Nach über fünf Jahren verlässt der spanische Goalgetter die Roten Bullen

Kaum ein Spieler beim FC Red Bull Salzburg hat in den letzten Jahren die Fans der Roten Bullen so sehr in Begeisterung versetzt und nebenbei die heimische Liga so sehr geprägt wie unser Kapitän Jonatan Soriano. Als dreifacher Torschützenkönig und zweifacher Spieler des Jahres sowie mit dem einen oder anderen Rekord hat er auch in der heimischen Liga immer wieder für Superlative gesorgt. Auf eigenen Wunsch hin möchte Jonatan Soriano seinen weiteren Karriereweg nun in China fortsetzen.

Kurz vor Ende des Transferfensters in China (Anm.: bis 28. Februar) wechselt Jonatan Soriano vom FC Red Bull Salzburg in die Chinese Super League und unterschreibt bei Beijing Guoan einen Zweijahresvertrag.

Der 31-jährige Spanier war mehr als fünf Jahre für die Roten Bullen erfolgreich im Einsatz und kam dabei auf 202 Pflichtspiele (144 Bundesliga, 37 Europacup, 21 Cup), in denen er die außergewöhnliche Anzahl von 172 Treffern (120/27/25) erzielen konnte.

Neben vier Meistertiteln bzw. vier Cupsiegen mit den Salzburgern holte Soriano u. a. auch dreimal den Titel als bester Bundesliga-Torschütze, zwei Cuptorjäger-Trophäen und er wurde einmal bester Torschütze der UEFA Europa League.

Christoph Freund, Sportlicher Leiter der Roten Bullen, zu diesem Wechsel:

Jonny hat uns kürzlich um Erlaubnis zu Vertragsverhandlungen mit dem chinesischen Erstligisten gebeten. Aufgrund seiner klar geäußerten Wechselabsicht sowie der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen dieses Transfers haben wir letztlich seinem Wunsch entsprochen und dem Wechsel zugestimmt. Natürlich bedauern wir seinen Abgang. Aber noch größer ist unser Stolz, dass ein Spieler mit seiner Klasse über so lange Zeit in Salzburg gespielt und unsere Erfolge mit seiner einzigartigen Torquote maßgeblich geprägt hat. Wir werden seinen Weg auch zukünftig verfolgen und wünschen ihm alles Gute auf seinem weiteren sportlichen und privaten Weg.

Für die Frühjahrssaison sieht Freund die Roten Bullen weiterhin gut aufgestellt:

Wir freuen uns auf die Herausforderungen der kommenden Wochen und sind überzeugt, dass wir mit unserem aktuellen Kader erfolgreich sein und unsere Ziele erreichen werden.

Jonatan Soriano erklärt:

Ich bin jetzt 31 Jahre alt und ich denke, dass für mich der geeignete Zeitpunkt gekommen ist, um noch einmal eine neue und große sportliche Herausforderung anzunehmen. Zum Schluss ist alles sehr schnell gegangen, die Gespräche mit Guoan haben nur wenige Tage gedauert. In dem Zusammenhang darf ich mich auch bei Red Bull Salzburg bedanken, die mir bei den Verhandlungen keine Steine in den Weg gelegt haben. Die fünf Jahre in Salzburg waren ganz außergewöhnlich, wir haben tolle Erfolge gefeiert und ich werde diese Zeit nie vergessen. Dem Klub und meinen ehemaligen Teamkollegen wünsche ich für die Zukunft viel Erfolg. Das Team hat viele junge, talentierte Spieler mit großem Potenzial und wird sicher auch weiterhin erfolgreich sein.
 

Gracias, El Capitan

Mit El Capitan Jonatan Soriano hatten wir in den letzten Jahren besonders viel Freude, denn als Kapitän, Rekordjäger, Vorbild und Publikumsliebling verkörperte er alles, was einen echten Topstar ausmacht. In den letzten fünf Jahren sorgte er nicht selten dafür, dass uns die Superlative, mit denen wir seine phänomenalen Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene noch beschreiben hätten können, ausgingen. Wenn aber Worte nicht mehr ausreichen, gibt es zum Glück immer noch Zahlen, Daten und Fakten.

Legionärsrekord und Quotenkönig

Der Spanier übertrumpfte unter anderem in der vergangenen Saison den von Zlatko Kranjcar seit den 1980er-Jahren gehaltenen Legionärs-Torrekord in der Österreichischen Fußball-Bundesliga. Der Kroate spielte insgesamt sechs Jahre in der höchsten österreichischen Spielklasse und brauchte für seine 108 Tore insgesamt 213 Meisterschaftsspiele. Jonatan Soriano kam im Jänner 2012 von der B-Mannschaft des FC Barcelona nach Österreich und erzielte seinen 108. Treffer nach lediglich 124 Bundesliga-Spielen – benötigte also für seinen Rekord nur vier Jahre. Nach wie vor hält Jonatan Soriano diesen unglaublichen Quotenrekord (aktuell: 0,83 Tore pro Spiel) und stellt damit sogar jenen von Fußball-Legende Hans Krankl (0,72 Tore pro Spiel) in den Schatten, der seit Jahren unangefochten die „ewige Torschützenliste“ in der heimischen Liga anführt. In der Österreichischen Fußball-Bundesliga wird er mit 120 Toren auf Platz 11 der ewigen Torschützenliste in die Annalen der heimischen Liga eingehen und liegt damit einen Platz hinter Toni Polster (10/122).

Doch seine Bundesliga-Bilanz hat noch einiges mehr zu bieten: 102 Bundesliga-Tore erzielte er aus dem Spiel heraus, 34 davon waren als spielentscheidend zu werten. Zudem verwandelte er 18 Straf- bzw. Freistöße in souveräner Manier.

Legendäre Momente

Einen unvergesslichen Hattrick erzielte Jonatan Soriano am 20. April 2013 im Heimspiel gegen den Wolfsberger AC. Eine unglaubliche Geschichte, die unseren Kapitän in den Herzen der Salzburger Fans mit einem Schlag unsterblich machte. Als das Heimspiel der Roten Bullen gerade angepfiffen wurde, brachte seine Frau Cristina gerade das dritte gemeinsame Kind zur Welt. Jonatan war bei der Geburt seiner Tochter Abril dabei. Mit der Euphorie, wie sie nur ein frischgebackener Vater erleben kann, ließ er – auf dem Weg vom Kreißsaal zum Stadion – dem damaligen Trainer Roger Schmidt ausrichten, dass er rechtzeitig zur zweiten Halbzeit im Stadion ist und gerne noch eingewechselt werden würde. Gesagt, getan! In nur einer Halbzeit erzielte der überglückliche Vater drei Tore und damit seinen ersten Triplepack für die Roten Bullen. Einer, dem noch einige weitere folgen sollten.

… DREI

In der darauffolgenden Saison 2013/2014 traf er gegen Mannschaften wie den SC Wiener Neustadt, SV Grödig, Rapid Wien und Admira Wacker Mödling nämlich ebenfalls drei Mal ins Schwarze. Zum Rapid-Schreck wurde Jonny dann auch im ersten Meisterschaftsspiel der Bundesliga-Saison 2014/2015. Die Roten Bullen, als amtierender Meister, demontierten den Rekordmeister mit einem sensationellen 6:1-Heimsieg. Drei Tore gingen dabei auf das Konto von Jonatan Soriano.

… vier

In dieser Saison hatte der SV Mattersburg als Gastmannschaft in der Red Bull Arena das Vergnügen, unseren Kapitän bei der Arbeit am Fließband zu erleben. Nach einer langen Verletzungspause und dem Frust über das frühe Ausscheiden in der Europa League war Soriano verständlicher Weise unzufrieden und ließ seinem Ärger auch verbal freien Lauf. Doch am besten spricht Soriano mit seinem rechten Fuß, und der traf an diesem Fußball-Abend gleich vier Mal ins gegnerische Tor. 

… FÜNF

Seinen bisher größten Torerfolg in einem Meisterschaftsspiel erzielte Jonny am 10. August 2014 in der 4. Runde der tipico Bundesliga-Saison 2014/2015 gegen den SV Grödig. Mit unglaublichen fünf von insgesamt acht Treffern im Salzburger Derby war er maßgeblich für den höchsten Sieg der Roten Bullen verantwortlich.

Sein Torjubel und was er bedeutet

Das verriet uns Ehefrau Cristina in einem exklusiven Interview:

Ich glaube, das Schönste daran, mit Jonny verheiratet zu sein, ist mitzuerleben, dass man schwierige Phasen oder Momente gemeinsam als Familie überstehen kann. Es ist toll, zu sehen, wenn dein Mann ein Tor schießt und anschließend den Ehering küsst, zu dir schaut und seine Freude mit dir teilt. Es ist eine Anerkennung der harten Arbeit, die man leistet, und honoriert die Opfer, die man bringen muss, damit alles funktioniert. All das macht mich sehr stolz, die Frau meines Mannes zu sein.

SEINE ERFOLGE MIT DEN ROTEN BULLEN

Österreichischer Meister: 2012, 2014, 2015, 2016
Österreichischer Cupsieger: 2012, 2014, 2015, 2016
Spieler der Saison in Österreich: 2013/14, 2014/15
Torschützenkönig der UEFA Europa League: 2013/2014 (8 Tore)
Torschützenkönig der österreichischen Fussball-Bundesliga: 2013/2014 (31 Tore), 2014/2015 (31 Tore), 2015/2016 (21 Tore)
Torschützenkönig des ÖFB-Cups: 2014/2015 (7 Tore), 2015/2016 (10 Tore)
VdF-Spieler des Jahres (Bruno): 2015
VdF-Torschützenkönig des Jahres (Bruno): 2014, 2015
UEFA Team of the Year: 2014 (Nominierung)

Die schönsten Tore unseres Kapitäns