Sein Comeback steht unmittelbar bevor, doch etwas Geduld muss unser junger Mittelstürmer noch beweisen

Im VergangenEN Frühjahr war Der STern von Smail Prevljak gerade am Aufgehen, Als sich das Bosnische TOP-TALENT, dAS Beim FC Red Bull SalZBurg einen Kooperationsvertrag hat, bei Einem MAtch des FC Liefering gegen Austria Lustenau einen Kreuzbandriss zuzog.

Ein Dreivierteljahr später steht Smail Prevljak kurz vor seinem Comeback und strotzt vor Energie und Selbstvertrauen. Der sonst eher als schüchtern und zurückhaltend bekannte Youngster ist in den letzten Monaten sichtlich gereift, denn alleine seine positive Ausstrahlung und die körperlich starke Präsenz sind vielversprechende Anzeichen dafür, dass Smail im kommenden Frühjahr vielleicht sogar wieder dort anknüpfen könnte, wo sein bisher sehr gut verlaufener Karriereweg unterbrochen wurde. Zu wünschen wäre es dem sympathischen jungen Mittelstürmer allemal. 

INTERVIEW

Smail, wir hätten uns sehr gefreut, dich schon beim ersten Mannschaftstraining wiederzusehen. Wie geht es dir jetzt, und was sind die nächsten Schritte?

Ich wäre auch gerne dabei gewesen. Zwar habe ich alle medizinischen Tests absolviert, aber nach Rücksprache mit dem Trainer und der medizinischen Abteilung haben wir uns dazu entschlossen, noch ein oder zwei Individualtrainingseinheiten einzuschieben, bevor ich dann in den nächsten Tagen schrittweise ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Ich bin aber auf einem guten Weg, und das Gefühl ist schon richtig gut.

Deine Verletzung – ein Kreuzbandriss – kam ja nicht nur für dich zu einem wirklich ganz ungünstigen Zeitpunkt …

Ja, das kann man wohl sagen! Passiert ist es im April bei einem Liefering-Match gegen Austria Lustenau. Das war schon sehr bitter für mich, denn ich hatte mich gerade erst in der Kampfmannschaft etabliert. Ich dachte damals natürlich zuerst, dass mich diese Verletzung weit zurückwerfen würde, aber erst als ich die Situation zu akzeptieren gelernt hatte, war ich mir sicher, dass ich noch stärker zurückkommen werde.

Das freut uns zu hören! Gibt es für dich irgendwelche Lehren, die du aus deiner Zwangspause gezogen hast bzw. wie hast du die letzten Monate erlebt?

Na ja, ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass immer alles positiv war. Ich hatte schon oft auch Zweifel, war verunsichert und hatte Schmerzen, aber jetzt, wo ich die Verletzung überstanden habe, fühle ich mich tatsächlich stärker als je zuvor. Im Rehabilitationstraining arbeitet man ja mit unterschiedlichen Belastungen und lernt sehr viel über sich und seinen Körper. Außerdem glaube ich, dass man als Profi auch lernen muss, mit solchen Erfahrungen umzugehen.

Gibt es jemanden, der dich in dieser Zeit besonders unterstützt hat?

Ich hatte wirklich tolle Menschen um mich, die sich um mich gekümmert und mir Mut gegeben haben. Meine Familie natürlich, unsere Betreuer, aber auch die Mannschaft. Vor allem die routinierten Spieler wie zum Beispiel Valon, der ja eine ähnliche Verletzung hatte wie ich.

Du zählst eher zu den ruhigeren Spielern, bist auf dem Platz aber immer sehr präsent. Wer ist Smail Prevljak privat, und wie würdest du dich als Spielertyp charakterisieren?

Ich bin eigentlich immer derselbe. Ich bin eher ein zurückhaltender Charaktertyp, und auch in meiner Freizeit mag ich es eher lieber ruhiger. Ich gehe ganz gerne mal fischen, aber ansonsten haben wir ja einen ziemlich dicht gedrängten Trainingsplan und für extravagante Hobbies ohnehin keine Zeit. Auf dem Platz muss ich Präsenz zeigen und mich durchsetzen, aber man muss auch in heiklen Situationen besonnen bleiben und die Ruhe bewahren können. Das ist sicherlich eine Stärke von mir.

Vor Kurzem haben wir auch Mergim in einem Interview gefragt, wie er mit der Dreifachbelastung als Kooperationsspieler, dem Konkurrenzdruck in der Kampfmannschaft und seiner Schlüsselrolle in der Youth League umgehen wird. Du warst ja vor einem Jahr in einer ähnlichen Situation. Daher auch an dich die Frage: Wie ist es dir damals damit gegangen bzw. hast du ihm einen Tipp gegeben?

In unserer Mannschaft legt man sehr viel Wert auf die Integration neuer Spieler, und der Prozess des Ins-Team-Hineinwachsens wird uns wirklich sehr leicht gemacht. Ich glaube auch deshalb, weil wir ein sehr gutes Mannschaftsklima haben. Ich habe mich jedenfalls von Anfang an sehr gut aufgenommen gefühlt, und auch Mergim wird sich da sicher nicht schwertun. Was den Konkurrenzkampf betrifft sind wir alle gleich, daher gibt es auch keine Unstimmigkeiten im Team. Wir können jeden Tag aufs Neue den Trainer von unseren Fähigkeiten überzeugen und haben jeden Tag aufs Neue die Chance, uns für einen Einsatz zu empfehlen. Ganz egal, ob du ein Stammspieler bist oder ein Kooperationsspieler.