haben wir Euch mit diesem Titel etwa Neugierig gemacht? WEnn Ja, Dann vielleicht dEshalb, weil sich Möglicherweise geschichten über Niederlagen und das Scheitern im Fußball In der MedialEN Öffentlichkeit besser VerkaufEN als ein Sieg? Unser Ghostwriter kennt die Auswirkungen der Psychologie des Scheiterns nur zu gut.

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„Die Legende von David gegen Goliath ist mitunter der präsenteste Vergleich in den Geschichten, die der Fußball so schreibt. Wenn Leicester City in der bedeutendsten Fußballliga den Meistertitel holt und damit Großklubs wie ManU, Chelsea, ManCity und Liverpool demütigt, ist das der Beginn einer solchen „Legende“. Gleichzeitig ist damit aber auch eine große Bürde verbunden, denn die Erwartungen und der Erfolgsdruck auf den Klub werden auch in Zukunft immer sehr hoch sein. Als „David“ würde ich uns zwar nicht bezeichnen, aber wenn man als erfolgreichster Fußballklub der letzten zehn Jahre in Österreich einen nationalen Titel nach dem anderen holt, ist man an Erfolgsdruck gewöhnt. Allerdings ist man öfter mit Neid, Kritik und Missgunst konfrontiert als mit wachsender Sympathie, Stolz und Zuneigung.

Als wir neulich ein weiteres Mal in der Champions League-Qualifikation gescheitert sind, habe ich mich im Nachhinein gefragt, ob wir uns nicht vielleicht zu sehr von der Last beeinflussen haben lassen, dass wir davor schon neun Mal an dem Vorhaben gescheitert sind, in die Gruppenphase aufzusteigen. Egal, ob wir es uns zum Ziel gemacht haben wie die Jahre davor oder ob es nur ein Traum war, den wir uns erfüllen wollten, wie zuletzt. In der medialen Öffentlichkeit war unser mögliches Scheitern das größere Thema als die Hoffnung auf ein Weiterkommen. Auch wenn wir uns gegen diese Strömungen gewehrt haben und versucht haben, die Mannschaft von der negativen öffentlichen Grundeinstellung, die uns noch vor dem Hinspiel gegen Rijeka entgegengebracht wurde, zu schützen, ist mir bewusst geworden, dass die Macht der negativen Gedanken vermutlich doch stärker ist, als wir alle glauben.

Irgendwo habe ich dann sogar gelesen, dass wir möglicherweise einem Fluch unterliegen. In solchen Formulierungen sehe ich sogar noch eine viel größere Gefahr, denn der Begriff „Fluch“ sollte nicht unachtsam gebraucht werden! Dieses Wort hat eine enorme Wirkung. Nehmen wir doch mal das Beispiel mit dem Guttmann-Fluch. Jeder Fußballfan kennt ihn. Als Bela Guttmann damals in einer kleinen elitären Runde diesen sogenannten Fluch aussprach, war sein Ausspruch unbedeutend, aber im Laufe der Jahrzehnte hat er sich epidemieartig verbreitet. Mit jedem Mal, wenn sich die Geschichte wiederholte und Benfica Lissabon in einem europäischen Bewerb in einem Finale scheiterte, bekam der Fluch mehr Energie, wurde noch größer und noch mächtiger. Wäre unsere U19 im Finale der UEFA Youth League mit der Einstellung in das Endspiel gegangen, dass Benfica Lissabon nicht gewinnen kann, weil sie einem Fluch unterliegen, hätten wir diese Partie haushoch verloren. Aber in den Köpfen der Spieler von Benfica, die alle noch nicht einmal geboren waren, als Guttmann diese Worte sprach, hätte der Fluch bei einem ungünstigen Spielverlauf dazu führen können, dass das Mannschaftsgefüge auseinanderfällt. Oder war es einfach nur ein Zufall, dass Benfica als Favorit im Finale gegen uns dennoch scheiterte? Wer weiß das schon!

Aber die Quintessenz des Ganzen ist: Das Kollektiv gewinnt und verliert zusammen! In Rijeka hat uns das nicht gegebene, aber reguläre Tor von Reinhold Yabo den Aufstieg ins Champions League-Play-off gekostet. Ich finde, dass unsere Jungs tolle Moral bewiesen haben und sich nicht offensichtlich durch diese Entscheidung haben beeinflussen lassen. Einen Einfluss hatte die Fehlentscheidung des Schiedsrichters aber dennoch, denn auf dem Platz wurde das kollektive Selbstvertrauen unserer Mannschaft für einen entscheidenden Moment im Spiel außer Kraft gesetzt, während der Gegner durch das nicht gegebene Gegentor einen zusätzlichen Motivationsschub bekam und nur noch auf Zeit spielen musste. Nach dem Schlusspfiff sind die Emotionen bei uns natürlich hochgegangen, aber das ist nicht nur menschlich, sondern auch verständlich. Wir sind als bessere Mannschaft aus dem Bewerb ausgeschieden, aber so weh dieser Moment des Scheiterns, ob durch einen eigenen Fehler oder durch unbeeinflussbare Faktoren, wie eine Schiedsrichterfehlentscheidung, auch tut, am Ende des Tages musst du schon wieder dazu bereit sein, den Blick nach vorne zu richten. Klar sind wir enttäuscht, aber vor uns liegt schon die nächste große Herausforderung und wir sind bereit, diese anzunehmen. Wir müssen aber gemeinsam daran glauben, denn noch haben wir eine schwere Hürde zu nehmen.

Jetzt gilt es mehr denn je, zusammenzustehen und an uns zu glauben. Wir müssen daran glauben, dass wir es verdient haben, in der Europa League zu spielen. Wir müssen daran glauben, dass uns nichts und niemand aufhalten kann, wenn wir unsere ganze Qualität, Leidenschaft und Stärke auf den Platz bringen und dürfen uns nie wieder von Zweifel und falschen Propheten beeinflussen lassen. Die Europa League ist ein großartiger Bewerb, und wir haben die Chance, daran teilnehmen zu dürfen. Darauf können wir stolz sein! Lasst es uns angehen!“