Andre Ramalho im Interview nach seinem 100. Pflichtspiel für uns

Vieles drehte sich seit seiner Rückkehr um ihn: Andre Ramalho. Die Schlagzeilen rund um seine Person bestimmten vor seinem ersten Pflichtspiel die Medien, und sein Traum-Comeback sorgte dafür, dass sich dies nicht änderTE. „Heimkehrer Ramalho auf Wolke sieben“, „Das kitschige Comeback des Andre Ramalho“, „Heimkehrer hatte ein Geschenk dabei“ titelte Die PRESSE NACH DEM LAST-Minute-SIEG gegen die Admira.

Drei Tage später, in denen die Geschehnisse verarbeitet werden konnten, haben wir Andre anlässlich seines 100. Pflichtspiels für uns zu einem kurzen Interview gebeten.

Andre, herzlich willkommen im Club der 100er. Wie ist das Gefühl, nun 100 Pflichtspiele für uns absolviert zu haben?

Ich freue mich einfach, dass ich so schnell wieder angekommen bin und dass ich dem Verein, dem ich viel zu verdanken habe, etwas zurückgeben kann. Die letzten Monate waren nicht ganz so einfach, und daher bin ich umso glücklicher, dass es gleich so gut gelaufen ist. Im ersten Einsatz will man einfach ein gutes Spiel machen und als Sieger vom Platz gehen, aber dass ich dann in letzter Sekunde den Siegtreffer mache, das konnte ich mir nie ausdenken und das ist schon ganz besonders.

Würdest du die Partie als dein Highlight dieser 100. Pflichtspiele bezeichnen?

Sie gehört auf jeden Fall zu den bisherigen Highlights. Aber es waren noch einige andere tolle Spiele dabei. Das Europa League-Sechzehntelfinale gegen Ajax werde ich zum Beispiel nie vergessen. Dass wir in Amsterdam 3:0 gewinnen konnten und ein Wahnsinnsspiel gemacht haben, bleibt mir für immer in Erinnerung. Aber auch das Aufeinandertreffen mit Fenerbahce fällt mir da sofort ein. Ein paar Wochen davor habe ich in der Regionalliga West noch vor 300 Leuten gespielt und plötzlich stand ich vor ausverkauftem Haus in der Red Bull Arena in einem so wichtigen Qualifikationsspiel auf dem Feld.

Wenn du dich mit dem Andre Ramalho, der 2013 vom FC Liefering gekommen ist, vergleichst – inwiefern, würdest du sagen, hast du dich persönlich und fußballerisch weiterentwickelt?

Persönlich habe ich mich sicher enorm entwickelt. Heute bin ich verheiratet, wodurch sich mein Privatleben verändert hat. Was das Fußballerische angeht, war ich 2013 natürlich noch nicht so erfahren. Zu dem Zeitpunkt war das größte Spiel für mich die Relegation gegen LASK Linz, als wir mit dem FC Liefering den Aufstieg geschafft haben. Das ist natürlich nicht vergleichbar mit den vorhin genannten Duellen gegen Ajax oder Fenerbahce.

Du betonst immer, wie wohl du dich fühlst, wieder zurück zu sein. Hat dich irgendetwas überrascht nach deiner Rückkehr?

Wie ich von der Mannschaft aufgenommen wurde, das war schon unglaublich. Schon nach einer Woche habe ich mich perfekt eingelebt. Es ist wirklich so, dass ich das Gefühl habe, als ob ich nie weg gewesen wäre. Ich habe den Eindruck, dass mich die Leute hier mögen, und dieses Gefühl macht total viel aus. Also das hat mich ein Stück weit schon auch überrascht, wie schnell es gegangen ist, dass ich mich wieder wie zu Hause fühle.

Wie ist generell dein Eindruck von unserer aktuellen Mannschaft?

Manche Spieler sind so jung, wirken aber, als ob sie schon älter wären. Sie sind sehr intelligent und fußballerisch schon so weit. Klar, am Wochenende war es sicher nicht unser bestes Spiel, aber ich denke mir manchmal schon: „Mensch, das macht er sehr, sehr gut.“ Also, obwohl wir ein solch junges Team haben, merkt man schon, dass wir sehr viel Qualität in unseren Reihen haben. Und charakterlich sind sowieso alle absolut top.

Abschließend noch eine Frage, die du öfter hörst. Wo spielst du am liebsten?

Ich spiele gerne auf dem Platz (lacht). Die Sechserposition macht mir schon sehr viel Spaß, aber grundsätzlich kenne ich die Innenverteidigerposition besser, da ich diese schon öfter bekleidet habe. Beide Positionen gefallen mir sehr. Ich will dort spielen, wo ich der Mannschaft am besten helfen kann.

Vielen Dank, Andre! Wir freuen uns auf viele weitere Spiele von dir im Dress der Roten Bullen.