Unser Ghostwriter ist ein alter Hase, wenn es um internationale Erfolge geht. Insgesamt 28 Nationalteam-Einsätze und zwei Finaleinzüge in einem europäischen Klubbewerb kann der Salzburger zu seiner beeindruckenden Vita zählen. Mittlerweile ist sein Sohn drauf und dran, aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters zu treten. Stolzer könnte er über diese Tatsache gar nicht sein.

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„Wenn ich heute an das UEFA Cup-Finale ′94 zurückdenke, ist es für mich so, als wäre es gestern gewesen. Ich erinnere mich an jedes einzelne Detail noch ganz genau.

Ich glaube, deshalb kann ich mich auch sehr gut in meinen Sohn hineinversetzen, der am Donnerstag vor dem vielleicht wichtigsten Spiel seiner bisherigen Karriere steht. Die Aufregung und Anspannung in den Tagen davor, die Konzentrationsphase vor dem bevorstehenden Match und das Adrenalin auf dem Platz. Dieses Gefühl, eins zu sein mit seiner Mannschaft und den Zuschauern auf den Rängen, ist unbeschreiblich, und hat man diesen Moment einmal erlebt, lässt er einen nie wieder los.

Natürlich war der Fußball zu meiner Zeit ein ganz anderer als heute. Die Vorbereitung ist viel spezialisierter und professioneller und die Arbeit im Trainer- und Betreuerteam heutzutage viel aufwendiger, als es damals der Fall war. Alleine gemessen an den technischen Möglichkeiten, die man heute zur Verfügung hat, um sich auf Spiele vorzubereiten, sind jenseits von allem, was wir uns vor 30 Jahren hätten vorstellen können.

Auch zu meiner Zeit war es etwas Besonderes, gegen einen deutschen Bundesligisten auf internationaler Ebene zu spielen. Aber die Kluft zwischen der deutschen und der österreichischen Liga war auf Leistungsebene nicht ganz so groß, wie das aktuell der Fall ist. Trotzdem ist die Qualität des österreichischen Fußballs meiner Meinung nach in den letzten Jahren erheblich gestiegen, das beweist alleine die Entwicklung der Fünfjahreswertung. Einen wesentlichen Anteil daran, dass die Österreicher im internationalen Vergleich mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, hat der FC Red Bull Salzburg. Gar keine Frage! Es ist meiner Meinung nach sogar der wahrscheinlich größte Verdienst eines österreichischen Bundesligisten für unsere kleine Fußballnation. Es ist schön, zu sehen, dass der Klub für die kontinuierlich gute Arbeit – sowohl auf sportlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene – die Anerkennung bekommt, die er verdient.

Der FC Red Bull Salzburg hat das größte Budget aller Bundesliga-Mannschaften in Österreich, aber das kommt nicht von ungefähr. Im Gegenteil, denn der Klub investiert auch sehr gut, erzielt die höchsten Transfererlöse und schafft es immer wieder aufs Neue, Top-Talente auf internationalem Niveau auszubilden. Auch das wird in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend positiv gesehen.

Besonders freut es mich aber, dass die Red Bull Arena am kommenden Donnerstag restlos ausverkauft sein wird. Ich freue mich für meinen Sohn und für die gesamte Mannschaft. Endlich werden sie für die Leidenschaft, die sie Woche für Woche und Tag für Tag auf den Platz bringen, mit einem vollen Stadion belohnt. Als Vater macht es mich stolz, mitzuerleben, dass mein Sohn in meine Fußstapfen getreten ist und sich mit harter Arbeit, Hingabe und Einsatz einen Stammplatz in dieser Mannschaft erkämpft hat.

Ich glaube nicht an ein Wunder, sondern aus tiefster Überzeugung daran, dass es möglich ist und wir den Einzug ins Viertelfinale schaffen. Ein Wunder brauchen wir auch gar nicht. Wir müssen nur unser Spiel auf den Platz bringen. Was wir aber brauchen, ist ein ebenso leidenschaftliches und lautstarkes Publikum. Ein weiterer großer Erfolg der Klubgeschichte ist zum Greifen nah!“