UEFA Champions League-Play-off | GNK Dinamo Zagreb – FC Red Bull Salzburg 1:1 (0:0) Tore: Lazaro (59.) bzw. Rog (76./FE.)

Der FC Red Bull Salzburg holt im Hinspiel des UEFA Champions League-Play-offs bei Dinamo Zagreb ein 1:1 (0:0). Den Treffer der Roten Bullen erzielte Valentino Lazaro (59.) per Kopf. Das Rückspiel findet am Mittwoch, den 24. August um 20:45 Uhr in der Red Bull Arena statt.

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke – Schwegler, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer – Laimer, Bernardo – Wanderson (79. Lainer), Berisha, Lazaro – Soriano (62. Gulbrandsen)

GNK Dinamo Zagreb: Eduardo – Stojanovic, Sigali, Benkovic, Matel – Knezevic (57. Pavicic), Antolic (65. Coric),  Jonas – Soudani, Rog, Fernandes (79. Henriquez)

GELBE KARTEN

Caleta-Car (27./Foul), Hinteregger (73./Foul) bzw. Sigali (37./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

In den bisherigen UEFA Champions League-Qualifikationsspielen gegen FK Liepaja und FK Partizani Tirana präsentierten sich die Roten Bullen sehr kompakt und waren die einzige Mannschaft in der Play-off-Runde, die in allen Spielen ohne Gegentreffer blieb. Zumindest das Ticket für die Europa League-Gruppenphase ist damit schon gesichert. Im ersten Duell der Play-off-Runde gegen den kroatischen Meister ging es für die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia in erster Linie darum, eine gute Ausgangslage für das bevorstehende Rückspiel in Salzburg zu schaffen.

TAKTIK

Als Reaktion auf die schlechte erste Halbzeit im UEFA Champions League-Qualifikationsspiel gegen den FK Partizani Tirana stellte Trainer Oscar Garcia nach der Pause die Taktik um. Er löste die 4-3-3-Formation auf und ließ mit einem 4-2-3-1-System weiterspielen. Eine Taktik, der er auch in den darauffolgenden Meisterschaftsspielen (WAC und Ried)  und auch in der ersten CL-Play-off-Begegnung mit GNK Dinamo Zagreb treu blieb. Heute bildeten Wanderson, Valon Berisha und Valentino Lazaro das Offensiv-Trio hinter Kapitän Jonatan Soriano, der erneut als Speerspitze agierte.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Smail Prevljak (Knie), Paulo Miranda (Knöchel) und Marc Rzatkowski (Oberschenkel).

Außerdem fehlte Hee Chan Hwang, der mit seiner Nationalmannschaft beim Olympischen Fußball-Turnier engagiert ist.

DIE MATCH-ANALYSE

In der Anfangsphase zeigte sich bereits sehr deutlich, dass Dinamo Zagreb offenbar aus den vergangenen Begegnungen mit den Roten Bullen gelernt hat, denn sie machten es unserer Mannschaft zunächst schwer ins Spiel zu kommen. Bereits nach gut einer Viertelstunde konnten die Hausherren bereits drei Torschüsse für sich verbuchen, etwa durch einen Distanzschuss von Knezevic (9.) und kurz darauf durch Fernandes (10.) mit einem Schuss von außerhalb des Strafraums, die allerdings keine Probleme für Alexander Walke bereiteten, der sich heute wieder als besonders wichtiger Rückhalt für unser Team auszeichnete. 

Besser im Spiel

Nach gut zehn Minuten konnten wir uns aber wieder besser in Szene setzen und hatten die erste Möglichkeit nach einer guten Angriffs-Offensive durch Konrad Laimer und Jonatan Soriano. Der Youngster bediente im richtigen Moment seinen Kapitän im 16er, der mit Laimer einen Doppelpass spielen wollte, doch ehe dieser zum Schuss kam, konnte ein Verteidiger in letzter Sekunde klären. Quasi im selben Atemzug hatte unsere Mannschaft dann sogar noch zwei sehr gute Torchancen (Abpraller von Berisha 14., Wanderson-Weitschuss in der 15.)

In der 22. Minute konnte Martin Hinteregger eine Hereingabe zwar abfangen, verstolperte die Kugel aber in der Gefahrenzone etwas. Fernandes schnappte sich die Kugel und schloss aus der Drehung und aus kurzer Distanz ab, traf zum Glück aber nur das Außennetz.

Doppelchance

Zwei Mal wurden die Roten Bullen nach einer Standardsituation gefährlich. Valon Berisha (26.) führte einen nahezu perfekten Freistoß aus gut 25 Metern aus, die Kugel rauschte aber hauchdünn am Kreuzeck vorbei. In der 30. Minute war es erneut der Norweger, der einen Freistoß gefühlvoll von der linken Seite zur Mitte drehte. Martin Hinteregger gewann das Kopfballduell, aber Zagreb-Schlussmann Eduardo konnte die Kugel mit einem unglaublichen Reflex über die Querlatte lenken.

Beide Mannschaften schenkten sich in der ersten Spielhälfte nicht das Geringste und kämpften um jeden Zentimeter. Die Salzburger agierten in der Defensive sehr geschickt und konnten die Angriffe der Kroaten sehr gut unterbinden, sodass diese zunächst nur aus dem Rückraum und mit Weitschüssen vor das Tor der Salzburger kamen. Die Roten Bullen blieben in der ersten Halbzeit geduldig, konnten nach aggressivem und köperbetontem Beginn wieder Ruhe ins Spiel bringen und nach Balleroberung zumeist schnell nach vorne kommen. So ging es mit dem zwischenzeitlichen 0:0 in die Kabinen.

AM DRÜCKER

Nach Wiederanpfiff kamen die Roten Bullen mit viel Elan aus der Kabine und drückten auf einen schnellen Führungstreffer. In der 50. Minute musste Dinamo-Schlussmann Eduardo schon den ersten scharf geschossenen Flachschuss von Valentino Lazaro aus gut 20 Metern von der Linie kratzen, der mit etwas Glück auch drinnen gewesen wäre. In der 59. Minute verlagerte Konny Laimer das Spiel geschickt auf die rechte Seite zu Wanderson, der schön zur Mitte flanken konnte, wo sich Valentino Lazaro von seinem Gegenspieler lösen konnte und per Flugkopfball ins rechte Eck zur 1:0-Führung einnetzte.

Doch in der 75. Minute wurde Rog von Bernardo im 16er gefoult. Schiedsrichter Sidiropoulus zögerte nicht lange und entschied auf Elfmeter, den der Gefoulte selbst ausführte und zum 1:1-Ausgleich verwandeln konnte.

HEISSE SCHLUSSPHASE

Unsere Mannschaft drückte bis zur letzten Sekunde noch auf die neuerliche Führung und hatte in der 83. Minute sogar noch die beste Chance dafür auf dem Fuß. Konny Laimer mit dem Pass auf Valon Berisha, der das Auge für den völlig frei stehenden Stefan Lainer hatte. Der nahm den Ball aber mit etwas zu viel Schwung und setzte das Leder aus halbrechter Position aus ca. 11 Metern über die Querlatte.

Allerdings können die Roten Bullen mit dem 1:1-Endergebnis im Auswärtsspiel besser leben als die Kroaten und können mit der heutigen Leistung wirklich sehr zufrieden sein.

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Das Auswärtstor ist gut, aber es wartet noch ein sehr schweres Spiel auf uns in Salzburg. Es ist noch alles offen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft und darauf, wie sie heute gespielt hat. 

 

Valentino Lazaro

Für mich zählt in erster Linie das Ergebnis, aber ich freue mich, dass ich mit meinem Tor der Mannschaft helfen konnte. Schade, dass wir dann noch das Elfmeter-Tor bekommen haben. Wir wussten, dass Zagreb ein gute Qualität im Team hat, speziell im Mittelfeld haben sie eine sehr gute und individuelle Klasse, aber durch das Auswärtstor haben wir einen klaren Vorteil im Rückspiel.

VORSCHAU

Noch ist alles drin! Mit dem heutigen Unentschieden haben wir zwar unser Ziel nicht ganz erreicht, konnten aber ein wichtiges Auswärtstor erzielen. Jetzt kommt es vor allem auf die Unterstützung unserer Fans an, damit wir im Rückspiel (am kommenden Mittwoch, den 24. August) noch einmal alles aus uns herausholen können. 

In der Bundesliga treffen die Roten Bullen schon am kommenden Samstag, den 20. August, auf den SV Mattersburg.