UEFA Europa League-Gruppenphase | Vitoria SC vs. FC Salzburg 1:1 (1:1). Tore: Pedrao (25.) bzw. Berisha (45.)

Im ersten Spiel der Gruppenphase trennten sich der FC Salzburg und Vitoria SC in Guimaraes heute mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden. Nachdem Vitoria in der 25. Minute durch Kapitän Pedrao in Führung gegangen war, konnte Valon Berisha kurz vor Ende der ersten Halbzeit den Ausgleich für Salzburg erzielen. #UnserBewerb

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Haidara (86. Schlager), Samassekou, Berisha  – Wolf (84. Leitgeb) – Gulbrandsen (65. Daka), Dabbur

Vitoria SC: Douglas – Victor-Garcia, Jubal, Pedrao, Konan – Celis, Wakaso (78. Miranda), Hurtado (57. Kiko) – Lucumi (66. Heldon), Torres, Belolli

GElbe Karte

Leitgeb (90./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Im ersten Spiel der Gruppenphase zur UEFA Europa League trafen wir heute in Guimaraes auf den portugiesischen Top-Klub Vitoria SC. Eine Mannschaft, die zum einen nicht nur sehr viel individuelle Qualität besitzt, sondern auch im Kollektiv sehr gut funktioniert. Zum anderen zählt Trainer Pedro Martins zu den besten Trainern des Landes und hat mit Maritimo bzw. zuletzt Rio Ave bereits zwei portugiesische Klubs erfolgreich in die Gruppenphase der UEFA Europa League geführt. Vitoria SC gilt aktuell eher als verwundbar, da man in der heimischen Liga derzeit hinter den Erwartungen liegt und in bisher fünf gespielten Runden nach zwei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage derzeit nur im Mittelfeld der Tabelle zu finden ist (7 Punkte). Auf internationaler Ebene warten die Vitoria-Fans bereits seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg. Unsere Roten Bullen sind hingegen seit mittlerweile neun internationalen Begegnungen ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es für unsere Mannschaft vor knapp elf Monaten (20. Oktober 2016) zu Hause gegen OGC Nice (0:1). Da aber die Mannschaft von Trainer Marco Rose zuletzt enorm ersatzgeschwächt war, wollte sich unser Chef-Coach im Vorfeld nicht die Favoritenrolle zuschieben lassen.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Samuel Tetteh (Knie), Stefan Stangl (Oberschenkel), Takumi Minamino (Knie), Reinhold Yabo (Jochbein), Marin Pongracic (Adduktoren) und Marc Rzatkowski (Zehe).

Der Einsatz von Andreas Ulmer (Gehirnerschütterung) und Abwehrchef Paulo Miranda (Knie) war bis gestern noch fraglich, zum Glück konnten beide Stammspieler aber für dieses wichtige erste Gruppenspiel noch fit werden.

TAKTIK

Marco Rose konnte sich heute demnach auf seine erfahrenste Viererkette verlassen, und das war in Hinblick auf dieses wichtige Spiel eine große Erleichterung. Die Aufgabe, den Gegner heute nicht zu Torchancen kommen zu lassen, ruhte auf den Schultern von Stefan Lainer, Paulo Miranda, Duje Caleta-Car und Andreas Ulmer. Im Mittelfeld kamen wenig überraschend Amadou Haidara, Diadie Samassekou und Valon Berisha zum Einsatz ebenso wie Hannes Wolf als Zehner hinter dem Sturm-Duo Munas Dabbur und Fredrik Gulbrandsen.

MATCH-ANALYSE

Gegen die körperlich sehr starken Portugiesen konnten unsere Jungs von Beginn weg gut mithalten und gaben in den Anfangsminuten zuweilen auch den Ton an. Immer wieder gelang es uns, den Gegner in der eigenen Hälfte zu stören, aber zu viele Ballverluste sorgten dafür, dass noch kein richtiger Spielfluss aufkommen konnte.

Wir gewinnen Luft

Nach dem ersten Beschnuppern entwickelte sich eine flüssige, temporeiche Partie, und nach zehn Minuten konnten wir Vitoria nach und nach gut in die eigene Hälfte zurückdrängen. Unsere Mannschaft wirkte sehr konzentriert und ließ den Ball gut laufen. Das Team von Top-Trainer Pedro Martins schien gegen das Tempo und den Power-Fußball unserer Jungs zunächst nur wenig Mittel zu finden. Szenenapplaus gab es von den Vitoria-Fans, die bis dato noch nicht viel von ihren Spielern gesehen hatten, aber sogar für Halbchancen. Die erste gute Tormöglichkeit hatte Vitoria dann nach gut einer Viertelstunde nach einem schnellen Konter über Raphael Belolli, der über rechts nach innen zog und an der Strafraumgrenze zum Abschluss kam. Er traf die Kugel zum Glück aber nicht ideal, und der Ball ging links am Tor vorbei.

Jetzt kommt Fahrt auf

Gegen die tiefstehenden Portugiesen, die sich bei Ballbesitz unserer Mannschaft weit zurückzogen und die Räume so eng wie möglich machten, hatten wir es schwer, zu echten Torchancen zu kommen. In der 20. Minute konnten wir einen groben Abspielfehler in der Vitoria-Abwehr zum Gegenangriff nutzen. Fredrik Gulbrandsen schnappte sich die Kugel und spielte auf Munas Dabbur ab, der im 16er aber etwas zu lange zögerte. Valon Berisha versuchte mit dem Schuss aus dem Rückraum die verpasste Chance zu retten. Gulbrandsen war zur Stelle und konnte noch eingreifen, brachte die Kugel aber nicht aufs Tor.

Die Gastgeber machen ihrem Namen alle Ehre

Die „Conquistadores“ – wie die Heimmannschaft von ihren Fans genannt wird – wurden dann aber doch noch ihrem Namen gerecht und kamen aus der Deckung. Bei einem Freistoß (20.) für die Portugiesen wurde Kapitän Pedrao ausgerechnet von Abwehrchef Paulo Miranda sträflich allein gelassen, schraubte sich in die Höhe und köpfte platziert und unhaltbar für Alexander Walke zum 1:0 ein. Bis zum Gegentreffer waren unsere Jungs eigentlich die spielbestimmende Mannschaft, hatten – so schien es – alles im Griff, konnten ihre Angriffe jedoch nicht konsequent zu Ende spielen. Das sollte sich aber vor Ende der ersten Halbzeit noch ändern. Kurz vor dem Pausenpfiff spielte Diadie Samassekou einen traumhaften Heber in den Lauf von Valon Berisha, der im Rutschen die Kugel am Goalie vorbei zum 1:1 ins Tor beförderte.

Mit Elan aus der Kabine

Sofort nach Wiederanpfiff suchte die Rose-Elf  den Zug zum Tor und kam auch gleich zu einer Topchance. Dank eines tollen Angriffspressings eroberten sich unsere Jungs in der gegnerischen Hälfte das Spielgerät. Amadou Haidara spielte anschließend einen mustergültigen Pass auf Fredrik Gulbrandsen, der an der Strafraumgrenze in Bedrängnis dennoch zum Abschluss kam. Die Kugel verfehlte das Ziel nur wenige Zentimeter und ging am langen Pfosten vorbei. Durch unseren Blitzstart wurde Vitoria aber wachgerüttelt und versuchte, das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen. Wirklich torgefährlich wurde Vitoria aber, wie auch in der ersten Halbzeit, bevorzugt durch Standards. Nach einem weiteren Eckball in der 57. Minute kam Sebastian Lucumi auf Umwegen im 16er zum Schuss, der aber gerade noch geblockt werden konnte. Zum Glück, denn bei einem Schuss aus dieser Distanz und diesem Winkel wäre Walke nicht mehr drangekommen. 

Zentimeter um Zentimeter

Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf um jeden Zentimeter auf dem Spielfeld, bei dem es kein Durchkommen zu geben schien. Wie etwa, als Amadou Haidara mit dem Pass in die Mitte, anstatt auf den Flügel zu Stefan Lainer, versuchte, einen Angriff einzuleiten. Munas Dabbur hatte auf engstem Raum dann aber keine Chance, die Kugel zu kontrollieren und musste den Ball ziehen lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt war den Fans in Portugal bereits klar, dass der Kampf um den Sieg heute noch ein erbitterter sein würde. Immer wieder versuchten wir, den Abwehrriegel der Conquistadores mit kreativen Lösungen zu durchbrechen, doch der Gegner blieb standhaft.

Als ginge es um die Weltherrschaft

Pedro Martin hatte bis zur Schlussviertelstunde schon sein gesamtes Wechselkontingent ausgeschöpft, und seine Mannschaft wirkte etwas frischer, hatte aber dennoch Mühe, die Offensivbemühungen unserer Jungs zu unterbinden. Mit einem Unentschieden wollte sich heute keine der beiden Mannschaften zufriedengeben. Entsetzte Schreie hallten durch das Estadio Dom Afonso Henriques, als Stefan Lainer den Ball tief in der gegnerischen Hälfte abfing, mit einem wuchtigen Pass den mitgelaufenen Hannes Wolf optimal bediente und dieser völlig unbedrängt abschließen konnte, doch leider setzte er die Kugel haarscharf neben das Tor. Beide Mannschaften drückten unerbittlich auf die Führung. Ein nicht gegebener Elfmeter, bei dem Patson Daka von Rafael Miranda im 16er zu Fall gebracht wurde, war da fast nur noch Nebensache, denn auf dem Spielfeld brannte es lichterloh. Eine Heldentat von Paulo Miranda verhinderte in der Nachspielzeit eine mögliche Führung für die Heimmannschaft, als er sich bei einem gefährlichen Schuss von Vitoria mit einem Hechtsprung in die Flugbahn des Balles warf. Nach dem Schlusspfiff wurde erst deutlich, wie körperlich anstrengend die Partie für beide Mannschaften gewesen sein musste, denn die Erschöpfung war den Spielern in den Gesichtern förmlich anzusehen. Mit der heute gezeigten Leistung haben wir uns zum Auftakt der Gruppenphase schon sehr gut präsentiert, bevor es am Donnerstag in zwei Wochen, am 28. September 2017, in der Red Bull Arena gegen den französischen Top-Klub Olympique de Marseille ähnlich hart zur Sache gehen wird. 
 

STATEMENTS

Marco Rose:

Es ist weder ein gewonnener Punkt, noch sind es zwei verlorene, es ist, wie es ist. Natürlich merkt man jetzt an der Stimmung der Mannschaft in der Kabine, dass sie sich einen Sieg gewünscht haben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft, und es ist uns heute ein guter Start in den Bewerb gelungen. Mir hat gefallen, wie wir ins Spiel reingekommen sind, wie wir versucht haben, Lösungen auf dem Platz zu finden und die Herausforderung insgesamt angenommen haben. Speziell in Hinblick auf Kontervermeidung und fleißiges Zurücklaufen haben wir das heute gegenüber dem Rapid-Spiel am vergangenen Sonntag schon sehr viel besser gemacht.  

Valon Berisha:

Klar sind wir enttäuscht, dass es heute nicht für einen Sieg gereicht hat. Wir haben uns ganz gut verkauft und hart gekämpft. Es wäre heute mehr drin gewesen. Aber auch Vitoria hatte gute Chancen, deshalb müssen wir uns mit dem Unentschieden auch zufriedengeben.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!