FC Red Bull Salzburg vs. KSV 1919 2:1 n.V. (1:1) Tore: Radosevic (20.), Haidara (111.) bzw. Santos Sa (8.)

Der FC Red Bull Salzburg steht nach einem 2:1 nach Verlängerung (1:1) gegen den Kapfenberger SV im Halbfinale des Samsung Cups. Die Treffer der Roten Bullen, die mit 22 Cup-Siegen in Serie einen neuen Rekord im österreichischen Fußball aufstellen, erzielen Josip Radosevic (20.) und Amadou Haidara (111).

AuFstellungEN 

FC Red Bull Salzburg: Stankovic – Lainer, Schwegler, Caleta-Car, Stangl (104. Haidara) – Lazaro, Radosevic, Schlager, Leitgeb (59. Wanderson) – Minamino, Hwang (72. M. Berisha)

KSV 1919: Gartler – Seebacher, Feyrer, Lakic-Pesic, Haas – Frieser (65. Hadzic /105. Bahtic), Meusbacher – Flecker, Sencar, Budnik (84. Maier) – Santos Sa

GELBE KARTEN

Radosevic (19./Foul), Schlager (65./Foul) bzw. Frieser (51./Foul), Meusburger (73. Unsportlichkeit), Budnik (81./Foul)

MATCH-ANALYSE

Der Cup hat seine eigenen Gesetze, und davor ist auch der Serienmeister und Triple-Doublegewinner im eigenen Stadion nicht gefeit. Im Gegenteil, denn schon nach acht Minuten trafen die Gäste aus Kapfenberg durch Solospitze Joao Santos Sa aus dem Nichts und unhaltbar für Cican Stankovic ins Tor. Ein Fakt, der zur Tatsache wurde und vor dem Trainer Oscar Garcia seine Mannschaft auch eindrücklich gewarnt hatte. Doch der Weckruf kam zur rechten Zeit, denn die Kapfenberger konnten sich der Gegenwehr der Roten Bullen, die schiefe Optik auf der Anzeigetafel zu begradigen, nicht lange erwehren. Der sonst in der Liga eher als Edeljoker zum Einsatz gekommene Josip Radosevic nützte seine Chance in der Startformation, tankte sich in der 20. Minute vom Gegner unbemerkt in den Strafraum und stellte durch einen gut platzierten Schuss den Ausgleich her. In der 36. Minute hatte Hee Chan Hwang nach einem schnell ausgeführten Konter über Christoph Leitgeb und Stefan Stangl sogar die Führung auf dem Fuß, doch der Koreaner setzte den Ball aus kurzer Distanz knapp links neben den Pfosten. Postwendend kamen die Kapfenberger noch einmal auf, als Dominik Frieser völlig frei stehend zum Abschluss kam. Kein Problem allerdings für Cican Stankovic, der den Ball ohne Mühe klären konnte. Ab diesem Moment ließen unsere Salzburger den Gegner aber nicht mehr aus der eigenen Hälfte kommen und hatten vor der Pause sogar noch eine weitere Chance auf den Führungstreffer, als Xaver Schlager mit einem perfekten Lochpass Stefan Stangl bediente. Seinen Querpass in Richtung Takumi Minamino konnte Nemanja Lakic-Pesic gerade noch abfangen. Somit endete die erste Halbzeit mit 1:1.

Nach Wiederanpfiff zeigte sich die ganz große Idee gegen den hartnäckigen Gegner noch nicht. Die ersten zehn Minuten in Hälfte zwei wirkten gar nahezu ereignislos. Die Steirer störten immer wieder teils auch mit unnötigen Fouls den Spielaufbau unserer Mannschaft, wodurch auch kein richtiger Spielfluss aufkommen konnte. Die Roten Bullen bewiesen aber Geduld, ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und lauerten auf ihre Chancen. Eine erste gute Möglichkeit ergab sich durch den zuvor für Christoph Leitgeb eingewechselten Wanderson, der in der 60. Minute mit einem verdeckten Schuss Kapfenbergs Schlussmann Paul Gartler prüfte, doch der blieb aufmerksam und fischte den Ball aus der linken Ecke. Auch nachdem Valentino Lazaro nach einer kurz abgespielten Wanderson-Ecke, die er direkt zur Mitte brachte, Duje Caleta-Car zentral aus kurzer Distanz per Kopf zum Abschluss verhalf, parierte der Goalie problemlos. In der Schlussviertelstunde hielt es auch Trainer Oscar Garcia nicht mehr auf der Trainerbank. Zwar war zu diesem Zeitpunkt von den Kapfenbergern offensiv nicht mehr viel zu sehen, doch die mangelnde Chancenauswertung seiner Mannschaft bereitete unserem Coach sichtlich Kopfzerbrechen. In der 81. Minute war es abermals Wanderson, der die Hoffnung auf das rettende 2:1 aufleben ließ. Diesmal versuchte er es mit einem Distanzschuss, doch auch diesmal verfehlte der Ball um Haaresbreite sein Ziel. Weil aber auch der Gegner zu seinen Chancen zur Führung kam, war der Weg in die Verlängerung zu diesem Zeitpunkt auch gerecht.

Gleich zwei gute Offensiv-Aktionen prägten die ersten zehn Minuten der Verlängerung. Zunächst konnte ein an sich gut gedachter Schuss von Josip Radosevic (97.) nicht den Weg ins Tor finden, dann kam Takumi Minamino (99.) bei einer Kopfballverlängerung von Duje Caleta-Car zu spät an den Ball. In der zweiten Hälfte der Verlängerung war es ausgerechnet Debütant Amadou Haidara, der unsere Roten Bullen mit dem längst überfälligen Treffer zum 2:1 erlöste. In der 110. Minute fixierte der Youngster, nachdem zuvor Valentino Lazaro, Wanderson und Stefan Lainer vor dem Tor scheiterten, endlich den Einzug ins Samsung Cup-Halbfinale für die Mozartstädter.

Statements

Oscar Garcia

Der Gegner hat es uns heute sehr schwer gemacht, da sie sehr kompakt gestanden sind und uns kaum Räume gelassen haben. Nach dem 1:1 hatten wir genug Chancen, um schon früher die Entscheidung herbeizuführen. Trotzdem bin ich heute stolz auf meine Mannschaft, dass sie den Einzug ins Halbfinale geschafft hat.

WAS MAN SONST NOCH WISSEN SOLLTE

  •  Amadou Haidara kam heute zu seinem Pflichtspiel-Debüt für die Roten Bullen und krönte dieses sogleich mit einer Tor-Premiere.
  • Christoph Leitgeb war heute erstmals wieder in der Startaufstellung, nachdem er bisher in der Liga nur zu einigen Kurzeinsätzen kam. Sein letzter Startelfeinsatz war übrigens im vergangenen Herbst in der zweiten Cuprunde beim SC Mannsdorf.
  • Christian Schwegler führte die Mannschaft als Kapitän auf das Spielfeld.
  • Die Roten Bullen konnten heute den 22. Cupsieg in Folge feiern und damit ihren Rekord erneut ausbauen.
  • Nicht einsatzbereit waren Asger Sörensen (Wadenverletzung), Samuel Tetteh (Knieoperation) und Dimitri Oberlin (Muskelbündelriss). Diadie Samassekou konnte aufgrund einer Leistenverletzung nicht spielen.