Rückblicke, Highlights und Meilensteine in der Tipico Bundesliga 2016/2017

Der FC Red Bull Salzburg ist der alte und neue österreichische Fußballmeister und feierte den mittlerweile vierten Titel in Folge. Doch dieser Titel ist etwas ganz Besonders, denn er war sehr hart verdient. Neben einigen Schwierigkeiten zu Beginn der Meisterschaft haben wir uns auf beeindruckende Weise zurück an die Spitze gekämpft und nebenbei auch noch den einen oder anderen Rekord geknackt.

Nach dem denkbar schlechten Start in der Tipico Bundesliga und einem durchwachsenen Liga-Herbst konnte sich unsere Mannschaft erst im zweiten Saisonviertel langsam aus der Misere kämpfen. Gründe dafür waren die kurze Vorbereitungszeit, der Kaderumbruch und die Doppelbelastung mit den internationalen Einsätzen. Nach dem Trainingslager in Dubai griffen die Roten Bullen in der Rückrunde dann aber wieder so richtig an und holten sich in der 21. Runde mit dem 2:0-Sieg über den SKN St. Pölten die Tabellenführung zurück. Am Ende der Saison konnte die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia den Vorsprung auf den Tabellenzweiten Austria Wien sogar noch auf 18 Zähler ausbauen.

Trotz der unglaublichen Aufholjagd im Frühjahr gab es aber da und dort auch Stolpersteine, denn die fünf Niederlagen, die dem FC Red Bull Salzburg in der vergangenen Saison zu Buche lagen, gingen zum Großteil auf das Konto vermeintlich leichter Gegner. Zwei Saisonniederlagen setzte es zwar gegen den SK Sturm Graz, zwei Mal hatten wir aber auch gegen den SV Mattersburg das Nachsehen sowie einmal gegen den FC Flyeralarm Admira. Ungewohnt schwer tat man sich trotz unübersehbarer spielerischer Dominanz gegen Mannschaften wie den Wolfsberger AC, SCR Altach und gegen die Rieder.

Trainer Oscar Garcia blieb vor allem ein Match in nachhaltiger Erinnerung:

Gegen Sturm Graz mit zwei Mann weniger hat meine Mannschaft eine unglaubliche Leistung gezeigt und sehr viel Moral bewiesen. Das hat mir enorm imponiert und ich war wirklich stolz auf den Kampfgeist, den die Jungs am Platz gezeigt haben. 

Unser stolzer Sportdirektor Christoph Freund brachte die besondere Bedeutung dieses Titels auf den Punkt:

Wenn man bedenkt, was wir für einen schwierigen Start in der Liga hatten, dann ist dieser Titel umso mehr wert für uns. Jetzt wird erstmal gefeiert. Es macht richtig Spaß, für diesen Verein zu arbeiten, speziell wenn man sieht, was da für tolle junge Talente nachkommen. Das hat man auch im letzten Spiel wieder gesehen.

Letzten Endes hat für Valon Berisha ein wesentliches Element den Ausschlag für den überragenden Erfolg im Frühjahr gegeben:

Dieser Titel bedeutet uns enorm viel, denn wir mussten ihn uns sehr, sehr hart erarbeiten. Aber wir haben ein sehr starkes Kollektiv in der Mannschaft und das macht uns so stark. Darauf müssen wir auch in Zukunft weiter aufbauen!

 

Meisterfeier 2017 - Die Highlights

Ehrungen und Meilensteine

Nach Jonatan Soriano und Naby Keita wurde in diesem Jahr Konrad Laimer von den Managern und Präsidenten der Tipico Bundesliga zum „besten Spieler der Saison“ gewählt. Der erst 20-jährige Mittelfeldspieler hat bereits 77 Pflichtspieleinsätze für die Roten Bullen auf dem Buckel und ist damit der jüngste Bundesliga-Spieler, der sich diesen Titel jemals sichern konnte. Mit Valon Berisha landete übrigens ein weiterer Salzburger auf dem 2. Rang. Der 24-jährige Mittelfeldspieler hat sich in seiner fünften Saison in Salzburg zum absoluten Führungsspieler entwickelt und unter anderem mit sieben Toren und acht Assists maßgeblich zum Meistertitel des FC Red Bull Salzburg beigetragen. Kapitän Alexander Walke war auch in der vergangenen Saison wieder das Maß aller Dinge im Tor und konnte den Titel als „bester Torhüter der Saison“ verteidigen.

Die Rekorde

Der FC Red Bull Salzburg erzielte in der vergangenen Saison insgesamt 81 Punkte und übertraf damit den Klubrekord aus der Saison 2013/2014 unter Trainer Roger Schmidt (80 Punkte). 47 Punkte davon wurden alleine in der Rückrunde erzielt. Damit stellten die Roten Bullen auch den vom SK Sturm Graz bisher gehaltenen Rückrunden-Rekord ein.

Damit aber noch nicht genug, denn Trainer Oscar Garcia pulverisierte mit dem 2:0-Auswärtssieg beim WAC die 100-Punkte-Marke. Lediglich 45 Spiele benötigte er, um diese neue Bestmarke aufzustellen. Roger Schmidt, der bisher diesen Rekord hielt, durchbrach die 100-Punkte-Marke in seinem 47. Spiel.

Andreas Ulmer stieg als erster Spieler in der Ära Red Bull in den Klub der 300er auf. Er feierte im Match gegen die Wiener Austria seinen 300. Pflichtspieleinsatz und krönte sein beeindruckendes Jubiläum auch gleich mit einem Tor. Mittlerweile hat er bereits 310 Matches in den Beinen und könnte in der kommenden Saison sogar die 350 anpeilen.

DIE EMOTIONALSTEN MOMENTE

Sicherlich die prägendsten Momente in der vergangenen Saison waren das knappe Ausscheiden im Champions League Play-off gegen Dinamo Zagreb und der Abschied von FC Red Bull Salzburg-Legende Jonatan Soriano, der im Winter nach China wechselte.

Besonders emotional wurde es aber heuer ganz besonders bei der Meisterfeier bzw. schon vor dem Anpfiff der 36. Runde in der Tipico Bundesliga. Weil Christian Schwegler an diesem Tag sein letztes Meisterschaftsspiel für den FC Red Bull Salzburg absolvierte, durfte er die Mannschaft als Kapitän aufs Spielfeld führen. Was der Schweizer allerdings nicht wusste, war, dass neben seiner Familie auch seine engsten Freunde in der Red Bull Arena zu Besuch waren. Sie bildeten mit den Spielern des SCR Altach eine Seite des Spaliers für den Meister und klatschten unsere Mannschaft auf dem Spielfeld ein. Unser Schwegi wusste nicht das Geringste von der großartigen Geste seiner Freunde und erkannte erst im Vorbeigehen, wer da auf dem Platz zu seinen Ehren die Garde gab. Als er seine Freunde schließlich erkannte, stand er schon in der Reihe zur Aufstellung und war sichtlich zu Tränen gerührt. Alexander Walke klopfte seinem Freund und Kollegen auf die Schulter, hatte dabei aber selbst Wasserhochstand in den Augen.

Noch bevor das Spiel gegen Altach angepfiffen wurde, bekamen Christian Schwegler und Josip Radosevic, der den FC Red Bull Salzburg ebenfalls verließ, ihren wohlverdienten Abschiedsapplaus beschert.

Aber der Abend hatte noch einige emotionale und berührende Überraschungen parat. Da Koni Laimer am 27. Mai seinen Geburtstag gefeiert hatte, stimmten unsere Fans bei der Meisterfeier beim Schloss Kleßheim ein Geburtstagsständchen für den frischgebackenen „Besten Spieler der Saison“ an.

Kein Auge trocken blieb dann aber am vermeintlichen Ende der Meisterfeierlichkeiten. Bevor die Meister-Party im Schloss Kleßheim losging und sich der Audi-Konvoi mit den Spielern und dem Meisterteller vom Stadion losbewegte, sprach Alexander Walke im Interview mit einem Statement vielen Fans aus der Seele:

Es ist für mich eine große Ehre, dass ich den Meisterteller in die Höhe halten durfte, aber EINER fehlt heute, der ebenso zu diesem Titel beigetragen hat.

Keine Frage, wer damit gemeint war. Als die Party schon fast am Ende war, überraschte die Live-Regie Fans und Spieler mit einer Videobotschaft von FC Red Bull Salzburg-Legende Jonatan Soriano aus China. Nicht nur für Alex Walke und Co. ein Gänsehautmoment, sondern auch für die Fans vor der Meisterbühne, die ihren „Kapitän der Herzen“ frenetisch bejubelten.

UNSER BILD DES JAHRES!