3. Runde UEFA CL-Qualifikation – Rückspiel | HNK Rijeka vs. FC Salzburg 0:0 (0:0)

Im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League scheiden unsere Salzburger nach einem 0:0 in Rijeka (Hinspiel 1:1) aus dem Bewerb aus. Schiedsrichter Göcek (TUR) gab bei einem regulären Treffer von Reinhold Yabo (54.) fälschlicherweise Abseits.

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Yabo (68. Haidara), Samassekou, Berisha – Minamino (81. Wolf) – Hwang, Dabbur (74. Gulbrandsen)

HNK Rijeka: Sluga – Ristovski, Zuparic, Elez, Vesovic – Bradaric, Males – Kvrzic (87. Heber dos Santos), Misic, Gorgon – Gavranovic (74. Jelic)

Gelbe Karten

Caleta-Car (7./Foul), Yabo (47./Foul), Samassekou (51./Foul), Miranda (90./Foul) bzw. Males (62./Foul), Misic (70./Foul), Bradaric (84./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Im Kampf um den Einzug ins UEFA Champions League Play-off war unsere Mannschaft im Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde auswärts beim HNK Rijeka unter Zugzwang, denn nach dem 1:1 im Hinspiel in der Red Bull Arena benötigten wir mindestens einen Treffer in der regulären Spielzeit, um die Kroaten zu biegen und den Aufstieg zu sichern. Rijeka hingegen würde ein 0:0 reichen, doch von Beginn an war klar, dass sich die Heimmannschaft vor eigenem Publikum mit einem torlosen Remis sicher nicht zufriedengeben würde.

Unsere Mannschaft hatte aber allen Grund, dem HNK Rijeka mit viel Selbstvertrauen und breiter Brust entgegenzutreten. Obwohl es in der Liga zuletzt gegen den LASK einen kleinen Dämpfer gab, hatten wir unter Trainer Marco Rose bisher dahin noch kein Pflichtspiel verloren. Vier Siege und zwei Remis bei einem Torverhältnis von 17:2 Treffern waren eine mehr als gute Ausbeute. Diese Serie wollten wir mit aller Kraft weiter fortsetzen.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren weiterhin Samuel Tetteh (Knie), Xaver Schlager, Valentino Lazaro (beide Sprunggelenk) und David Atanga (Mittelfuß). Auch Stefan Stangl, der sich im letzten Liga-Match gegen den LASK eine Muskelzerrung zugezogen hatte, fiel für das heutige Rückspiel leider noch aus, ebenso wie Marc Rzatkowski, der aufgrund muskulärer Probleme passen musste.

TAKTIK

Im 4-4-2-System mit Mittelfeld-Raute verließ sich Marco Rose auf die exakt selbe Startelf wie im Hinspiel. In der Defensive sorgten Stefan Lainer, Paulo Miranda, Duje Caleta-Car und Andreas Ulmer für Stabilität und Ruhe. Vor der Abwehr ist Youngster Diadie Samassekou aktuell gesetzt, und am rechten Flügel kam erneut Reinhold Yabo zum Einsatz bzw. auf der linken Seite Valon Berisha. Hinter dem Sturmduo mit Hee Chan Hwang und Munas Dabbur wirbelte erwartungsgemäß Takumi Minamino auf der Zehner-Position.

HNK Rijeka vs. FC Red Bull Salzburg

MATCH-ANALYSE

Beide Mannschaften starteten sehr aggressiv und druckvoll in die Partie und ließen bereits in den Anfangsminuten erahnen, dass es heute für beide Teams um sehr viel ging. Doch in der Anfangsphase zeichnete sich zunächst ein ähnliches Bild ab wie schon im Hinspiel. Sowohl Rijeka als auch unsere Salzburger wirkten zu Beginn sehr nervös und agierten in den ersten Minuten mit ungewohnt vielen hohen Bällen. Rijeka fand schneller ins Spiel und hatte schon wenige Minuten nach dem Anpfiff durch einen Eckball eine gute Chance auf einen frühen Treffer. Dario Zuparic konnte den Ball per Kopf aus kurzer Distanz zwar gut annehmen, doch das Spielgerät ging zum Glück deutlich über das Tor von Alexander Walke. Kurz darauf handelte sich Duje Caleta-Car bereits sehr früh im Spiel eine Gelbe Karte ein, weil er im Zweikampf mit Dario Zuparic etwas übermotiviert agierte und diesen unsanft von den Beinen holte. Die frühe Verwarnung gegen einen Defensiv-Spieler könnte gegen Ende des Spiels unangenehme Auswirkungen haben. 

Déjà-Vu

Die Kroaten selbst wurden im Verlauf der Partie mutiger und kamen immer wieder gefährlich in unseren Strafraum. Die einzig nennenswerte Chance in der ersten Viertelstunde hatten wir durch einen Freistoß von Reinhold Yabo, der den Ball in Nähe der rechten Cornerfahne in den 16er brachte. Dort lenkte ein Kroate die Kugel in Bedrängnis von Paulo Miranda aufs eigene Tor, aber Rijeka-Schlussmann Simon Sluga konnte das Spielgerät aus dem Gefahrenbereich befördern. In der 15. Minute fasste sich Reinhold Yabo ein Herz und zog aus gut 25 Metern wuchtig ab. Der Schuss kam gar nicht schlecht, allerdings war Goalie Sluga auf dem Posten. Sein beherzter Versucht hatte aber möglicherweise einen positiven Einfluss auf die Moral der Mannschaft, denn ab diesem Zeitpunkt konnten wir das Spiel immer besser in die gegnerische Hälfte verlagern.

Einfach mal drauf!

Dann war es Takumi Minamino, der in der 20. Minute sein Glück versuchte und einen 25-Meter-Schuss gut auf das gegnerische Tor brachte, aber auch diesmal war Sluga zur Stelle. Nach einer perfekten Spielverlagerung über Diadie Samassekou auf Stefan Lainer an der rechten Seite kam der Ball zur Mitte auf Takumi Minamino, der wiederum für Valon Berisha abtropfen ließ. Dessen Schuss (32.) aufs linke Eck ging aber leider knapp am Tor vorbei. Die beste Möglichkeit in der ersten Spielhälfte hatten wir schon kurz darauf in der 34. Minute, als Valon mit einem perfekten Solo gleich mehrere Gegenspieler stehen ließ und auf Hee Chan Hwang ablegte. Dieser wiederum bediente Stefan Lainer, der scharf zur Mitte auf Munas Dabbur abgab. Der musste die Kugel nur noch über die Linie drücken und traf auch in die Maschen, beim Zuspiel war er aber einen Hauch zu weit vorne. Der Linienrichter entschied leider zu Recht auf Abseits. Somit ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

… und wieder Abseits

Nach Wiederanpfiff dauerte es nicht lange, bis Rijeka ihrerseits ein Déjà-vu hatte, denn wie schon im ersten Aufeinandertreffen kamen unsere Salzburger mit mehr Elan und deutlich mehr Selbstvertrauen zurück, und das machte sich von der ersten Sekunde an auch auf dem Platz bemerkbar. Nach einer tollen Kombination über Dabbur und Berisha kam der Ball zu Takumi Minamino, der auf Reinhold Yabo verlängerte. Reinhold Yabo traf aus kurzer Distanz und völlig regulär, doch das sah der Schiedsrichter anders und erkannte den Treffer des Deutschen nicht an. Erneut ein bitterer Moment für unsere Jungs, die aber weiter mutig nach vorne spielten, denn mittlerweile wurde es auch ein Wettlauf gegen die Zeit.

Bittere Momente

Unsere Mannschaft machte Druck und attackierte den Gegner früh in dessen eigener Hälfte, denn es stand viel auf dem Spiel. Aber es fehlte immer wieder das Quäntchen Glück. So auch in der 80. Minute, als die Zeit schon unerbittlich gegen uns lief.  Valon Berisha holte knapp außerhalb des 16ers einen Freistoß für uns heraus, führte auch selbst aus, konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Auch der zuvor eingewechselte Amadou Haidara konnte im Nachschuss nicht mehr verwerten. In der 85. Minute zirkelte Valon Berisha einen Eckball von rechts gut zur Mitte, wo Duje Caleta-Car per Kopfball die Kugel traf, aber leider das Tor knapp verfehlte. Auch die fünf Minuten Nachspielzeit aufgrund der vielen Spielunterbrechungen in der zweiten Hälfte konnten am Ergebnis nichts mehr ändern. Rijeka schaffte den Einzug ins Champions League-Play-off. Unsere Salzburger schieden nicht zuletzt wegen eines nicht gegebenen regulären Tores aus dem Bewerb aus und steigen nun ins Play-off der Europa League ein. Ein bitterer Moment für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans! 

STATEMENTS

Marco Rose:

Das ist ein ganz bitterer Moment für uns, denn ich bin überzeugt davon, dass wir heute die bessere Mannschaft waren und es verdient hätten, weiterzukommen. Die Jungs haben alles gegeben, alles reingehauen und wurden nicht belohnt. Aber wir haben keine Zeit, dieser Chance nachzutrauern, sondern müssen nach vorne sehen.

Andreas Ulmer:

Wir sind natürlich sehr enttäuscht, denn vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt und hatten einige gute Chancen auf einen Torerfolg. Mehr bleibt in dieser Situation nicht mehr zu sagen, denn wir haben alles gegeben, die Chancen waren da, alles andere konnten wir nicht beeinflussen.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Am kommenden Samstag, den 5. August 2017 treffen wir um 18:30 Uhr im nächsten Bundesliga-Heimspiel auf den FC Flyeralarm Admira. Bei den Südstädtern hat der Abgang von Topstürmer Christoph Monschein für viel Unruhe im Verein gesorgt, doch wichtige Schlüsselspieler wie beispielsweise Markus Wostry, Maximilian Sax, Srdjan Spiridonovic, Lukas Grozurek, Dominik Starkl und Daniel Toth sind der Admira erhalten geblieben. Nach einem bitteren 0:3 beim Aufsteiger LASK konnte die Mannschaft von Damir Buric aber zuletzt mit einem 4:1-Heimsieg über Altach wieder auf die Siegerstraße zurückfinden. Nicht nur deshalb sind die Niederösterreicher auch diesmal wieder ein besonders unberechenbarer Gegner.