Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen der sporttherapeutischen und Rehabilitationsabteilung bei den Roten Bullen.

Erstmals durften wir einen Exklusiven Blick Hinter die Kulissen Der Sporttherapeutischen abteilung bei den Roten Bullen werfen und unseren Physiotherapeuten bzw. Reha-trainer Ralf Neumann bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Im Trainingslager in Dubai ist die Vorbereitungsphase auf den bevorstehenden Start in die Frühjahrssaison auf dem Höhepunkt. Kein Wunder also, dass es bei dem einen oder anderen Spieler da und dort schon etwas mehr zwickt und zwackt“. Quasi rund um die Uhr sind unsere Physiotherapeuten im Einsatz und bringen die schweren Beine und müden Muskeln wieder auf Vordermann. Das ist aber bei Weitem nicht der einzige Job, den unsere Heilenden Hände“ tagtäglich zu erledigen haben.

Heilende Hände

Der medizinische Betreuerstab rund um die beiden Teamärzte Dr. Helmut Klampfer und Dr. Jürgen Herfert, umfasst mit Cornelia Werdenich, David Selbach, Scott Eisele und Simon Egger vier Physiotherapeuten. Athletiktrainer Christof Elser – selbst ausgebildeter Physiotherapeut – und Rehabilitationstrainer Ralf Neumann komplettieren das medizinische Kompetenzteam. 

Bestens ausgerüstet

Damit unsere Physios auch im Trainingslager genauso gut ausgestattet sind wie auch im Trainingszentrum in Taxham, müssen Ralf und Conny allerhand Equipment auf die Reise schicken:

Ralf Neumann:

Ich kläre hauptsächlich mit Christof (Anm.: Christof Elser – Athletiktrainer) ab, was wir beim Trainingslager alles benötigen, neben den üblichen Trainingsutensilien sind das vor allem Trainingsanalysegeräte und unser GPS-Trackingsystem, die wir im Trainingslager zusätzlich benötigen. Meine Aufgabe ist es auch, dafür zu sorgen, dass diese dann vor Ort einwandfrei funktionieren und wir die Daten auch wie gewohnt auswerten können. 

Die Physiotherapeuten haben neben den üblichen therapeutischen Utensilien (wie Verbandsmaterial, Massageöle, Kinesio-Tapes u. dgl.) ebenfalls eine Reihe an hochsensiblen medizinischen Geräten mit dabei. Conny Werdenich erklärt im Detail, wofür diese Geräte verwendet werden:

Wir haben einiges an medizinisch-technischem Equipment mit, darunter ein Kühlgerät namens „Game Ready“, welches wir zur Erstversorgung nach Verletzungen verwenden. Dazu noch ein spezielles Elektro-Stimulationsgerät zur Behandlung von Muskelproblemen, bzw. auch ein Tiefenwärmegerät zur Behandlung von verletzten Gewebestrukturen sowie ein Ultraschallgerät für die eventuelle Erstdiagnose.

Körper und Seele

Rehabilitationstrainer Ralf Neumann, von unseren Spielern liebevoll „der Sklaventreiber“ genannt, ist hauptsächlich dafür verantwortlich, verletzte Spieler über ein individuell abgestimmtes Training wieder an das Mannschaftstraining heranzuführen:

Wir besprechen im Team täglich nicht nur die Verletzten, sondern jeden einzelnen Spieler individuell und entscheiden gemeinsam, wer wie weit ist und was im Training machbar bzw. möglich ist. Wir machen uns quasi rund um die Uhr Gedanken darüber, wie wir sie am besten unterstützen können, um sie wieder an ihr Top-Level heranzuführen.

Die Physiotherapeuten sind ebenso bei der Umsetzung der Rehabilitations- und Individualtrainingsprogramme bzw. auch im Athletikbereich eingebunden. Neben dem Reha-Training auf dem Platz oder in der Kraftkammer arbeiten die Physiotherapeuten aber natürlich auch auf der Massageliege. Ein echter Knochenjob, der nicht nur sehr viel eigene Muskelkraft, sondern auch enormes Einfühlungsvermögen erfordert. Durch die Arbeit mit ihren Händen leiten Conny, David, Scott und Simon viel von ihrer eigenen Energie an den Körper des Spielers weiter und helfen auf diese Weise nicht nur dabei, körperliche Probleme und Verletzungen zu heilen, sondern können so auch mental auf den jeweiligen Athleten einwirken.

Conny Werdenich:

Nach einer schweren Verletzung sitzen der Schock und die Verzweiflung bei den meisten Spielern oft sehr tief. An diesem Punkt holen wir die Spieler ab und versuchen so gut es geht und so positiv wie möglich auf sie einzuwirken, um sie wieder an den Punkt heranzubringen, wo man mit der Heilung beginnen kann.

Auch die Spieler untereinander helfen und unterstützen sich gegenseitig in solchen Krisensituationen. Conny erklärt, warum das einen sehr positiven Effekt nicht nur für die individuelle Heilung, sondern auch für das Kollektiv im Team hat:

Valon, Ray und andere Spieler, die schon Erfahrungen mit Langzeitverletzungen gemacht haben, versuchen von sich aus ihre Hilfe anzubieten und helfen dabei, verletzte Spieler wieder aufzubauen. Das ist nicht nur sehr wichtig für die Jungs, sondern steht sinnbildlich auch für den tollen Teamspirit, den wir in der Mannschaft haben.

Da jeder Mensch auf unterschiedliche Weise mit negativen Erfahrungen oder Schicksalsschlägen umgeht, gibt es mit dem erfahrenen Sportpsychologen Ulf Häfelinger auch einen „Rettungsanker“, der unseren Jungs dabei hilft, mit der Krisensituation zurechtzukommen.