Wir gratulieren unserem Mittelfeldmotor zum 200. Pflichtspiel-Einsatz und zur 150. Bundesliga-Partie!

Vor dem heutigen Bundesliga-Schlagerspiel gegen die Wiener Austria wurde MittelfeldMotor und Dauerbrenner Valon Berisha vor heimischem Publikum geehrt.

Im Heimspiel gegen den SK Rapid vor zwei Wochen hat der 24-jährige Teamspieler des Kosovo bereits sein 200. Pflichtspiel für die Roten Bullen bestritten und zählt damit nun offiziell zum elitären Kreis der 200er. Vor einer Woche in Mattersburg absolvierte er dann überdies auch seine 150. Bundesliga-Partie im Dress des FC Red Bull Salzburg.

Im Sommer 2012 kam Valon Berisha von Viking Stavanger zum FC Red Bull Salzburg und hat bis dato 14.482 Spielminuten in den Beinen. Er erzielte bis zum heutigen Tag 38 Tore und war für sage und schreibe 58 Assists verantwortlich. Hier ein kleiner Rückblick …

200. Pflichtspiel: Valon Berisha

Wie alles begann …

Als Sohn kosovarisch-albanischer Einwanderer wurde er in Malmö (SWE) geboren, ehe seine Eltern dann nach Egersund bei Stavanger in Norwegen zogen, wo er und sein jüngerer Bruder Veton aufwuchsen und zur Schule gingen. Mit sieben Jahren lernte er im Nachwuchs von Egersunds IK Fußball spielen. Schon damals war sein Talent unübersehbar, denn er hatte – wie sein ehemaliger Trainer Jone Mathisen später einmal in einem Interview sagte – nicht nur Talent, sondern auch Schnelligkeit, eine exzellente Technik und enorme Kraft.

Kein Wunder also, dass er schon in jungen Jahren, wie auch jüngst, immer wieder mit diversen Premier League-Klubs in Verbindung gebracht wurde. Als niemand Geringer als der FC Chelsea an die Türe klopfte, entschied sich der damals 18-Jährige vorerst noch nicht für einen Wechsel ins Ausland. Zum Glück, denn ein Jahr später wurde er gemeinsam mit Havard Nielsen in Salzburg vorgestellt und hat sich seither immer mehr in die Herzen der Salzburger Fans gespielt.

Teamkollege Andreas Ulmer weiß, was Valon als Spieler so besonders macht:

Valon ist extrem schwer vom Ball zu trennen, fast wie ein Magnet. Das weiß jeder, der mit ihm zusammen trainiert oder gegen ihn gespielt hat. Er will immer den Ball haben. Mittlerweile zählt er zu den routiniertesten Spielern im Team und ist ein großes Vorbild für unsere jungen Spieler, auch weil er sehr viel in seinen Körper investiert, um so lange wie möglich fit zu bleiben.

Der Rückschlag

Mit ein Grund für seine disziplinierte Grundeinstellung zu seinem wichtigsten Kapital – seinem Körper bzw. seiner Gesundheit – war sicher auch eine schwere Verletzung im Sommer 2013. Bei einem Hobby-Match im Urlaub erlitt er einen Kreuzbandriss und fiel fast ein ganzes Jahr aus. Eine bittere Erfahrung für den ehrgeizigen Mittelfeldspieler, der damals unter Trainer Roger Schmidt am bisherigen Höhepunkt seiner Karriere einen herben Rückschlag erleben musste. Er kämpfte sich aber eisern zurück und ist heute nicht nur seiner Routine und Qualität wegen ein unverzichtbarer Faktor in der Mannschaft, weiß Trainer Marco Rose:

Valon ist ein Krieger durch und durch. Er ist unser Motor, unser Antreiber und beißt lieber die Zähne zusammen, als auf der Bank zu sitzen. Er ist am Platz und in der Kabine präsent wie kein anderer und schafft es, seine Teamkollegen mitzureißen. Das ist eine hohe Qualität, die man mit Geld nicht kaufen kann. 

Seine Nationalteam-Karriere

Nachdem Valon quasi alle U-Nationalmannschaften Norwegens durchlaufen und von der U15 bis zur U23 insgesamt 56 Spiele (sechs Tore) bestritten hatte, feierte er 2012 beim King’s Cup in Thailand sein A-Nationalteam-Debüt. Für das norwegische Nationalteam absolvierte er 20 Qualifikations- und Freundschaftsspiele, ehe er im vergangenen Jahr seine Teamkarriere beim norwegischen Nationalteam beendete und sich entschied, künftig für den Kosovo spielen zu wollen. Eine Entscheidung, die zwar für viele sehr überraschend kam, aber wohl eine Herzensentscheidung war. Das kosovarische Nationalteam wurde am 3. Mai 2016 als 55. Mitglied in die UEFA (bzw. am 13. Mai 2016 als 210. Mitglied in die FIFA) aufgenommen, nachdem man sich nach dem Zerfall Jugoslawiens 1993 neu gegründet hatte. Wie viele andere namhafte Spieler mit kosovarischen Wurzeln entschied sich auch Valon für diesen Schritt und erzielte gleich im allerersten Pflichtspiel, im WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland, durch einen Elfmeter den Ausgleich zum 1:1-Endstand.

Freund und Familienmensch

Sein kleiner Bruder Veton ist weiterhin für das norwegische Nationalteam im Einsatz. Kurz vor Ende der Übertrittszeit wechselte er von der SpVgg Greuther Fürth aus der zweiten deutschen Bundesliga ebenfalls nach Österreich zu einem der härtesten Ligakonkurrenten zum SK Rapid Wien. Wer darin aber einen Bruderzwist vermutet, ist auf dem Holzweg. Zwar sind die Berisha-Brüder durchwegs Profis und bis in die Haarspitzen ehrgeizig, sonst aber sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Dass Valon ein sehr familienverbundener Mensch ist, lässt er immer wieder auf verschiedene Weise erkennen. Ebenso wie seine ausgeprägte soziale Ader und seine unerschütterliche Loyalität Freunden gegenüber zeichnen ihn sein geselliger Charakter und seine aufgeweckte Persönlichkeit aus.

Munas Dabbur

Ich kann wirklich sagen, dass Valon für mich ein sehr besonderer Mensch und Freund geworden ist, denn er hat mich von Anfang an hier in Salzburg unterstützt und mir geholfen, mich in das Team zu integrieren.