UEFA Europa League-Gruppenphase | FC Salzburg vs. Konyaspor 0:0 (0:0)

Im vierten Spiel der UEFA Europa League-Gruppenphase trennen sich der FC Salzburg und Konyaspor zu Hause mit einem torlosen Remis.

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Stankovic – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Haidara (74. Yabo), Samassekou, Berisha  – Wolf (69. Minamino) – Gulbrandsen (87. Schlager), Dabbur

Konyaspor: Kirintili – Skubic, Selim Ay, Moke, Öztorum – Jonsson (46. Camdali), Bourabia – Ali Sahiner, Araz (62. Fofana), Milosevic (89. Findikli) – Evouna

GELBE KARTE

Jonsson (29./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Mit sieben Punkten aus drei Spielen liegt die Mannschaft von Trainer Marco Rose in der Gruppe I an der Tabellenspitze. Mit einem Heimsieg gegen den türkischen Cup-Sieger – bei einem gleichzeitigen Punkteverlust von Vitoria Guimaraes daheim gegen Olympique de Marseille – könnten wir bereits vorzeitig den Aufstieg unter die besten 32 fixieren.

Für unsere Mannschaft, die seit acht UEL-Spielen ungeschlagen ist und dabei nur drei Gegentreffer erhalten hat, wäre dies der fünfte Aufstieg ins Sechzehntelfinale bei der siebenten Gruppenteilnahme. Außerdem absolvieren die Roten Bullen heute ihr 50. Europa League-Spiel und sind damit eine von nur fünf Mannschaften (PSV Eindhoven, FC Villarreal, Atletico Madrid, RSC Anderlecht), die diese Marke erreichen konnten.

Nachdem der türkische Cup-Sieger in der Meisterschaft bis auf den vorletzten Tabellenrang zurückgefallen war, hat sich der Klub letzte Woche zu einem Trainerwechsel entschlossen. Der 51-jährige Mehmet Özdilek, der Mustafa Resit Akcay abgelöst hat, konnte am letzten Sonntag sein erstes Match als Konyaspor-Coach gewinnen (1:0 bei Osmanlispor), der Klub liegt in der Süper Lig auf Rang 14.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren erneut Hee Chan Hwang (Oberschenkel) sowie Stefan Stangl und Marin Pongracic, die sich im Aufbautraining befinden.

TAKTIK

Trainer Marco Rose hat seine Startelf im Vergleich zum Hinspiel nur an einer Position verändert: Cican Stankovic erhielt heute den Vorzug gegenüber Kapitän Alexander Walke im Tor. Mit Takumi Minamino, Xaver Schlager, Reinhold Yabo und Marc Rzatkowski stand darüber hinaus noch ein hochkarätiges Wechselkontingent auf der Ersatzbank zur Verfügung. 

MATCH-ANALYSE

Konyaspor musste, um die theoretische Chance auf den Aufstieg ins Sechzehntel-Finale zu wahren, unbedingt einen Sieg einfahren. Dementsprechend druckvoll, aber auch nervös, starteten die Gäste in die Partie. Unsere Jungs übernahmen schnell die Kontrolle über das Spiel und gaben gleich von Beginn an das Tempo vor. Valon Berisha, der unsere Mannschaft heute als Kapitän auf das Spielfeld führte, war auch auf dem Platz die treibende und tonangebende Kraft.

Nervöser Beginn

Nach einer Flanke des Ersatzkapitäns in den Strafraum übernahm Duje Caleta-Car den Ball gekonnt mit der Brust und zog aus kurzer Distanz vor dem Tor ab. Dabei stand aber leider Munas Dabbur in einer passiven Abseitsstellung und griff so ins Spielgeschehen ein. Das italienische Schiedsrichterteam entschied zu Recht auf Abseits. Kurze Zeit später hätte aber Konyaspor beinahe den ersten Treffer im Spiel nach einem Eckball erzielt. Dabei wurde Cican Stankovic derart unglücklich die Sicht verstellt, dass er bei dem Gerangel vor dem Strafraum nur raten konnte, von wo der Ball letztendlich kommen würde. Dank einer kollektiven Glanzleistung unserer Hintermannschaft konnte diese Situation zum Glück ohne Gegentreffer geklärt werden.

Viel Druck nach vorne

Bei einer Flanke von Munas Dabbur auf Fredrik Gulbrandsen konnte dieser seine ganze Schnelligkeit ausspielen und sprintete davon. Dabei ließ sich der Norweger allerdings einen Hauch zu viel Zeit und konnte von Selim Ay beim Abschluss entscheidend gestört werden. Deshalb kam sein Schuss etwas zu zentral auf das Tor und Konyas Goalie Serkan Kirintili konnte den Ball abfangen. Da es durch die Defensivmauer der Türken kein Durchkommen zu geben schien, versuchte es Hannes Wolf mit einem Distanzschuss aus knapp 20 Metern, der aber leider auch nicht den Weg ins Ziel fand. Beide Mannschaften verteidigten bislang gut und erledigten ihre Defensivaufgaben sicher. Unsere Jungs taten sich in der ersten Halbzeit noch schwer, eine Lücke in der Abwehr der Türken zu finden, denn immer wieder konnte der entscheidende „letzte Pass“ geklärt werden, und somit waren Torchancen derzeit leider noch Mangelware.

atemberaubendes Tempo

Konyaspor-Trainer Mehmet Özdilek wechselte bereits zur Pause und brachte für den bereits gelbvorbelasteten Jens Jonsson Mittelfeldspieler Ali Camdali neu ins Spiel. Beide Teams gingen mit einem enorm hohen Tempo wieder ans Werk. Dabei sorgte die Rose-Elf für unterhaltsame und spannende offensive Szenen im ersten Drittel der zweiten Hälfte. Für die erste wirklich gute Offensivaktion unserer Mannschaft sorgte in der 53. Minute Diadie Samassekou, der es mit einem Schuss von außerhalb des 16ers probierte. Dabei musste sich Konyaspor-Goalie Kirintili ganz schön langmachen, um den gut platzierten Schuss unseres Youngsters noch zur Ecke klären zu können. Diese brachte leider ebenfalls nichts ein.

Kein Glück im Abschluss

In der 62. Minute servierte Hannes Wolf mit viel Übersicht einen präzisen Pass auf Fredrik Gulbrandsen, der seine Verfolger abhängen konnte. Kirintili musste aus dem Tor sprinten, um unserem pfeilschnellen Stürmer den Weg zu verkürzen. Zwar hatte er mit dieser Aktion Erfolg, verletzte sich dabei aber und musste kurz behandelt werden. Frischen Wind brachte der eingewechselte Takumi Minamino, der gegen Winfried Moke den Ball erobern konnte. Sein Gegenspieler wusste sich nur mehr mit einem Foul zu helfen und brachte den Japaner zu Fall. Der nachfolgende Freistoß wurde von Valon Berisha gefährlich in den 16er gebracht, doch leider ging die Chance ins Leere. Die Schlussoffensive unserer Mannschaft begann mit einer schönen Kopfball-Aktion von Munas Dabbur (79.), die aber knapp über das Tor ging, und einem Direktversuch von Xaver Schlager, den Kirintili leider abermals klären konnte. Da Olympique de Marseille im Parallelspiel gegen Vitoria Guimaraes überraschend mit 0:1 verlor, bleiben wir mit zwei Punkten Vorsprung Tabellenführer in der Gruppe I. Für unsere Salzburger ist es übrigens das erste 0:0 in der Europa League seit dem Hinspiel gegen den FC Basel im Jahr 2014.

STATEMENTS

Marco Rose:

Wir hätten schon gerne gewonnen, aber im Grunde bin ich zufrieden mit der Leistung der Jungs. Der Gegner hat sich ausschließlich auf das Verteidigen konzentriert und wenig für das Spiel getan. Wir haben das Spiel kontrolliert, ordentlich verteidigt, waren aber nach vorne hin zu inkonsequent.

Cican Stankovic:

Ich bin zwar sehr froh, dass wir heute die Null halten konnten, aber wir hätten uns auch einen Sieg verdient. Wir haben das Spiel kontrolliert und gut verteidigt, aber nach vorne ging heute einfach in letzter Konsequenz zu wenig. Im nächsten Spiel gegen Vitoria müssen wir jetzt alles klarmachen. Es tut gut und gibt mir Selbstvertrauen, dass ich heute spielen durfte.

Vorschau

In der Tipico Bundesliga geht es am kommenden Sonntag, den 5. November 2017 nach Niederösterreich. Beim SKN St. Pölten erwartet unsere Mannschaft um 16:30 Uhr ein schwieriges Duell, denn das Team von Trainer Oliver Lederer liegt derzeit auf dem letzten Tabellenplatz und wird daher vor heimischem Publikum alles versuchen, um es dem Serienmeister besonders schwer zu machen.