Die Red Bull Arena aus verschiedenen Blickwinkeln neu inszeniert

So habt ihr ein Heimspiel in der Red Bull Arena noch nie gesehen! In einem atemberaubenden und im wahrsten Sinne des Wortes „temporeichen“ Clip hat der Salzburger Video-Künstler Michael Leitner einen ganzen Matchtag der Roten Bullen aus der Fan-Perspektive im Zeitraffer dokumentiert und dabei ganz außergewöhnliche Bilder eingefangen.

Es ist schon merkwürdig, wie vertraute Dinge plötzlich ganz verändert aussehen – ja schon fast wie aus einer fremden Welt –, wenn man nur eine Komponente aus dem gewohnten Bild verändert.

Michael Leitner wurde mit seinem Hyperlapse-Clip „One Night in Salzburg“ via YouTube und Social Media bekannt und hat in seinem neuesten Werk einen ganzen Matchtag in der Red Bull Arena in Time- bzw. Hyperlapse dokumentiert. Das Ergebnis ist eine atemberaubende Komposition, die unser Stadion in einem ganz anderen Licht erstrahlen lässt.

#Matchday

Ausgehend von der Salzburger Innenstadt entführen uns seine Bilder durch die engen Gassen entlang der Salzach bis in die Kleßheimer Allee. Über das Dach der Red Bull Arena beobachten wir, wie sich nach und nach parkende Autos wie ein farbenfrohes Mosaik aneinanderreihen, wie beinahe tänzerisch sich Menschenmassen auf dem Stadionvorplatz bewegen und mit welch fließender Harmonie sich die Plätze auf den Tribünen füllen. Vom Oberrang der Red Bull Arena aus erkennen wir unsere Spieler nur noch als wild herumwirbelnde Punkte und verfolgen mit unserem Blick, wie Rauchschwaden über die Ränge hinweg im Nachthimmel verschwinden.

Unter „Timelapse“ bzw. „Hyperlapse“ versteht man in Wahrheit nichts anderes als spezielle stilistische Mittel der Zeitraffer-Methode, durch die Bewegungsabläufe und Dynamiken, die aufgrund ihrer langsamen Natur vom Menschen nicht oder nur schwer wahrnehmbar sind, sichtbar gemacht werden können. Wie diese großartige und bildgewaltige Dokumentation zustande gekommen ist, erklärt uns Michael Leitner aus erster Hand:

Bei unserem Clip über die Red Bull Arena haben wir drei stilistische Aufnahmetechniken zum Einsatz gebracht. Für statische Aufnahmen, wie die Perspektiven unter dem Stadiondach oder am Parkplatz, haben wir eine Kamera unbeweglich an einem Ort positioniert. Diese Methode – „Timelapse“ genannt – ist besonders dann interessant, wenn man zum Beispiel Wolkenbewegungen am Himmel oder den Bewegungsfluss auf den Rängen darstellen möchte. Parallel dazu haben wir zusätzlich mit Schienensystemen und Schwenkköpfen gearbeitet, um die Kamera über einen bestimmten Zeitraum im Raum bewegen und drehen zu können. Beispielsweise sind die Aufnahmen auf dem Dach der Red Bull Arena mit diesen technischen Hilfsmitteln entstanden. Um noch mehr Dynamik bei den Aufnahmen zu erzeugen, haben wir eine dritte Aufnahmetechnik, das sogenannte „Hyperlapsing“, angewandt. Das ist eine Technik, bei der die Kamera auf einem Stativ ausgerichtet wird und dieses nach jedem Foto um ein kleines Stück weiterbewegt wird. Auf diese Weise können größere Distanzen zurückgelegt und Bewegungen noch eindrucksvoller dargestellt werden. Massenveranstaltungen wie Sportevents bieten sich für solche Aufnahmen naturgemäß sehr gut an, weil da sehr viel Bewegung passiert und man das Substrat der Dynamiken in wenigen Sekunden erfassen und darstellen kann.

Alles eine Frage der richtigen Planung

Klingt nach einem aufwendigen Projekt, und das ist es auch, denn dem fertigen Werk gingen freilich viele Arbeitsstunden der Planung und Vorbereitung voraus:

Die Schwierigkeit dabei war, dass wir zum Beispiel beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 nur ein sehr kleines Zeitfenster hatten und einen bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Zeitplan abarbeiten mussten.

Hinzu kam noch, dass Michael Leitner eigentlich bei den Heimspielen in der Red Bull Arena noch einen ganz anderen Job zu erledigen hat. Als Teil unseres FanTV-Teams ist er während unserer Heimspiele nämlich für die Liveregie verantwortlich. Ein Job, der – wie einige vielleicht wissen – ziemlich schweißtreibend und fordernd ist. Quasi nebenbei hat „Leiti“ aber dennoch keinen Aufwand gescheut, um seine strategisch positionierten Kameras im Stadion im Blick zu behalten.

Ein Kraftakt, der nicht nur Planung und perfekte Organisation erfordert, sondern natürlich auch Manpower, erklärt Michael:

Wir hatten damals vier Kameras im Einsatz, und ohne die Hilfe meines Teams, das aus Event- und Promotion-Mitarbeitern des Vereins bestand, wäre das nicht möglich gewesen. Manchmal passieren eben auch unvorhergesehene Dinge, und da ist es natürlich ein großes Glück, wenn du Menschen in deinem Team hast, die lösungsorientiert und schnell handeln können. Wie gesagt: Wir hatten nur einen Versuch, und jede verpasste Chance wäre unwiderruflich dahin gewesen.

#Matchday | Jetzt auf FAN.TV

Versetzt man sich dabei in die Rolle des Betrachters, baut sich vor uns eine ganz andere Welt auf und man wird von den berauschenden Aufnahmen förmlich mitgerissen. Der außergewöhnliche Clip von unserer Red Bull Arena ermöglicht es uns, einen Spieltag aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten und Dinge wahrzunehmen, die wir mit dem menschlichen Auge zwar sehen, im Gehirn aber auf diese Weise gar nicht verarbeiten können. Das Resultat ist ein wirklich gelungenes Werk, das ihr derzeit auf Fan.TV bewundern könnt.