UEFA Europa League-Gruppenphase | FC Salzburg vs. Olympique de Marseille 1:0 (0:0). Tor: Dabbur (73.)

Im zweiten Spiel der UEFA Europa League-Gruppenphase konnten wir vom Favoriten Olympique de Marseille mit einem 1:0-Sieg, durch einen Treffer von Munas Dabbur, die Tabellenführung in der Gruppe I erobern.

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Haidara, Samassekou, Berisha  – Schlager (59. Atanga) – Wolf, Dabbur

Olympique de Marseille: Pele – Evra, Rolando, Rami (75. Njie), Kamara – Sanson, Luiz Gustavo (76. Zambo Anguissa), Lopez (79. Mitroglou) – Thauvin, Germain, Sarr

GElbe KarteN

Caleta-Car  (84./Unsportlichkeit) bzw. Zambo Anguissa (78./Foul), Kamara (89./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Im zweiten Spiel der UEFA Europa League-Gruppenphase treffen wir im ersten EL-Heimspiel auf den französischen Topklub Olympique de Marseille. Das erste Duell gegen Konyaspor haben die Franzosen ohne großen Aufwand für sich entscheiden können und führen in der Gruppe I nun mit zwei Punkten Vorsprung vor unseren Salzburgern und Vitoria SC. Die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia besitzt sehr viel individuelle Qualität und hat darüber hinaus auch einige absolute Topstars in ihren Reihen. Die bekanntesten Namen sind wohl Patrice Evra, Kapitän Dimitri Payet und Luiz Gustavo, die neben ihrem Topstar-Status auch noch jede Menge internationale Erfahrung mitbringen. Ganz im Gegenteil zur jungen Mannschaft von Trainer Marco Rose, der aufgrund vieler verletzungsbedingter Ausfälle in dieser wichtigen Begegnung auf einige seiner besten Spieler verzichten muss.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Samuel Tetteh (Knie), Stefan Stangl (Oberschenkel), Takumi Minamino (Knie), Reinhold Yabo (Jochbein), Marin Pongracic (Adduktoren), Hee Chan Hwang (Oberschenkel) und Marc Rzatkowski (Zehe).

Besonders bitter waren die zusätzlichen Ausfälle von Fredrik Gulbrandsen (grippaler Infekt), Christoph Leitgeb (Schlag aufs Knie) und Patson Daka (Knöchelbeschwerden).

TAKTIK

Die prekäre personelle Situation zwang Trainer Marco Rose erneut zu einigen taktischen Änderungen. Hannes Wolf wurde von seiner etatmäßigen Position abgezogen und kam an der Seite von Munas Dabbur im Sturm zum Einsatz. Xaver Schlager übernahm stattdessen die Zehnerposition. In der Defensive konnten wir zum Glück auf unsere bewährte Vierer-Abwehrkette und Youngster Diadie Samassekou als alleiniger Sechser vertrauen. Interessant war aber auch der Blick auf die Ersatzbank, denn dort blieb mangels Alternativen ein Plätzchen frei. Das Auswechselkontingent war mit den drei Verteidigern Jerome Onguene, Patrick Farkas und Luca Meisl  bzw. David Atanga als einzigem Stürmer mehr als überschaubar.

FC Salzburg vs. Olympique Marseille

MATCH-ANALYSE

Olympique de Marseille-Trainer Rudi Garcia setzte auf sein bevorzugtes und sehr offensives 4-3-3-System, bot im Sturm mit Florian Thauvin, Valere Germain und Bouna Sarr alles auf, was Rang und Namen hat, und bewies damit, dass er unsere Mannschaft unter gar keinen Umständen unterschätzen würde. Unsere Salzburger waren zwar ersatzgeschwächt, aber keinesfalls zahnlos. Im Gegenteil: Youngster Amadou Haidara stellte sich mit dem ersten Vorstoß gleich zu Beginn beim heutigen Kapitän Patrice Evra vor, weshalb sich Schiedsrichter Ivan Bebek dazu veranlasst sah, sofort einzuschreiten. Insgesamt wirkten beide Mannschaften aber in den Anfangsminuten sehr kontrolliert und tasteten sich eher zurückhaltend ab. Die Partie spielte sich zunächst hauptsächlich im Mittelfeld ab, während zwingende Strafraumszenen vorläufig Mangelware blieben.

Nach gut einer Viertelstunde kamen aber beide Teams aus ihrer Deckung. Unser erster nennenswerter Angriff wurde über Valon Berisha eingeleitet, der Hannes Wolf in den gegnerischen Strafraum vordringen sah und ihm ein perfektes Zuspiel servierte. Allerdings zögerte dieser im Abschluss etwas zu lange und ließ sich den Ball von Morgan Sanson abknöpfen. Im Gegenzug starteten die Franzosen einen Angriff über rechts. Den gefährlichen Querpass zur Mitte konnte Paulo Miranda jedoch zwischen den Beinen seines Gegenspielers abfangen.

AUF DER LINIE

Die besten Chancen auf den so dringend benötigten Führungstreffer ergaben sich für uns dann binnen weniger Minuten. Nach einem Foul von Patrice Evra an Diadie Samassekou bekamen wir einen Freistoß zugesprochen. Diesen führte Valon Berishaaus und zielte dabei auf den zweiten Pfosten, wo Paulo Miranda zum Flugkopfball ansetzte. Goalie Yohann Pele lenkte den Aufsetzer aber mit tollem Reflex über das Tor. Der nachfolgende Corner brachte leider nichts ein. Kurz darauf kam Pele bei einem Angriff unserer Jungs etwas zu weit aus dem Tor. An der linken Strafraumlinie sprang ihm der Ball vom Fuß und landete genau bei Munas Dabbur. Der Israeli wurde beim anschließenden Schuss aber im letzten Moment gestört und traf den Ball so leider nicht richtig. Das Spielgerät rollte wie in Zeitlupe Richtung leeres Tor, doch Adil Rami konnte gerade noch vor der Torlinie klären.

Spätestens ab diesem Moment war auch dem Gegner klar, dass dieses Spiel hier und heute nicht leicht zu gewinnen sein würde. Die Partie wurde zwar immer schneller, aber die besseren Chancen bis zum Pausenpfiff erspielten sich unsere Jungs. Olympique wirkte, was die eigenen Offensivbemühungen betraf, nicht so zwingend wie unsere Salzburger. Während Kapitän Alexander Walke bis zum Ende der ersten Spielhälfte nicht ein einziges Mal wirklich gefordert war, musste Marseille-Goalie Pele schon zweimal in höchster Not eingreifen.

Mit Volldampf zurück

Was auch immer Trainer Marco Rose in der Kabine zu seiner Mannschaft gesagt haben muss, zeigte schon zu Beginn der zweiten Hälfte eine positive Wirkung. Der Gruppenfavorit aus Frankreich wirkte immer farbloser, konnte kaum nennenswerte Akzente nach vorne setzen und wurde von unseren Salzburgern in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Aber auch gerade einer so hochklassigen Mannschaft wie Olympique genügt eine Chance im Spiel, um ein Tor zu erzielen, das wusste auch Trainer Marco Rose und opferte seinen tapferen Kämpfer Xaver Schlager für den einzigen übrig gebliebenen Stürmer auf der Bank. Mit David Atanga kam zwar mehr Schwung in die Offensive, aber leider noch immer zu wenig Zwingendes und Zählbares.

Entfesselt

Ausgerechnet in einem Moment, als sich die Franzosen langsam wieder ins Spiel zurückkämpften, konnte Munas Dabbur endlich, endlich, ENDLICH den so dringend benötigten Treffer zum 1:0 erzielen. Nach einem Lochpass von Haidara auf Lainer legte dieser quer auf den frei stehenden Dabbur in der Mitte ab. Der Israeli musste nur mehr das Bein hinhalten und trocken einschießen. Ab diesem Zeitpunkt waren wir wie entfesselt. Mehr denn je zeigte unsere Mannschaft, dass sie den Sieg mehr wollte als der Gegner. Die Franzosen wurden überhaupt nur noch über Standards gefährlich, doch genau das machte sie auch so unberechenbar.

Wie die Jungbullen

Als hätten unsere Jungs sich unsere erfolgreiche Youth League-Mannschaft zum Vorbild genommen, die vorgestern in Frankreich Girondins de Bordeaux mit 1:0 im Hinspiel besiegte, wollten auch wir uns heute den Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. In den Schlussminuten hatten wir sogar noch die eine oder andere Chance auf das 2:0. Zunächst nach einem Lainer-Querpass, der auf Dabbur gedacht war, leider aber etwas zu nah ans Tor kam, wodurch der französische Goalie noch eingreifen konnte. Kurz darauf war es wieder Dabbur mit einem schönen Dribbling nahe des Marseille-Strafraumes. Mit dem Schussversuch wartete er jedoch zu lange und blieb so an einem Gegenspieler hängen. Das 2:0 sollte es zwar nicht mehr werden, dafür aber holten wir uns mit dem Schlusspfiff die Tabellenführung in der Gruppe I – und zwar mit einer mehr als herausragenden kämpferischen Leistung. Herzliche Gratulation an unsere Jungs!

STATEMENTS

Marco Rose:

Es war ein toller Sieg dank einer klasse Mannschaftsleistung. Die Mannschaft hat in den letzten Wochen extrem viel geleistet und ist bereit, über Grenzen zu gehen – und das hat sie heute gezeigt. Man hat gesehen, dass die erste Hälfte schwierig war und der Gegner mehr Zugriff hatte. Aber wie sich die Jungs in der zweiten Halbzeit zurückgekämpft haben, das ist für mich außergewöhnlich und das macht mich ein Stück weit stolz. Ich bin sehr glücklich mit meiner Mannschaft.

Valon Berisha:

Wir haben uns heute gut verkauft und sehr gut gespielt. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis wir endlich auch ein Tor erzielen konnten. Das war heute eine tolle Mannschaftleistung, auf die wir stolz sein können.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Am kommenden Sonntag geht es für die Rose-Elf in der Meisterschaft weiter! Im Heimspiel begrüßen wir ab 19:00 Uhr den RZ Pellets WAC in der Red Bull Arena. Danach geht es ab in die Länderspielpause.

EIN KLEINER TIPP für diejenigen, die gerne vorausplanen: Für das erste Meisterschaftsspiel nach der Länderspielpause, welches wir auswärts beim Aufsteiger LASK absolvieren werden, haben wir einen Sonderzug organisiert. Alle Infos dazu folgen in Kürze!