6. Spieltag UEFA Europa League-Gruppenphase | Olympique de Marseille vs. FC Salzburg 0:0 (0:0)

Im Duell der beiden Erstplatzierten in der UEFA Europa League-Gruppe I trennen sich Olympique de Marseille und der FC Salzburg mit einem torlosen Remis, das beiden Teams zum Aufstieg in die K.-o.-Phase reicht.

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Lainer, Samassekou (61. Yabo), Schlager – Haidara (76. Leitgeb), Berisha – Gulbrandsen (59. Hwang), Dabbur

Olympique de Marseille: Mandanda – Sarr, Rami, Rolando, Sakai – Luiz Gustavo, Zambo-Anguissa – Lopez, Sanson (68. Payet), Ocampos – Njie (76. Germain)

Gelbe KarteN

Ocampos (28./Foul) bzw. Caleta-Car (58./Foul), Hwang (79./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Im zweiten Gruppenspiel trafen wir im Heimspiel auf den französischen Topklub und konnten uns nach überzeugender Leistung mit einem verdienten 1:0-Sieg gegen Marseille durchsetzen. Vor allem in der zweiten Halbzeit zeigten unsere Jungs eine mehr als überragende Leistung und konnten durch einen Treffer von Munas Dabbur den ersten wichtigen Sieg in der Gruppenphase verbuchen.

Für Marseille ist dies aber heute ein Entscheidungsspiel, denn der Tabellenzweite in der Gruppe I konnte in den vergangenen drei Spieltagen der UEFA Europa League-Gruppenphase zwar vier Punkte gewinnen, doch mit einer Niederlage gegen uns und einem Auswärtssieg von Konyaspor bei Vitoria könnten die Franzosen den zweiten Tabellenplatz in der Gruppe I noch verlieren. Die Rose-Elf ist aber in dieser UEFA Europa League-Saison noch immer ohne Niederlage. An den vergangenen fünf Spieltagen konnte man drei Spiele gewinnen und musste nur zwei Mal eine Punkteteilung hinnehmen. Unsere Mannschaft nimmt ihre Aufgabe heute sehr ernst und will sich auf internationalem Parkett weiterhin gut verkaufen. 

Immerhin geht es ja um weitere wichtige Punkte für Österreich in der UEFA-Fünfjahreswertung!

PERSONALSITUATION

Nicht dabei ist Hannes Wolf (Sprunggelenk).

TAKTIK

Trainer Marco Rose stellte heute eine 3-3-2-2-Formation auf den Rasen. Damit rückte Stefan Lainer etwas mehr ins Mittelfeld. Das Sturm-Duo mit Munas Dabbur und Fredrik Gulbrandsen sollte von Valon Berisha und Amadou Haidara unterstützt werden. Eine Taktikvariante, die uns zunächst einmal Probleme bereitete, doch einen vertretbaren Versuch wert war.

MATCH-ANALYSE

Dass es für Marseille heute um viel ging, merkte man schon in den ersten Minuten, denn die Franzosen versuchten, schnell und energisch nach vorne zu pressen, kamen gleich zwei Mal binnen weniger Minuten sehr gefährlich vor unser Tor, doch die Offensivbemühungen der Heimmannschaft konnte unsere Defensive zum Glück sehr souverän unterbinden. Aber auch unsere Jungs erarbeiteten sich schon früh Chancen, etwa als Munas Dabbur sich vom Mittelkreis gekonnt bis vor den gegnerischen Strafraum dribbelte und Fredrik Gulbrandsen mit einem Lochpass bediente. Dieser fackelte nicht lange und zog ab, aber sein Schuss ging deutlich am rechten Pfosten vorbei.

Beide Teams verteidigen gut

Allerdings ließen die Franzosen nicht locker, drückten weiter nach vorne. Dennoch gab es zu diesem Zeitpunkt auf beiden Seiten kaum nennenswerte Chancen. Hinzu kam aber auch, dass wir uns durch Eigenfehler das Spiel schwerer machten als nötig. Nach einem Handspiel von Amadou Haidara an der Strafraumgrenze trat Sarr zum Freistoß an. Den gut platzierten Schuss des Franzosen konnte aber Abwehrchef Paulo Miranda abblocken und damit die Gefahr beseitigen. Im weiteren Verlauf der Partie zeigte sich, dass unsere Mannschaft sich mit der geänderten Taktik immer besser anfreunden konnte. Unsere Offensivkräfte setzten am gegnerischen Strafraum mit dem Pressing an und versuchten, die Franzosen bereits früh zu Fehlern zu zwingen. Nach einem super Passspiel unserer Jungs grätschte Luiz Gustavo Youngster Diadie Samassekou um, und wir bekamen einen Freistoß zugesprochen. Circa 25 Meter vor dem Tor führte Valon Berisha den Freistoß aus und brachte die Flanke auf den zweiten Pfosten, die Franzosen konnten den guten Schuss unseres Freistoß-Künstlers jedoch klären und brachten das Leder aus der Gefahrenzone.
Bis zum Pausenpfiff waren beide Mannschaften defensiv sehr gut eingestellt, allerdings spielte die Zeit gegen Olympique, denn zur Pause lag Konyaspor in Guimaraes mit 1:0 in Front.
 

WALKE ÜBERRAGEND

Beide Mannschaften kamen unverändert aus den Kabinen, und Olympique verschlief auch diesmal die Anfangsminuten nicht. Der erste Angriff hatte es gleich in sich. Dabei brachte Sanson einen hohen Ball zu Lopez, der aus circa 20 Metern volley abzog. Tormann Alexander Walke konnte aber mit einer Glanzparade gerade noch die Führung der Hausherren verhindern. Unser Kapitän sollte an diesem Abend noch die eine oder andere Großchance der Franzosen vereiteln. Wie zum Beispiel wenige Minuten später bei einem Schuss von Sarr in der 54. Minute und nach einem Pass von Ocampos kurz vor Beginn der Schlussviertelstunde. Als er den Ball wegschlug, traf Ocampos unseren Kapitän sehr unglücklich am Oberschenkel. Alex musste kurz behandelt werden, konnte aber glücklicherweise weitermachen. Wenig später machte er auch Sarrs nächste Topchance zunichte, der ungehindert losgezogen war und aus halbrechter Position abgezogen hatte.

DUELL AUF AUGENHÖHE

Marco Rose schöpfte sein Auswechselkontingent diesmal sehr früh aus und brachte mit Reinhold Yabo sowie Hee Chan Hwang frische Kräfte bzw. mit Christoph Leitgeb obendrein auch noch einen erfahrenen „Routinier“ ins Spiel. Doch unser Tor blieb weiterhin unter Dauerbeschuss. In der 80. Minute versuchte es Germain nach Vorarbeit von Payet und zog aus linker Position ab. Aber wieder war Alexander Walke zur Stelle. Kurz vor dem Ende hatten wir ebenfalls den Führungstreffer auf dem Fuß, als Stefan Lainer eine super Hereingabe auf Valon Berisha servierte, dieser konnte im letzten Moment am Abschluss gehindert werden. Beide Teams lieferten sich einen sehr guten Kampf, der aber leider nicht mit Toren belohnt wurde. So trennten sich die beiden Sechzehntelfinal-Aufsteiger mit einem torlosen Remis.

STATEMENTS

Trainer Marco Rose:

Ich habe gestern gesagt, dass Olympique für den Aufstieg kämpfen muss, und das hat sich heute bestätigt. Es war ein sehr intensives, aber kein sehr schönes Spiel. Es war meiner Meinung nach ein gerechtes Unentschieden, denn der Gegner hat uns sehr unter Druck gesetzt, aber wir hatten heute einen sehr guten Torhüter. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft jedenfalls zufrieden, denn wir haben auch ein neues System ausprobiert, wissen jetzt, woran wir arbeiten können. Wir freuen uns auf jeden Gegner, der noch kommen wird. 

Xaver Schlager:

Der Gegner war sehr stark, aber wir haben gut dagegengehalten. Sie haben es uns heute sehr schwer gemacht, selbst zu wirklich zwingenden Torchancen zu kommen, aber ich denke dennoch, dass wir mit unserer Leistung zufrieden sein können. Und ich sage das, obwohl ich nie zufrieden bin, wenn wir nicht gewonnen haben. 

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Das nächste Auswärtsduell bestreitet unsere Mannschaft in der Tipico Bundesliga am kommenden Sonntag, den 10. Dezember 2017 um 16:30 Uhr gegen den Wolfsberger AC.

Am kommenden Montag findet die Auslosung zur K.-o.-Runde in der UEFA Europa League statt. In Nyon wird unser Gegner im Sechzehntelfinale gezogen – wir dürfen gespannt sein! Zu guter Letzt wartet noch der Bundesliga-Heimspiel-Kracher gegen Aufsteiger LASK (Samstag, 16.12.2017, 16:00 Uhr) auf uns.