„Wunder-Bullen“, „Das Salzburger Fußballmärchen“, „Impressive Austrians“ titelte die Presse national wie auch international während dieser UEFA Europa League-Saison. Mit sensationellen Auftritten und einem traumhaften Lauf wussten unsere Burschen wahrlich zu begeistern und sorgten in UNSEREM BEWERB für viel Furore. Pure Emotionen und hoch spannende Duelle prägten diese schier unglaubliche Europacup-Saison.

Alles begann mit einem 1:1-Unentschieden im ersten Gruppenspiel auswärts bei Vitoria Guimaraes. Mit viel Respekt in den Bewerb gestartet, trauten uns zu diesem Zeitpunkt wohl nur sehr wenige Fußballexperten ein solches Abschneiden in der UEFA Europa League zu. Ein Abschneiden, das durchaus als historisch bezeichnet werden kann. Als erster österreichischer Klub seit 1996 standen wir in einem Europacup-Halbfinale. Der Weg dahin gestaltete sich dabei anfangs konstant, später dann außergewöhnlich spektakulär. Als Gruppensieger vor Olympique de Marseille unterstrichen unsere Burschen schon im Herbst ihre Ambitionen und stellten bereits zu diesem Zeitpunkt einige Rekorde auf. So bedeutete die siebente Teilnahme an der UEFA Europa League bereits Rekord, um später mit dem vierten Gruppensieg einen weiteren Bestwert aufzustellen. Zum vierten Mal in der Gruppenphase ungeschlagen zu bleiben, gelang uns zudem ebenfalls als erste Mannschaft. Mit nur einem Gegentor bis dahin stellten wir obendrein die beste Defensive.

Die Reise geht weiter!

Die echten Highlights folgten aber freilich erst. Denn unsere Burschen knüpften nach der Winterpause nahtlos an die außergewöhnlichen Leistungen an und beeindruckten mit einer geballten Ladung Powerfußball. Diese bekam zunächst Real Sociedad im Sechzehntelfinale zu spüren. Nach einem 2:2-Remis in Spanien setzten wir uns mit einem 2:1-Heimsieg im Rückspiel verdient durch und starteten so in ein fulminantes Frühjahr. Mit dem ersten Sieg einer österreichischen Mannschaft auf (west-)deutschem Boden beim 2:1-Erfolg in Dortmund und dem anschließenden hochverdienten Weiterkommen gegen die Schwarz-Gelben gelang endgültig der Eintrag in die Geschichtsbücher. Einen kleinen Dämpfer erhielten wir dann durch die 2:4-Niederlage bei Lazio Rom, die gleichbedeutend war mit dem Ende einer Serie von 19 Spielen ohne Niederlage auf internationaler Bühne. Umso emotionaler war daher aber die Aufholjagd im Rückspiel. „Unglaublich“, „Wahnsinn“ oder einfach nur: „Des is Soizbuag“. Noch heute ist diese magische Nacht schwer in Worte zu fassen. Die Bilder dürften uns allen wohl noch lange im Kopf bleiben …

Gleiches gilt auch für das anschließende Duell mit Marseille im Halbfinale. Wieder einmal bewies die Rose-Elf eine großartige Mentalität und egalisierte einen Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel, wieder einmal lagen sich die Fans in der ausverkauften Red Bull Arena in den Armen, letzten Endes sollte es an diesem Abend aber einfach nicht sein. Dramatischer hätte eine sensationelle Europa League-Saison nicht enden können, innerhalb unserer Mannschaft war man sich jedoch einig: Es überwiegen die schönen Momente und der Stolz über das Erreichte. Im UEFA Klub-Ranking spiegeln sich die Erfolge dieser Saison mit Platz 28 (Allzeit-Bestplatzierung) wider. Geschichtsträchtige Klubs wie AC Milan, Ajax Amsterdam und FC Valencia haben wir in dieser Reihung hinter uns gelassen.

Europa League 2017/18

Während die Mannschaft also einige Bestmarken aufstellen konnte, gelang dies einem Spieler auch persönlich: Andreas Ulmer kam in allen 20 Europacup-Spielen in dieser Saison über 90 Minuten zum Einsatz und stellte damit ebenfalls einen neuen Rekord auf. Kein anderer Spieler absolvierte innerhalb einer Saison jemals so viele Europacup-Partien wie unser Urgestein.

Ansonsten waren unsere Burschen natürlich auch bei den Spielerstatistiken weit vorne. Am treffsichersten zeigten sich Munas Dabbur und Valon Berisha mit jeweils fünf erzielten Toren in der Europa League. Die meisten Assists lieferte Stefan Lainer, der mit fünf Torvorlagen drittbester Vorlagengeber der UEFA Europa League-Saison war. Die starken Leistungen unserer Burschen sind dabei auch der UEFA nicht verborgen geblieben. So wurden Stevie und Diadie Samassekou stellvertretend für eine außergewöhnliche Mannschaft, die eine kleine, aber deutlich spürbare Euphorie entfachen konnte, ins Team der Europa League-Saison gewählt. Apropos Euphorie: Drei Mal in Folge war die Red Bull Arena mit knapp 30.000 Zuschauern binnen kürzester Zeit restlos ausverkauft. Das Interesse überstieg dabei bei Weitem die vorhandene Kapazität. Trainer Marco Rose freute das ganz besonders:

Dass wir viele Leute mitgenommen haben, bleibt bei mir am meisten hängen.

Wir bedanken uns für die Treue in dieser Saison und freuen uns auf weitere gemeinsame Sternstunden.