Rückblick und Highlights in den internationalen Klubbewerben 2016/17

Nur wenige Minuten trennten uns am 24. August 2016 vom größten Erfolg der jüngeren Klubgeschichte. Kein Titel, sondern der Einzug in die Champions League-Gruppenphase. Doch trotz des bitteren Ausscheidens im Champions League-Play-off konnten die Roten Bullen in der Europa League-Gruppenphase für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Im dritten Teil unserer Rückblick-Serie wollen wir – als Einstimmung auf die in wenigen Wochen bevorstehende UEFA Champions League-Qualifikation – noch einmal die Höhen und Tiefen der vergangenen Saison Revue passieren lassen.

Aufwärmen für Europa

Auf dem Weg in die Königs(C)lasse

So nahe wie im vergangenen Sommer waren wir noch nie dran, die ganz große internationale Fußball-Bühne zu betreten, doch trotz souveräner Qualifikation und einer guten Ausgangslage im Play-off-Hinspiel gegen Dinamo Zagreb sollte es am Ende nur um Haaresbreite nicht reichen. Aber alles der Reihe nach: 

Als Meister der Tipico Bundesliga stieg der FC Red Bull Salzburg über den Meisterweg in die 2. Qualifikationsrunde ein und traf dabei auf den lettischen Meister FK Liepaja. Nach einem späten Treffer von Jonatan Soriano im Hinspiel konnten die Roten Bullen nach Toren von Valon Berisha (35.) und Bernardo (65.) im Rückspiel schon vorzeitig alles klarmachen. In der dritten Qualifikationsrunde traf man auf FK Partizani Tirana aus Albanien. Auch diese Runde ging klar an die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia, obwohl der Gegner weitestgehend unbekannt war. Im Hinspiel auswärts in der albanischen Hauptstadt Tirana brachten wir die Führung durch ein Elfmeter-Tor von Jonatan Soriano in der Schlussviertelstunde gut über die Zeit, im Rückspiel trafen erneut Jonatan Soriano (76.) und wenige Minuten darauf auch Wanderson (81.). 

Die Auslosung zum UEFA Champions League-Play-off brachte uns einen starken Gegner. Beim GNK Dinamo Zagreb herrschte aber aufgrund einiger gravierender Umbrüche im Kader enorme Unruhe. Topstar Ante Coric, der immer wieder mit dem FC Liverpool in Verbindung gebracht wurde, schien unmittelbar vor dem Absprung, und auch Trainer Zlatko Kranjcar war nach einigen Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung angezählt. Nach dem 1:1 in Zagreb stand die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia mit einer komfortablen Ausgangslage bereits mit einem Fuß in der Champions League-Gruppenphase. Im Rückspiel in Salzburg erwischten wir einen Traumstart und gingen in der 23. Minute durch Valentino Lazaro in Führung. Der Traum lebte weiter – bis drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit. In der 87. Minute konnte Junior Fernandes den Ausgleich erzielen und in der Verlängerung traf Soudani die 23.541 Fans in der Red Bull Arena mitten ins Herz.

Nach dem Abpfiff konnten sogar die routiniertesten und abgebrühtesten Spieler in unseren Reihen ihre Emotionen nicht mehr unterdrücken. Einen zu Tränen aufgelösten Jonny Soriano erlebt man auch nicht alle Tage, aber der Schock saß tief, bei jedem einzelnen. Oscar aber versammelte seine Mannschaft und das Trainer- und Betreuerteam am Mittelkreis und motivierte seine Mannschaft mit einer beispiellosen Rede. Der Funke sprang dabei auch auf die Zuschauer über, die von der herzergreifenden Geste des Trainers sehr berührt waren.

Saisonrückblick mit Oscar Garcia

EUROPA LEAGUE-GRUPPENPHASE

Nach dem Aus im Champions League-Play-off stiegen die Salzburger in die Europa League-Gruppenphase ein. In der Gruppe I trafen wir dabei auf Top-Teams wie OGC Nice, FC Schalke 04 und den russischen Klub FC Krasnodar. In dieser Phase der Saison sollte es aber auch in der heimischen Liga nicht ganz nach Wunsch laufen und die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia haderte ein wenig mit dem nötigen Selbstvertrauen. Trotz durchwegs überzeugender Leistung in den  Heimspielen gegen Krasnodar und Nizza bzw. auswärts auf Schalke wurden die drei Spiele der Hinrunde allesamt verloren. In der Rückrunde allerdings wendete sich das Blatt für die Salzburger plötzlich. 

Ausgerechnet in Nizza konnten die Roten Bullen dem französischen Topklub OGC Nice dank einem Doppelpack von Hee Chan Hwang einen 2:0-Sieg abringen. Gegen Krasnodar dominierten die Salzburger die Russen mit einer überzeugenden Leistung, kamen aber über ein 1:1-Unentschieden leider nicht mehr hinaus, was zumindest noch die theoretische Chance auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale bedeutet hätte. Das letzte Spiel der Gruppenphase war aber zugleich das beeindruckendste. Auch wenn es gegen die Schalker um nichts mehr ging, wollten Oscar Garcia und seine Mannschaft mit einem versöhnlichen Abschluss aus den internationalen Bewerben ausscheiden. Der FC Schalke, zu Gast in der Red Bull Arena, reiste ohne seine Topstars nach Salzburg, doch die B-Mannschaft der Königsblauen hatte so ihre Mühe mit der blutjungen Mannschaft des FC Red Bull Salzburg. Der erst 19-jährige Xaver Schlager traf in der 22. Minute nach Vorarbeit von Valentino Lazaro, und in der Nachspielzeit setzte Josip Radosevic nach einem Zuspiel vom ebenfalls erst 19-jährigen Hannes Wolf den Schlusspunkt zum 2:0. Mit diesem großartigen Sieg verabschiedeten wir uns zwar aus der Europa League, aber der großartige Auftritt unserer Youngsters ließ ein Versprechen für die Zukunft zurück.

Oscar Garcia:

In der Europa League arbeiteten wir uns ganz klar von unten nach oben, aber in beiden Wettbewerben trennte uns jeweils ein Tor davon, Geschichte zu schreiben. In der Champions League hätte sich der FC Red Bull Salzburg erstmals für den Wettbewerb qualifiziert – wir sind die Mannschaft, die am nächsten dran war –, und in der Europa League wären wir der erste Verein gewesen, der nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen in der Gruppenphase weitergekommen wäre.

In wenigen Wochen treffen wir uns erneut auf dem internationalen Fußball-Parkett und freuen uns schon jetzt auf die neue Saison!