Das Interview mit unserem U19-Erfolgstrainer

Die Jungbullen gewannen auch das Rückspiel gegen Kairat Almaty bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt mit 1:0 und stIEgen mit einem Gesamtscore von 9:1 in das Play-off der UEFA Youth League auf. Dabei übernahmen die Salzburger, die an einigen Positionen verändert antraten, von Beginn an das Kommando, drückten die Kasachen in die eigene Hälfte und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. Den Siegestreffer erzielte Luca Meisl in der ersten Spielhälfte.

Auf dem Rückflug von Kasachstan legten unsere Jungbullen noch einen Zwischenstopp in Krasnodar ein, wo sie den Profis im Europa League-Gruppenspiel gegen den FC Krasnodar die Daumen hielten. Wir haben uns den Erfolgstrainer der U19-Jungbullen gleichmal für ein Interview zur Seite genommen.

Das Interview 

Herzliche Gratulation zum Aufstieg in das UEFA Youth League-Play-off! Wir können uns vorstellen, dass man als Trainer dieser Truppe im Moment sehr stolz und sehr zufrieden ist, deshalb wollen wir gleich einmal etwas genauer in die Tiefe gehen. Obwohl unsere Jungbullen schon im Hinspiel gegen Almaty alles klargemacht haben, ist der Erfolg dieser Mannschaft doch sehr hoch zu bewerten und alles andere als Zufall. Wie stellt man eine so junge Mannschaft, die aufgrund ihrer Zusammenstellung noch nicht so eingespielt sein kann, auf einen Gegner wie Kairat Almaty ein?

Grundsätzlich wollen wir es ja sehr gut machen und deshalb ist es sehr viel Arbeit. Was stimmt ist, dass wir zwar eine zusammengewürfelte Mannschaft haben, die aus Spielern der U18 und dem FC Liefering besteht. Was uns dabei aber zugutekommt, ist, dass wir in der Akademie in Liefering nahe beieinander sind, kurze Kommunikationswege haben und eben auch die gleiche Spiel- bzw. Ausbildungsidee haben. Von daher holen wir die Jungs schon von ihrem Leistungsniveau dort ab, wo wir auch aufbauen können. Aber ein kleiner Wettbewerbsnachteil ist es dennoch, da wir nicht ständig miteinander trainieren, daher versuchen wir, dieses kleine Manko in der Vorbereitungsphase auszugleichen. Eine gute Vorbereitung ist aber nicht nur auf dem Platz notwendig, sondern auch in den Teamsitzungen und bei der Gegneranalyse – und das haben wir bisher immer ganz gut hinbekommen.

Wie kann man sich die Vorbereitung auf ein Spiel in der Youth League in etwa vorstellen? Wie viel Arbeit, Planung und persönlicher Einsatz stecken da dahinter?  

In Stunden oder Zahlen kann man unsere Arbeit gar nicht bemessen, denn wir haben ja auch in der Liga unsere Aufgaben zu erfüllen und da müssen wir auch bestens vorbereitet sein. Ich möchte mich bei meiner Arbeit immer von Spiel zu Spiel vorbereiten, und aus diesem Grund begann die Vorbereitung auf das Rückspiel erst, nachdem wir das letzte Punktspiel in der Meisterschaft absolviert haben. Dafür aber umso intensiver. Dabei schauen wir uns den Gegner noch mal ganz genau an, suchen nach Verbesserungspotenzial oder nach Möglichkeiten, wo wir dem Gegner auch wehtun können. Dann geht es auch schon an die Kaderplanung an sich, wo wir erheben müssen, welche Spieler überhaupt zur Verfügung stehen. Aber das sind Prozesse, die innerhalb einer Woche abgeschlossen werden müssen.

Im Hinspiel hat Almaty zu Beginn der zweiten Halbzeit einen ganz guten Start erwischt und konnte beim Stand von 2:0 sogar den Anschlusstreffer erzielen. Ansatzweise zeigte der Gegner also doch auch Qualität. Waren die Kasachen doch stärker, als es der Gesamtscore vermuten lässt?

Na ja, ich bin Trainer und wer mich kennt, der weiß, dass ich den Gegner nicht starkrede, aber ich halte sehr viel davon, dass man dem Gegenüber Respekt entgegenbringt. Auch wenn das Ergebnis insgesamt sehr hoch ausfiel, ist es doch so, dass Almaty im offensiven Bereich sehr viel Qualität besitzt, in der Defensive hingegen fehleranfällig war, und diese Schwäche haben wir sehr gut ausgenutzt. Letztlich aber ist es auch entscheidend, dass wir selber bestimmen müssen, was der Gegner auf den Platz bringt, sprich: Wir müssen immer spielbestimmend sein. Aber genauso, wie man den Gegner immer respektieren sollte, genauso wenig sollte man die Leistung unserer Spieler kleinreden, denn das, was wir geleistet haben, war richtig, richtig gut. Jetzt kommen im Play-off Gegner auf uns zu, wo die Ergebnisse insgesamt sicher knapper ausfallen werden, denn in der nächsten Runde werden die Aufgaben bestimmt nicht einfacher.

Welchen Stellenwert hat die Youth League im internationalen Vergleich und wie wichtig ist so ein Wettbewerb für den Klub?

Ich freue mich, dass der Verein die Youth League als wichtig empfindet, denn es ist eine gute und auch einflussreiche Plattform, die der FC Red Bull Salzburg nutzen kann, um sich international zu präsentieren. Das ist für die Entwicklung unserer Nachwuchstalente enorm wichtig – weit über das Sportliche hinaus , denn sie machen in diesem Bewerb schon sehr früh, nachhaltig wichtige Erfahrungen, die auch ihr späteres Leben positiv beeinflussen werden. Unter welchen anderen Umständen hätten wir sonst ein so fernes Land wie Kasachstan kennengelernt? Wir haben zwar nicht viel von Almaty gesehen, aber es ist dennoch interessant, wie andere Vereine im Nachwuchs arbeiten und welche Bedingungen in diesen Ländern herrschen.

Was ist Ihr persönliches Ziel, das Sie mit Ihrer U19-Mannschaft erreichen wollen bzw. wohin soll sich das Team aus Ihrer Sicht noch entwickeln?

Das ist genau das Ziel! Wir wollen so weit wie möglich kommen und wichtige Erfahrungen sammeln. Wie schon gesagt, dafür gibt es im europäischen Fußball auf Nachwuchsebene keinen besseren Bewerb als die Youth League.