Unser Shootingstar im exklusiven Interview

In unserer Serie „SALZBURGER HALBZEIT“ stellen wir Euch regelmäßig junge Talente vor, die beim FC Red Bull Salzburg ihre Profi-Karriere begonnen haben. Daher widmen Wir uns Diesmal einem TopTalentierten Youngster aus unserer Kaderschmiede, der sich in der noch jungen Fußball-Saison mit einem schwindelerREgenden Leistungsschub zu einem absoluten ShootingStar entwickelt hat. Unschwer zu erraten: die Rede ist von Hannes Wolf!

Rückblickend auf die letzten zwei Wochen hat der junge Steirer, der unter Oscar Garcia in der vergangenen Saison sein Pflichtspiel-Debüt in der Kampfmannschaft gab, in vier Spielen jeweils einmal getroffen bzw. einen Assist abgeliefert. Heruntergebrochen auf die gespielten 238 Einsatzminuten war unser Youngster damit alle 47,6 Minuten direkt an einem Tor beteiligt. Egal, ob er von Beginn an spielte oder als Joker zum Einsatz kam, Hannes Wolf ist in der Offensive im Moment eine sichere Bank.

Hannes Wolf geht eisern seinen Weg, und das war offenbar schon immer so, denn seine fußballerische Laufbahn hat er schon in ganz jungen Jahren maßgeblich selbst beeinflusst. Mit seiner Zielstrebigkeit, seiner durch und durch professionellen Einstellung und seinem Ehrgeiz hat sich Hannes unter enorm hohem Konkurrenzdruck in der Akademie binnen kürzester Zeit durchgesetzt und sich schnell für höhere Aufgaben empfohlen. Wie er diese Zeit erlebt hat, erzählte er uns im exklusiven Interview:

„Begonnen habe ich im Alter von vier Jahren bei unserem Heimatverein SCS Seiersberg, wo ich ca. fünf Jahre lang gespielt habe. Danach bin ich zum JAZ-Süd gewechselt. Dort hatten wir eine ähnliche Spielphilosophie wie bei Red Bull Salzburg, weshalb es irgendwann naheliegend war, dass die Besten von uns irgendwann in die Akademie nach Salzburg wechseln würden, denn im JAZ ist nach dem U15-Jahrgang die Ausbildung beendet. Ich bin dann also mit 15 Jahren in die Red Bull Akademie gewechselt und habe unter Marco Rose in der U16 begonnen. Dort bin ich dann schon nach kurzer Zeit in die U18 hochgezogen worden und nach einem halben Jahr wurde ich zum FC Liefering durchgereicht. Im vergangenen Jahr habe ich dann mein Debüt in der Kampfmannschaft unter Trainer Oscar Garcia im Rückrunden-Spiel gegen den FC Schalke 04 gefeiert. Ein unglaubliches Gefühl. Das bisherige Highlight meiner Karriere war aber natürlich der Gewinn der UEFA Youth League mit der U19 unter Trainer Marco Rose.

Seit drei Jahren ist Hannes nun schon in Salzburg und pendelte am Wochenende immer mit dem Zug in seine Heimat Graz. Seit seinem Aufstieg in die Kampfmannschaft ist das nun nicht immer so möglich, aber wann immer er Zeit hat, zieht es ihn in seine Heimat. Von seiner Familie und seinen Freunden getrennt zu sein, ist ihm am Anfang ein wenig schwergefallen, bereut hat er seine Entscheidung aber nie:

Ganz einfach ist so ein Schritt sicher nicht für jeden, denn mit 14 oder 15 Jahren ist es nicht leicht, so weit von zu Hause wegzugehen. Auch dann nicht, wenn du weißt, dass du dir damit deinen Traum erfüllen kannst, Fußballprofi zu werden. Ich kann mich erinnern, dass ich an meinem ersten Tag in der Akademie darauf geachtet habe, meine Sonnenbrille aufzubehalten, denn ich hatte schon ein bisschen Wasserhochstand in den Augen (lacht). Aber das hat sich schnell gelegt, denn ich wusste ja, was mein Ziel ist, und ich wusste, dass ich es hier erreichen würde.

Ich empfand es immer als sehr angenehm, in der Akademie zu leben, denn so konnte ich mich unter der Woche ohne Ablenkungen voll auf meine schulische und fußballerische Ausbildung konzentrieren. Mittlerweile habe ich eine eigene Wohnung, und auch das hat Vorteile, denn in meinen eigenen vier Wänden kann ich meinen Alltag selbstständiger gestalten.

Auf die Frage, ob es Momente gab, in denen er an sich gezweifelt habe, oder ob ihm je in den Sinn gekommen sei, einen anderen Karriereweg einzuschlagen, antwortet er bestimmt und unmissverständlich:

Nein, niemals! Ich wusste immer, dass ich Profifußballer werden wollte. Etwas anderes kam für mich nie infrage, und ich hab mir auch nie Gedanken darüber gemacht, was ich sonst für einen Karriereweg eingeschlagen hätte, wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte. Solche gedanklichen Hintertüren kann man sich nicht erlauben. Es gibt Spieler, die mit viel Talent gesegnet sind, und solche, die sich durch Hartnäckigkeit und Beständigkeit ihren Erfolg erarbeiten müssen. Aber auch wenn du Talent hast, darfst du dich darauf nicht ausruhen. Das lernt man hier sehr schnell, denn der Konkurrenzdruck ist schon im Nachwuchs enorm.“ 

Beim FC Red Bull Salzburg hat er bisher eine sehr steile Karriere gemacht und ist zum Glück relativ verschont geblieben, was langwierige Verletzungen betrifft, allerdings hat auch er den einen oder anderen kleinen Tiefpunkt erlebt. Aber wie geht so ein junger Spieler, der noch nicht auf viel Lebenserfahrung zurückgreifen kann, mit Rückschlägen um?

Ich glaube, Rückschläge gehören zum Leben dazu, und das ist ja nicht nur im Fußball so. Ich persönlich hatte sicher auch Momente, wo ich mir dachte: „Gibt es da nicht noch einen anderen Weg?“, aber das ist doch in dem Alter ganz normal. Irgendwann fängt jeder an, an sich selbst zu zweifeln oder den eingeschlagenen Weg infrage zu stellen. Letztlich zählt aber nur, wie du mit Rückschlägen umgehst. Für mich gab es immer nur eine Antwort: Weitermachen! Also habe ich auch irgendwann aufgehört, an mir zu zweifeln.“

Junge Menschen brauchen aber im Laufe ihrer Entwicklung auch Unterstützung, Zuspruch und hin und wieder einen gut gemeinten Rat. Vor allem dann, wenn man weit weg von der Familie und dem engsten Freundeskreis lebt, ist das nicht immer ganz leicht. Hannes ist ein starker Charakter, der eisern seinen Weg verfolgt, weiß, wem er vertraut und von wem er sich einen Rat holen würde, wenn er einen bräuchte:

Ich vertraue eigentlich nur meinem eigenen Bauchgefühl und bestenfalls dem Rat meiner Eltern, sonst würde ich mir ohnehin von niemandem dreinreden lassen. Aber wenn ich einen Rat von einem Teamkollegen brauchen würde, wäre Alex Walke so jemand, dem ich mich anvertrauen wollen würde, wenn ich ein Problem hätte. Er ist im Team nicht nur eine starke Führungspersönlichkeit, sondern für uns junge Spieler eine wichtige Bezugsperson. Meine engsten Freunde leben in meiner Heimat Graz. Ich bin sehr froh, Freunde zu haben, die nicht aus dem täglichen Fußball-Umfeld kommen, denn auf diese Weise bekomme ich wieder einen anderen Blickwinkel im Leben. Das tut ab und an mal ganz gut!“

Sein fußballerisches Vorbild ist Cristiano Ronaldo, und das nicht unbedingt aus den offensichtlichen Gründen:

Er ist für mich einfach ein vollkommener Spieler. Nur Talent zu haben, reichte ihm alleine nie. Er wollte und will immer noch besser werden und investiert alles für dieses Ziel. Er ist ein Vorbild für all jene Menschen, die sich nicht mit dem Erfolg, den sie schon haben, zufriedengeben, sondern immer an ihre Grenzen gehen.“