UEFA Europa League-Gruppenphase | Konyaspor vs. FC Salzburg 0:2 (0:1); Tore: Gulbrandsen (5.), Dabbur (80.)

Im dritten Spiel der UEFA Europa League-Gruppenphase gewinnt der FC Salzburg auswärts beim türkischen Cup-Sieger Konyaspor mit 2:0 nach Toren von Fredrik Gulbrandsen (5.) und Munas Dabbur (80.). Die Salzburger bleiben in der Gruppe I mit sieben Punkten weiterhin ungeschlagen und führen vor Olympique de Marseille – das bei Vitoria Guimaraes heute mit 2:1 gewinnen konnte – weiterhin die Tabelle an.

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Haidara (78. Minamino), Samassekou, Berisha  – Wolf (71. Schlager) – Gulbrandsen (88. Rzatkowski), Dabbur

Konyaspor: Kirintili – Skubic, Turan, Filipovic, Öztorun – Bourabia, Jonsson (71. Camdali) – Ali Sahiner, Milosevic, Fofana (76. Ezekiel) – Friday (62. Araz)

GELBE KARTEN

Lainer (56./Foul) bzw. Jonsson (53./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Am 2. Spieltag der UEFA Europa League konnte Konyaspor einen 2:1-Heimsieg gegen den SC Vitoria Guimaraes feiern. Somit liegt das Team von Mustafa Resit Akcay in der Gruppe I hinter uns auf dem zweiten Tabellenplatz. In der türkischen Süper Lig läuft es für unseren heutigen Gegner nicht besonders rund. So konnte man aus den letzten acht Spielen nur sieben Punkte holen und liegt – deutlich hinter den eigenen Erwartungen – in der Meisterschaft derzeit nur auf dem 15. Rang. Umso dringender benötigen die Türken ein Erfolgserlebnis – und gerade das macht sie so brandgefährlich für uns.

Für Konyaspor, das sich in der letzten Saison mit dem Cup-Sieg für die UEFA Europa League qualifizieren konnte, ist das Duell mit unseren Salzburgern das erste Aufeinandertreffen mit einem Fußballklub aus Österreich.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Patson Daka (Knöchel) und Hee Chan Hwang (Oberschenkel). Stefan Stangl, Marin Pongracic und Reinhold Yabo befinden sich nach langen Verletzungspausen erst im Aufbautraining.

Statt Cican Stankovic saß heute Carlos Miguel Coronel als Ersatz-Tormann auf der Bank.

TAKTIK

Trainer Marco Rose hatte seine Mannschaft heute auf einen harten Kampf auf dem Platz eingestellt. Auch auf den Rängen des Büyüksehir Belediyesi Stadyumu – der Heimstätte von Konyaspor – erwartete unsere Mannschaft ein wahrer „Hexenkessel“. Kein Wunder also, dass unser Cheftrainer diesmal wieder auf seine erfahrenste Stammelf vertraute. Mit Takumi Minamino, Xaver Schlager und Christoph Leitgeb hatten wir aber ordentlich Munition auf der Ersatzbank in petto. 

MATCH-ANALYSE

In einer insgesamt sehr flotten, intensiven und sehr interessanten Anfangsphase zog unsere Mannschaft von Beginn an ihr typisches Spiel auf. Mit energischem und aggressivem Pressing suchte die Rose-Elf immer wieder ohne Umwege den Weg in die Richtung des gegnerischen Tores. Die Türken hingegen agierten in Ballbesitz sehr kontrolliert und ließen sich das Spiel zunächst nicht so leicht aus der Hand nehmen.

ALLE KRAFT VORAUS

In den ersten Spielminuten zeichnete sich schon ab, dass das Tempo von unseren Jungs sehr hoch gehalten wurde und Konyaspor damit in weiterer Folge Probleme bekommen könnte. Die Bissigkeit und Hartnäckigkeit unserer Mannschaft sollte schon bald Früchte tragen. Nach einer kurz abgespielten Ecke brachte Andreas Ulmer die Kugel flach in den 5er. Munas Dabbur ließ den Ball durch auf Fredrik Gulbrandsen, der das Geschenk seines Sturmpartners dankend annahm und unhaltbar für Konyaspor-Goalie Kirintili zum 1:0 einnetzte (5.). Den Schock über den frühen Gegentreffer hatte Konyaspor aber schnell überwunden. In der 14. Minute eroberte Ömer Ali Sahiner an unserer Strafraumgrenze den Ball, suchte umgehend den Abschluss und hätte um ein Haar auch getroffen. Zum Glück senkte sich der Ball aber nicht schnell genug und ging knapp über die Querlatte.

AUSGEGLICHENE PARTIE

Die Türken wirkten nicht sehr lauffreudig, konnten aber dennoch immer wieder über die Seiten sehr effizient nach vorne kommen. Unsere Hintermannschaft stand zwar sicher und ließ Konyaspor meist nur wenig Raum für gefährliche Offensivaktionen, allerdings wollte Trainer Marco Rose speziell in dieser Phase des Spiels seine Defensive hinten etwas breiter aufgestellt sehen. Er warnte gestikulierend von der Coaching-Zone aus immer wieder vor den gefährlichen Flügelspielern des Gegners. Ab der 30. Minute waren die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Mannschaften sehr ausgeglichen. In der 32. Minute servierte Stefan Lainer mit viel Übersicht auf Munas Dabbur in der Mitte. Zu zentral aufs Tor wurde sein Schuss von Kirintili leider abgeblockt. Die Schlussphase in der ersten Spielhälfte hatte keine nennenswerten Aktionen mehr zu bieten und so ging es mit einer verdienten 1:0-Führung für die Salzburger in die Halbzeitpause.

MUNTER WEITER

Nach Wiederanpfiff war zunächst Konyaspor tonangebend und versuchte den ersten Angriff über Ali Sahiner, der Ulmer am rechten Flügel stehen ließ und den Ball in die Mitte zu Friday brachte. Dieser traf den Ball jedoch nicht richtig und somit blieb es beim Versuch. Der erste nennenswerte Angriff auf unserer Seite wurde eingeleitet von Stefan Lainer, der Munas Dabbur eine „Maßflanke“ zur Mitte servierte. Der Israeli versuchte es mit einem Seitfallzieher, traf den Ball aber leider nicht gut und somit entstand keine große Gefahr vor dem Tor von Kirintili. In der 60. Minute ließ Fredrik Gulbrandsen auf der rechten Seite gleich zwei Gegenspieler stehen und spielte den Ball auf Valon Berisha ab, dessen Schuss ging aber leider klar über das Tor.

MIT „JOKERS“ HILFE

Als der Partie allmählich die Luft auszugehen drohte, brachte Marco Rose neue Kräfte ins Spiel. Xaver Schlager ersetzte zunächst Hannes Wolf auf der Zehnerposition und sollte für mehr Nachdruck für das Spiel über die Mitte nach vorne sorgen. Wenig später kam unser Parade-Joker Takumi Minamino für Amadou Haidara ins Spiel und übernahm dessen Position auf der rechten Seite im zentralen Mittelfeld. Keine fünf Minuten auf dem Feld sorgte er gleich für ein grenzgeniales Zuspiel, das zum vorentscheidenden 2:0 in dieser Partie führte. Nach einem langen Abschlag von Alexander Walke sah es zunächst danach aus, als wäre die Situation vorbei, denn Kirintili hatte den Ball im eigenen Strafraum schon am Fuß. Doch Takumi Minamino setzte den Goalie gekonnt unter Druck, luchste ihm die Kugel ab und brachte sie uneigennützig zu Munas Dabbur, der ungehindert ins leere Tor einschießen konnte. Einige türkische Fans räumten die Ränge, noch bevor die Partie zu Ende war, denn das Spiel war bereits entschieden. Das verriet auch die Körpersprache des Gegners, der nur mehr das Notwendigste aufbrachte, um nicht noch ein Gegentor zu kassieren. Die Mannschaft von Marco Rose blieb erneut ungeschlagen und festigte mit dem heutigen Sieg die Tabellenführung in der Gruppe I. Eine großartige Leistung unserer Jungs, die heute gegen einen sehr unberechenbaren Gegner über weite Strecken spielbestimmend waren. Auch ein Eintrag für die Fußball-Geschichtsbücher, denn seit 35 Jahren ist es keiner österreichischen Mannschaft mehr gelungen, in einem Europapokalspiel in der Türkei einen Sieg zu feiern.
 

STATEMENTS

Marco Rose:

Mit der Art und Weise, wie meine Mannschaft heute aufgetreten ist, bin ich sehr zufrieden. Wir wollten bei dieser Party mit dabei sein und haben das Beste daraus gemacht, sind aktiv gewesen und aggressiv nach vorne gegangen. Der Gegner hat Qualität – das wussten wir vorher schon –, aber wir sind trotzdem früh verdient in Führung gegangen. Später waren wir hinten etwas löchrig, wodurch der Gegner noch mal etwas aufgekommen ist. Wir haben dann auf 4-4-2-flach umgestellt und mit dem 2:0 dann den Deckel draufgemacht. 

Andreas Ulmer:

Wir sind sehr zufrieden mit unserer heutigen Leistung und natürlich auch mit dem Sieg. Mit der ersten guten Aktion sind wir gleich in Führung gegangen, und damit ist uns ein überragender Start gelungen. Wir hatten gute Ballgewinne und hätten sicher noch das eine oder andere Tor erzielen können. In den nächsten drei Spielen sind noch viele wichtige Punkte für uns drinnen, damit wir in der Gruppe eine gute Platzierung machen können.

Vorschau

Zurück auf heimischem Boden geht es auf nationaler Ebene dann in Maria Enzersdorf gegen Ligakonkurrent Admira (22. Oktober 2017, 14:00 Uhr) und danach in der dritten UNIQA ÖFB Cup-Runde noch in die Steiermark zum TuS Bad Gleichenberg (25. Oktober 2017, 19:00 Uhr).