UEFA Champions League-Qualifikation – Hinspiel | FK Partizani Tirana – FC Red Bull Salzburg 0:1 (0:0) Tor: Soriano (70./FE)

Der FC Red Bull Salzburg gewinnt das Hinspiel der 3. Runde zur UEFA Champions League-Qualifikation beim FK Partizani Tirana mit 1:0 (0:0). Den Siegestreffer erzielte Jonatan Soriano (70.) per Elfmeter. Diadie Samassekou musste mit Gelb-Rot (54.) vom Platz.

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke  – Schwegler, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer – Samassekou, Bernardo, Berisha – Lazaro (89. Lainer), Soriano (74. Gulbrandsen), Dabbur (55. Laimer)

FK Partizani Tirana: Hoxha – Ibrahimi, Krasniqi, Arapi, Kalari – Vila, Ramadani, Trashi (83. Bardhi) – Ekuban, Fili (57. Batha), Torassa

GELBE KARTEN

Schwegler (45./Foul), Samassekou (50./Foul), Berisha (84./ Foul) bzw. Ibrahimi (53./Foul)

GELB-ROTE KARTE

Samassekou (53.)

ROTE KARTE

Kalari (73.)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Mit dem aktuellen albanischen Vize-Meister erwartete unsere Mannschaft heute ein sehr kampfbetonter und aggressiver Gegner, von dem im Vorfeld zu erwarten war, dass dieser eher defensiv eingestellt sein und auf Konter lauern würde. Walke, Ulmer und Co. absolvierten heute bereits das vierte Auswärtsspiel in elf Tagen, doch die Niederlage am vergangenen Wochenende beim SK Puntigamer Sturm Graz hat unser Team zum richtigen Zeitpunkt wachgerüttelt.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Reinhold Yabo und Smail Prevljak (beide Knie) bzw. Paulo Miranda und Christoph Leitgeb (beide Knöchel). Asger Sörensen fehlte wegen eines Mittelhandbruchs.

Neuzugang Wanderson ist aktuell nicht spielberechtigt, es fehlt noch die Freigabe. 

TAKTIK

Trainer Oscar Garcia blieb auch heute wieder dem bewährten 4-3-3-System treu, allerdings mit einigen personellen Änderungen im Vergleich zum letzten Pflichtspiel. Erwartungsgemäß rückte Christian Schwegler wieder in die Vierer-Abwehrkette, um mit seiner Routine für Ruhe und Ordnung am rechten Flügel zu sorgen. Im Mittelfeld ersetzte Youngster Diadie Samassekou den zuletzt sehr starken Konny Laimer, und auf der Position des Sechsers war heute wieder Bernardo im Einsatz. Das Angriffstrio bildeten heute von Beginn an Valentino Lazaro, Jonatan Soriano und Munas Dabbur.

DIE MATCH-ANALYSE

Die Roten Bullen agierten von Beginn an sehr konzentriert, standen in der Defensive sehr stabil und spielten mit kontrolliertem Tempo nach vorne. Die ersten Minuten waren zunächst nur durch einige taktische Fouls und Freistöße auf beiden Seiten geprägt, nennenswerte Torchancen konnte unsere Mannschaft in der ersten Viertelstunde gegen die sehr defensiv eingestellten Albaner aber noch nicht herausspielen.

Abwehrriegel Auf Albanisch

Die meisten Offensiv-Bemühungen gingen im Verlauf der ersten Spielhälfte vorwiegend von Munas Dabbur aus, der immer wieder vehement den Weg in den gegnerischen Strafraum suchte (10., 14.). Allerdings fehlte noch die letzte Konsequenz im Abschluss. Obwohl unser Team den Gegner über weite Strecken des Spiels in der eigenen Hälfte einschnüren konnte, ließ die starke Defensive der Albaner kaum Räume nach vorne offen. Daher fasste sich Bernardo in der 22. Minute ein Herz und versuchte es mit einem Distanzschuss aus gut 20 Metern. Der Ball ging aber leider weit über das Tor von Partizani-Schlussmann Hoxha.

Wenig Druck über Standards

Auch eine gut einstudierte Freistoß-Variante (25.) über Valon Berisha und Valentino Lazaro brachte leider keinen Torerfolg. In der 32. Minute stieg der frei stehende Martin Hinteregger nach einer Lazaro-Ecke am höchsten, brachte aber zu wenig Druck hinter den Ball und setzte diesen somit neben das Tor. Zwar war unsere Mannschaft in der ersten Halbzeit spielbestimmend, agierte in der Rückeroberung sehr effizient, hatte aber noch etwas zu viele Fehler im Spielaufbau bzw. im Passspiel. Daher ging es zur Pause mit einem 0:0 in die Kabinen.

IN UNTERZAHL

Kurz nach Wiederanpfiff setzte es einen empfindlichen Dämpfer für unsere Mannschaft. Gerade als der Gegner im Begriff war, besser ins Spiel zu kommen, mussten die Roten Bullen in Unterzahl weitermachen. Nach einem erneuten Foulspiel von Diadie Samassekou an Torassa stellte der Schiedsrichter unseren Youngster mit Gelb-Rot vom Platz, da dieser kurz zuvor schon einmal Gelb gesehen hat. Leider eine vertretbare Entscheidung des Unparteiischen, Samassekou war in dieser Situation einfach zu ungestüm.

Soriano gegen Hoxha

Die Albaner spielten ab diesem Zeitpunkt zwar mit mehr Druck nach vorne, bleiben aber vor dem Tor dennoch eher harmlos. Um dieses Spiel aber doch noch für sich zu entscheiden, mussten unsere Jungs einen Gang hinaufschalten, was in Unterzahl natürlich ein recht schwieriges Unterfangen war. Doch dann sollte sich das Blatt wenden: Nach einem Foulspiel von Ibrahimi an Valon Berisha (69.) im eigenen Strafraum gab es Elfmeter für die Salzburger. „El Capitan“ trat zum fälligen Strafstoß an, schickte Goalie Hoxha ins falsche Eck und sorgte somit für die 1:0-Führung.

10 gegen 10

Nach einer Brutalo-Attacke von Kalari an Jonatan Soriano sah nun auch ein Albaner die Rote Karte. Bei diesem Foul verletzte sich unser Kapitän jedoch und musste, von den Betreuern gestützt, vom Platz geführt werden. Die erste Diagnose ergab eine Prellung am rechten Knöchel, weitere Untersuchungen folgen. Trotz des bitteren Ausfalls unseres Kapitäns brachte die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia den Spielstand über die Zeit, und so gewannen die Roten Bullen glanzlos und mit etwas Glück das Hinspiel in Tirana, müssen sich aber im Rückspiel nächste Woche deutlich steigern.

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Wir haben uns heute sehr schwergetan, gegen diesen Gegner Chancen zu kreieren. Partizani spielt auf hohem Niveau, und das Team hat viele Spieler mit hervorragender Qualität. Sie haben uns wenig Raum gelassen. Letztlich müssen wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein, aber ich erwarte mir im Rückspiel ein noch schwierigeres Match.

Christian Schwegler:

Es war heute ein gutes Ergebnis, aber sicher kein gutes Spiel von uns. Wir müssen für das Rückspiel einiges verbessern, denn wir haben schon letzte Woche gesehen, dass wir uns gegen tiefstehende Mannschaften schwertun. Wenn wir zu Hause so spielen, laufen wir Gefahr, dass wir das Spiel aus der Hand geben, und daran müssen wir arbeiten.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

VOrschau

Mit dem heutigen 1:0-Sieg im Hinspiel ist die Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in Salzburg sehr gut und der Aufstieg ins Champions League-Play-off in greifbarer Nähe, allerdings braucht es dafür eine deutliche Leistungssteigerung.

Auf nationaler Ebene bestreiten die Roten Bullen am kommenden Samstag nach vier Auswärtspartien in Folge gegen den Wolfsberger AC ihr erstes Bundesliga-Heimspiel der Saison.