Rote Bullen krönen überragende Saison mit Punkterekord

36. Runde tipico Bundesliga | FC Red Bull Salzburg vs. CASHPOINT SCR Altach 1:0 (1:0); Tor: Zivotic (37./ET)

Der FC Red Bull Salzburg holt mit einem 1:0-Heimsieg gegen den SCR Altach mit 81 Saisonpunkten die zweithöchste, je in der Österreichischen Fußball-Bundesliga erzielte, Marke. Der Siegestreffer für den Serienmeister im letzten Meisterschaftsspiel 2016/17 fällt in der 37. Minute durch ein Eigentor von Nikola Zivotic.

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke – Schwegler (90. Lazaro), Wisdom, Igor, Stangl – Lainer, Radosevic, Leitgeb (58. Oberlin), Berisha (73. Haidara) – Minamino, Wolf

CASHPOINT SCR Altach: Kobras – Sakic, Jäger, Zech, Schreiner – Ngwat-Mahop, Netzer, Müller (90. Nussbaumer), Dovedan (72. Luxbacher) – Aigner (35. Zivotic), Ngamaleu

GELBE KARTEN

Wisdom (54./Foul) bzw. Netzer (18./Foul), Sakic (84./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

In den vergangenen elf Heimspielen ließen unsere Roten Bullen gegen die Vorarlberger nur ein Mal mehr als ein Tor zu (2008/09; RBS:ALT 2:4). Zudem spielten unsere Jungs in sechs dieser Spiele zu null. Im direkten Vergleich ist die Offensive unserer Salzburger extrem feuergefährlich. In dieser Saison gab die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia mit 225 Schüssen aufs Tor die meisten aller Bundesligisten ab. Der CASHPOINT SCR Altach liegt mit 120 abgegebenen Schüssen auf dem vorletzten Platz. Dabei erwiesen sich unsere Jungs auch als besonders treffsicher, denn mittlerweile durften sich 18 verschiedene Spieler bei den Roten Bullen in die Torschützenliste eintragen. FC Red Bull Salzburg und Cashpoint SCR Altach sind übrigens die beiden Teams mit den meisten Toren in der Anfangsviertelstunde (RBS 12 & ALT 9).

Unser Serienmeister stellte mit 44 Punkten schon vor dem letzten Spiel dieser Saison einen neuen Punkterekord in der Rückrunde auf (Bisher: SK Puntigamer Sturm Graz 1999/00 mit 43). In Summe holten Laimer & Co. in dieser Saison schon 78 Punkte. Der aktuelle Punkterekord der Salzburger liegt bei 80 Punkten (2013/14). Ein neuer Rekord läge also heute in der Luft!
 

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren erneut Asger Sörensen (Wadenverletzung), Samuel Tetteh (Knieoperation) und Xaver Schlager (Sprunggelenksverletzung). Positive Neuigkeiten gab es aber von Dimitri Oberlin, der heute erstmals seit seinem Muskelbündelriss wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte.

TAKTIK

Trainer Oscar Garcia blieb seiner Linie treu und ließ sich noch nicht in die Karten blicken, was seine Ideen für das bevorstehende Cup-Finale in Klagenfurt betrifft. Wie bereits wenige Tage zuvor angekündigt, bekamen jene Spieler Einsatzzeit, die bisher nicht so oft von Beginn an aufgelaufen sind. Wie bereits im letzten Match gegen die Wiener Austria experimentierte unser Trainer heute mit einem neuen System und stellte seine Mannschaft mit einer 4-2-2-2-Formation auf den Platz. Youngster Igor feierte heute sein Startelf-Debüt in der Innenverteidigung neben Andre Wisdom, ebenso wie Hannes Wolf, der im Sturm an der Seite von Takumi Minamino von Beginn an zum Einsatz kam. Christian Schwegler, der heute sein letztes Meisterschaftsspiel für die Roten Bullen bestritt, führte die Mannschaft heute als Kapitän auf das Spielfeld.

MATCH-ANALYSE

Trotz einiger Abstimmungsschwierigkeiten in der Anfangsphase hätte der Meister dank Topchancen von Josip Radosevic (Freistoß, 3.) und einem Seitfallzieher von Valon Berisha (7.) nach einem weiten Zuspiel von Igor früh in Führung gehen können. In beiden Fällen konnte Altach-Goalie Martin Kobras einen Rückstand seiner Mannschaft vereiteln. Die Vorarlberger standen gut am Mann und konnten das Spiel der Salzburger zunächst noch gut stören, fanden aber selbst keine Mittel, um über die eigene Hälfte hinauszukommen.

Harmlose Gäste

Mit Fortdauer des Spiels kam unsere Mannschaft aber immer besser mit ihrer neuen Rolle zurecht und brachte die Hintermannschaft der Gäste nun immer öfter in Bedrängnis. Als Stefan Stangl (16.) völlig frei stehend vor dem gegnerischen Tor zum Kopfball ansetzte, konnte dieser von Martin Kobras gerade noch über die Querlatte abgelenkt werden. In dieser Phase des Spiels wirkten die Altacher nahezu harmlos. Lediglich die Hintermannschaft der Altacher spielte noch mit und konnte den längst überfälligen Führungstreffer der Salzburger noch verhindern.

Walke hat nicht viel zu tun

Weil Alexander Walke bis zu diesem Zeitpunkt im Spiel noch nicht allzu viel zu tun bekam und sich das Spiel fast überwiegend in weiter Ferne zur Mittellinie abspielte, suchte unser Tormann Schutz vor der Sonne. Helfend eingreifen konnte er nur verbal. Doch um die Defensive verbal erreichen zu können, musste er weit aus dem Strafraum laufen. Bis zur 35. Minute verlief die Partie nahezu ereignislos, wenngleich unsere Mannschaft zwar spielbestimmend und weiterhin torgefährlich war, die Gäste aus dem Ländle aber unablässig mauerten und keinen Spielfluss aufkommen ließen.

Führung dank Gastgeschenk

Für ein Ende der quälenden Torlähmung sorgte dann aber ausgerechnet ein Altacher. Der zuvor für den verletzten Hannes Aigner eingewechselte Nikola Zivotic lenkte einen Freistoß von Valon Berisha mit dem Oberschenkel ins eigene Tor. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Voralberger noch keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor abgegeben. Was sich auch bis zur Pause nicht mehr ändern sollte. Acht Torschüsse brachten die Salzburger hingegen auf das Altacher Tor. Mit einem deutlichen Übergewicht in puncto Ballbesitz (73:27 Prozent) zeigte auch die Statistik zur Pause, dass der Meister auch im letzten Meisterschaftsspiel der Saison nichts anbrennen lassen wollte.

Da geht noch was!

Auch wenn die Altacher nach der Pause wirkten, als hätten sie nun einen besseren Plan, um ihrerseits zu besseren Torchancen zu kommen, ging der erste gute Angriff wieder auf das Konto der Salzburger. In der 57. Minute hätte Takumi Minamino eine lange Hereingabe von rechts in den Strafraum vor dem Tor übernehmen können, Emmanuel Sakic klärte den Ball aber im letzten Moment, bevor der Japaner in aussichtsreicher Position zum Abschluss gekommen wäre. Trainer Oscar Garcia setzte dann aber auf noch mehr offensive Power und brachte Dimitri Oberlin für Christoph Leitgeb neu ins Spiel. Wenige Minuten später sollte dann auch Amadou Haidara für frischen Wind im Angriff sorgen.

Drückende Altacher

Diese Maßnahme kam gerade zur rechten Zeit, denn Altach konnte vor Beginn der Schlussviertelstunde für zwei gefährliche Offensivszenen sorgen. Nach einem Duell zwischen Nikola Dovedan und Stefan Lainer bekamen die Altacher einen Freistoß zugesprochen. Der Gefoulte führte selbst aus, wobei Benedikt Zech den Ball etwas ungenau annahm und ihn hoch in die Luft beförderte. Kein Problem für Alexander Walke, der das Leder problemlos abfangen konnte. Kurz danach bekamen die Vorarlberger erneut einen Freistoß, den Emanuel Schreiner zwar gut zum Abschluss brachte, Walke aber erneut klären konnte. Im Nachschuss ging die Kugel dann deutlich übers Tor.

Abschied von einem ganz Großen

Das war es dann aber mit den Offensivbemühungen der Gäste, die sich langsam, aber sicher mit dem Ergebnis zufriedenzugeben schienen. Die Roten Bullen hätten aber den Heimsieg und den bevorstehenden Punkterekord gerne noch aus eigener Kraft abgesichert und drückten auf das 2:0. In der 82. Minute übernahm Amadou Haidara den Ball am eigenen Strafraum und sprintete in Richtung Altach-Tor. Dort wurde er von Emanuel Sakic zu Fall gebracht, konnte den Ball aber noch an Oberlin abgeben. Dieser brachte nach einem kurzen Intermezzo mit Takumi Minamino den Ball leider nicht mehr im Tor unter.

In der 90. Minute hielt es aber trotzdem niemanden mehr auf seinem Sitz. Mit frenetischem Applaus und Standing Ovations verabschiedeten sich die Salzburger Fans von Routinier Christian Schwegler, der nach 245 Pflichtspielen für den FC Red Bull Salzburg in seine Schweizer Heimat zurückkehren wird. Da blieb kein Auge trocken, auch bei dem sonst so abgebrühten Schweizer. Alles Gute, Schwegi! Wir werden dich vermissen!

STATEMENTS

Christoph Freund:

Wenn man bedenkt, was wir für einen schwierigen Start in der Liga hatten, dann ist dieser Titel umso mehr wert für uns. Jetzt wird erstmal gefeiert. Sogar dafür haben wir heute die besten Bedingungen: tolles Wetter, eine großartige Kulisse und fantastische Fans. Es macht richtig Spaß, für diesen Verein zu arbeiten, speziell wenn man sieht, was da für tolle junge Talente nachkommen. Das hat man auch heute wieder gesehen.

Valentino Lazaro:

Es ist ja bekannt, dass wir uns zu Beginn der Saison sehr schwergetan haben, aber wir haben uns im Herbst in der Europa League, speziell gegen Nizza und Krasnodar, sehr gut präsentiert. Im Frühjahr haben wir dann in der Meisterschaft so richtig Gas gegeben und sind daher verdient Meister geworden. Der Punkterekord ist zwar ein toller Nebeneffekt, aber wir haben keine extra Motivation gebraucht. Jetzt gehen wir mit viel Selbstvertrauen ins Cup-Finale, denn wir haben gegen Rapid ja auch in der Liga zuletzt immer gute Spiele gemacht.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Im letzten Spiel der Fußball-Saison 2016/17 geht es für den FC Red Bull Salzburg um einen weiteren historischen Erfolg. Schon die bisher bestehenden drei Doubles der vergangenen drei Jahre sind einzigartig.

Beim Samsung Cup-Finale am kommenden Donnerstag, den 1. Juni 2017 im Klagenfurter Wörthersee Stadion gegen den SK Rapid Wien (20:30 Uhr, ORFeins) besteht nun die Möglichkeit, dies ein viertes Mal zu schaffen.