Partien vielleicht etwas anfällig dafür sind, sich vom Gegner provozieren zu lassen. Manchmal sind unsere Jungen vielleicht auch ein bisschen übermotiviert, aber der kollektive Geist im Team gleicht diese Schwankungen perfekt aus. Wir haben zum Glück großartige Routiniers, die solche Emotionen sofort erkennen und eingreifen, wenn es nötig ist.

Allerdings muss ich sagen, dass ich schon sehr darüber erstaunt bin, wie kontrolliert, reflektiert und abgebrüht unsere jungen Spieler sind. Ich habe noch immer unser Heimspiel in der Europa League gegen Schalke vor Augen. Auch wenn es für einige wie ein Experiment gewirkt haben muss, wussten wir genau, warum wir eine so blutjunge Truppe gegen Schalke auf den Platz geschickt haben. Im gleichen Atemzug muss man natürlich auch unsere Youth League-Mannschaft erwähnen, die sich auf dem internationalen Parkett gegen absolute Top-Mannschaften durchgesetzt und mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Spielfreude gezeigt hat, wie man einen internationalen Bewerb gewinnen kann.
  
Im letzten Jahr hat sich das Gesicht unserer Mannschaft sehr verändert. Mit Jonatan Soriano hat eine Fußball-Legende den Verein verlassen, Leistungsträger wie Naby Keita und ein Top-Talent wie Dayot Upamecano haben den Schritt in die deutsche Bundesliga gewagt, aber dennoch haben wir an Stärke und Qualität nicht verloren. Im Gegenteil – wir haben sogar eine ganz neue Stärke entwickelt: unser Kollektiv. Das macht uns derzeit so stark.
Unabhängig davon, in welcher Konstellation wir die Mannschaft auf den Platz stellen, bleibt dieser Faktor konstant erhalten. Deshalb – glaube ich – brauchen wir uns vor Umbrüchen in der kommenden Saison nicht zu fürchten, denn in der zweiten Reihe steht schon die nächste Generation.

Im Cup-Finale geht es für Rapid um alles! Es geht nicht nur darum, den härtesten Konkurrenten in einem Endspiel zu schlagen, sondern auch darum, über den Cup-Sieg einen internationalen Startplatz zu ergattern und damit einen doch noch versöhnlichen Saisonabschluss zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden sie alles geben. Wir sind bereit!“