2. Runde Uniqa ÖFB Cup: ASK-BSC Bruck/Leitha – FC Red Bull Salzburg 1:3 n. V. (1:1/1:1) Tore: Burusic (25.) bzw. Gulbrandsen (19./FE), Wolf (107.) Daka (111.)

Nach hartem Kampf gegen Regionalligist ASK-BSC Bruck/Leitha konnte die Mannschaft von Trainer Marco Rose – nach einem 1:1 (1:1) in der regulären Spielzeit – mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung in die dritte Cup-Runde aufsteigen. Die Tore der Roten Bullen erzielten Fredrik Gulbrandsen (19.) sowie Hannes Wolf (107.) und Patson Daka (111.).

AuFstellungEN 

FC Red Bull Salzburg: Stankovic – Lainer, Onguene, Caleta-Car, Ulmer (72. Meisl) – Haidara, Samassekou, Leitgeb (63. Mwepu) – Atanga (96. Dabbur), Gulbrandsen (108. Daka), Wolf

ASK-BSC Bruck/Leitha:  Kuru – Schöny, Jerkovic, Bockay, Lechner – Dedic (35. Pospichal), Felix  – Bielcik, Burusic (78. Marosi), Sadovic (111. Özbek) – Salkic

Gelbe KarteN

Lechner (80./Foul), Schöny (95./Foul) bzw. Haidara (114./Foul)

Andreas Kollegger

DIE MATCH-ANALYSE

Obwohl unsere Mannschaft als Titelverteidiger natürlich in der Favoritenrolle war, hat man die Aufgabe beim heutigen Gegner ASK-BSC Bruck/Leitha sehr ernst genommen. Zwei Mal hatte man den aktuellen Tabellensechsten der Regionalliga Ost, der mit Bartolomej Kuru, Edin Salkic, Mirnel Sadovic oder Turgay Bahadir etliche Spieler mit Bundesliga- bzw. sogar internationaler Erfahrung im Kader hat, beobachten lassen. Nichts wird beim vierfachen Double-Gewinner dem Zufall überlassen, und das war in diesem Fall auch gut so. Denn die Niederösterreicher hatten sich ihrerseits ebenfalls gut vorbereitet und stellten dies auch gleich von Beginn an unter Beweis. Die Mannschaft von Trainer Norton Radaj startete mutig und selbstsicher in die Partie und konnte unser Spiel über die Mitte immer wieder gut stören. Während der Gegner sich noch um die eigenen Defensivaufgaben bemühte, konnte Hannes Wolf in den gegnerischen 16er ziehen und ließ dabei mit seiner Schnelligkeit gleich drei Gegenspieler stehen. Leider versprang sich der Ball aber etwas und Wolf traf die Kugel beim Abschluss nicht richtig, daher ging der an sich gut gedachte Schuss weit über das Tor (11.).  In der 17. Minute wurde uns nach einem Foul an Hannes Wolf im 16er ein Elfmeter zugesprochen, den Fredrik Gulbrandsen trocken und abgebrüht zum 1:0 verwertete. Die Freude über den Führungstreffer währte aber nur kurz, da Bruck wenige Minuten später nach einem Konter über Mario Schöny durch Dominik Burusic den Ausgleich erzielen konnte (25.).

In einer bis zum Ende der ersten Halbzeit sehr flott und intensiv geführten Partie präsentierte sich der Gegner sehr kämpferisch, aber fair, versteckte sich nicht und konnte mit der ersten Chance den Ausgleich zum 1:1-Pausenstand erzielen. Lediglich das hohe Tempo im Spiel könnte eine Schwachstelle bei den Niederösterreichern sein, die in Hälfte eins mit der Schnelligkeit unserer Spieler schon des Öfteren ihre Probleme hatten. 

Nach der Pause war die Mannschaft von Marco Rose wieder sehr aktiv auf dem Platz. Mit der ersten Balleroberung erarbeitete sich Diadie Samassekou nach Wiederanpfiff den Ball und dribbelte sich leichtfüßig in die gegnerische Hälfte, wo er den Ball auf Ulmer abspielte. Dieser versuchte es mit einer Flanke in den 16er, die jedoch keinen Abnehmer fand. Kurz darauf kam abermals ein Weckruf vom Gegner, der zum Glück diesmal aber harmlos blieb. Nach einem langen Pass von Rene Felix auf Thomas Pospichal konnte dieser ungehindert in den 16er vordringen und zog ab. Cican Stankovic blieb aber hellwach und konnte den Ball souverän klären (53.). Quasi im Gegenzug bewies Fredrik Gulbrandsen einmal mehr seine Klasse und Schnelligkeit mit einem schönen Solo, ließ dabei reihenweise Abwehrspieler der Niederösterreicher stehen und kam in guter Position zum Abschluss. Der Norweger hätte auch getroffen, aber Goalie Kuru konnte zur Ecke klären. Auch diese brachte leider nichts ein. Eine Viertelstunde vor dem Ende zeigten sich beim Gegner erste Ermüdungserscheinungen. Trainer Marco Rose nützte die Gelegenheit und brachte frischen Wind ins Spiel. Mit Youngster Enock Mwepu und Luca Meisl lag der Altersdurchschnitt unserer Mannschaft auf dem Platz bei unglaublichen 20,8 Jahren. Ein riskantes aber notwendiges Manöver unseres Trainers, sollte die Partie doch noch in die Verlängerung gehen müssen.

In der 78. Minute kamen wir nach einer Standardsituation zu einer Topchance, bei der Amadou Haidara den Schuss zwar gut platziert zum Abschluss brachte, jedoch konnte sich abermals Bruck-Torhüter Kuru auszeichnen. In einem spannenden Finish setzten wir alles auf eine Karte und versuchten es dann auch aus der Distanz, wie Fredrik Gulbrandsen (81.) mit einem satten Schuss aus 16 Metern, der aber leider von Kuru abgefangen wurde. In der Schlussminute der regulären Spielzeit wurde Hannes Wolf circa 25 Meter vor dem Tor zu Fall gebracht, der Schiedsrichter entschied auf Freistoß. Diesen brachte David Atanga zur Mitte, wo der Ball schlussendlich wieder bei Wolf landete, dessen Schuss ging aber leider über das Tor. Ausgerechnet der aktivste Mann in unserer Offensive vergab dann in der Nachspielzeit auch noch den Matchball, der uns vor einer Verlängerung bewahrt hätte. Nach einem Pass von Amadou Haidara umkurvte Fredrik Gulbrandsen den Goalie der Niederösterreicher, konnte den Matchball aber leider nicht im leeren Tor unterbringen.

In der Verlängerung sorgte die Einwechslung von Munas Dabbur für zusätzlichen Elan in der Offensive. Die dringend benötigten Tore schossen aber unsere Youngsters. Zunächst traf Hannes Wolf in der 107. Minute nach Vorlage von Enock Mwepu. In der 111. Minute setzte Patson Daka mit einem Fersenschuss aus kurzer Distanz dann den Schlusspunkt. Die Erleichterung war groß bei Trainer Marco Rose und seiner Mannschaft, denn die Niederösterreicher waren heute ein starker und sehr gefährlicher Gegner, der in einem tollen Fight und bis zur absoluten Erschöpfung alles versucht hat, den Titelverteidiger ins Straucheln zu bringen.

STATEMENTS

Marco Rose:

Wir hätten es uns natürlich anders gewünscht und gerne schon in der 90. Minute den Sack zugemacht. Trotzdem Hut ab vor den Jungs, die heute am Platz waren und mitgeholfen haben, den Aufstieg zu schaffen, denn die Personalsituation ist für uns im Moment nicht einfach. Der Rasen war nicht das Problem, damit müssen wir zurechtkommen, wir hätten heute sicher konzentrierter auftreten müssen, aber letzten Endes freuen wir uns über den Aufstieg.

Hannes Wolf:

Aus meiner Sicht war es nicht überraschend, dass es uns der Gegner heute schwer gemacht hat. Solche Spiele sind immer schwer, wenn eine sogenannte kleine Mannschaft gegen einen Favoriten im Cup antreten muss. Wir haben es heute nicht geschafft, nach dem 1:0 den Vorsprung auszubauen und haben unglücklich den Ausgleich kassiert. Letztendlich haben wir aber Moral bewiesen und die Partie am Ende noch gedreht. Wir müssen nicht immer schönen Fußball spielen, manchmal zählt einfach nur der Sieg.

WAS MAN SONST NOCH WISSEN SOLLTE:

  • Nicht einsatzbereit waren heute Samuel Tetteh (Knie), Stefan Stangl (Oberschenkel), Takumi Minamino (Knie), Reinhold Yabo (Jochbein), Marc Rzatkowski (Zehe), Marin Pongracic (Adduktoren), Hee Chan Hwang (Oberschenkel) und Patrick Farkas (Oberschenkel).
  • Andreas Ulmer führte unsere Mannschaft als Kapitän auf das Spielfeld.
    Für unsere Roten Bullen war es heute die 50. Cup-Partie seit 2005.
    Das Tor zum 1:0 von Fredrik Gulbrandsen war der 190. Treffer in einem Cup-Match unserer Salzburger.
  • Seit 26 Spielen en suite sind wir im ÖFB-Pokal ungeschlagen.
  • Die letzte Niederlage liegt viereinhalb Jahre bzw. 1.599 Tage zurück. Im Cup-Halbfinale am 7. Mai 2013 mussten wir gegen den FC Pasching die bis dato letzte Niederlage in diesem Bewerb hinnehmen.
  • Enock Mwepu und Luca Meisl feierten in der heutigen Cup-Partie jeweils ihre Pflichtspieldebüts in der Kampfmannschaft.
  • Die Auslosung zur 3. Runde im UNIQA ÖFB Cup findet am Sonntag, 1. Oktober 2017, im Vorfeld des Tipico Bundesliga-Spiels FK Austria Wien – Cashpoint SCR Altach statt und wird live in ORF eins übertragen.