Unser Gegner im UEFA Champions League-Play-off in einer ausführlichen Analyse

Nach unserem ungefährdeten Aufstieg (3:0 im Hinspiel, 1:0 im Rückspiel) gegen KF Shkendija in der 3. Qualifikationsrunde wartet nun im UEFA Champions LeaguE-Play-off der serbische und jugoslawische Rekordmeister sowie Rekordpokalsieger FK Roter Stern Belgrad auf uns.
 

Geschichte

Der FK Crvena zvezda – besser bekannt als FK Roter Stern Belgrad – wurde am 04. März 1945 gegründet und spielt seit 1946 durchgehend in der höchsten Spielklasse seines Landes. Es war dies der Beginn von 45 äußerst erfolgreichen Jahren, in denen Roter Stern der dominierende Verein Jugoslawiens wurde und bis zur Weltspitze des Fußballs aufstieg.

Mit 28 Meisterschafts- und 24 Pokalsiegen ist er dortzulande der erfolgreichste Fußballverein, der mit dem Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger 1975, dem Finale im UEFA-Pokal 1979 und dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister sowie des Weltpokals 1991 um die 1990er-Wende sogar zu den erfolgreichsten und besten Vereinen der Welt zählte.

Der Zerfall von Jugoslawien ab 1992 und seine Folgen führten jedoch zum Ausverkauf der Mannschaft. Es wurden zwar weiterhin zahlreiche nationale Titel gewonnen, international konnte man aber nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Letzte Saison überwinterten die Serben erstmals seit 1991/92 wieder in einem UEFA-Wettbewerb und zogen in das Sechzehntelfinale der UEFA Europa League ein, wo man gegen den späteren Viertelfinalisten ZSKA Moskau jedoch scheiterte.

Leistungskurve

FK Roter Stern Belgrad wurde in der vergangenen Saison mit deutlichem Vorsprung vor dem Stadtrivalen FK Partizan Belgrad Meister in der serbischen SuperLiga und qualifizierte sich somit für die UEFA Champions League-Qualifikation.

In der 1. Qualifikationsrunde traf man auf den FK Spartaks Jurmala aus Lettland, gegen den ein 2:0-Heimsieg nach torlosem Auswärtsremis zum Aufstieg in die nächste Runde reichte. Dort eliminierte man dann mit einem Gesamtscore von 5:0 FK Suduva aus Litauen – einigen vielleicht bekannt als unser Gegner in der 2. Qualifikationsrunde des UEFA-Cups 2008/09.

In der dritten und somit letzten Qualifikationsrunde der UEFA Champion League schaffte man gegen den slowakischen Meister FC Spartak Trnava erst in der Verlängerung den Aufstieg ins Play-off.

Kader & Spielanlage

Der aktuelle Kader von Roter Stern umfasst 33 Spieler, wovon lediglich knapp ein Drittel Legionäre sind. Der Altersschnitt der Serben beträgt 25,4 Jahre und liegt somit fast zwei Jahre über jenem unserer Mannschaft (23,6 Jahre). FK Roter Stern Belgrad stellt aktuell sieben A-Nationalteamspieler, mit drei Spielern davon fast die Hälfte für Serbien selbst.

Beim Spielsystem setzt der 48-jährige Coach Vladan Milojevic meist auf ein 4-2-3-1-System und stellt seine Elf somit etwas defensiver auf als unser Trainer. Lediglich vier Gegentreffer in den 10 Pflichtspielen der aktuellen Saison bestätigen die kompakte Ausrichtung seiner Mannschaft, mit 20 geschossenen Toren aber auch die offensive Gefährlichkeit der Serben.

Stadion

Roter Stern Belgrad trägt seine Heimspiele im Stadion Rajko Mitic aus, das mit einem Fassungsvermögen von 60.000 (international 55.538) das drittgrößte Stadion Südosteuropas und das größte in Serbien. Bis Anfang der 1990er-Jahre wies es sogar eine unglaubliche Kapazität von 100.000 Zuschauern auf, wodurch es in Anlehnung an das Maracana in Rio de Janeiro den Beinamen Marakana trägt.

Die Spielstätte erhielt nach einem Beschluss des Vereins im Dezember 2014 den Namen Stadion Rajko Mitic. Der ehemalige Spieler der Rot-Weißen bestritt für Roter Stern insgesamt beachtliche 572 Spiele (262 Tore) und feierte mit dem Club fünf Meistertitel und vier Pokalerfolge. Rajko Mitic gilt als einer der größten Spieler und Trainer im jugoslawischen und serbischen Fußball.

Roter Stern muss allerdings wegen rassistischer Gesänge seiner Fans im CL-Quali-Match gegen FK Suduva Ende Juli als Wiederholungstäter zwei Heimpartien vor leeren Rängen austragen. Eines dieser Spiele ist dabei das Hinspiel am kommenden Dienstag in Belgrad, wo die Serben somit nicht auf ihre gewohnte Fan-Unterstützung von den Rängen hoffen können.