Patrick Farkas spricht nach dem Kreuzbandriss über seinen langen Weg zurück

Am 13. Mai 2018 zog sich Patrick einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu. Fast exakt fünf Monate später kann er zwar noch nicht mit der Mannschaft trainieren, absolvierte aber wieder seine erste Trainingseinheit mit dem Ball.

Wir haben uns nach diesem – ganz besonderen – Moment mit ihm getroffen und in einem kurzen Interview über die Verletzung, die Operation und seinen langen Weg zurück gesprochen.

Patrick, die erste Frage natürlich: Wie geht es dir?

Mir geht’s sehr gut, vor allem, weil ich jetzt wieder das tun kann, was mir am meisten Freude bereitet – Fußball spielen. Ich habe nun die erste Einheit auf dem Platz hinter mir, und die große Leidenszeit ist somit vorbei. Jetzt arbeite ich am Feinschliff, noch ein bisschen am Muskelaufbau, aber es läuft alles nach Plan, und ich bin sehr glücklich, dass es so ist.
 

Wenn du dich an den 13. Mai 2018 zurückerinnerst – Allianz-Stadion, 51. Minute. Kannst du dich an das Foul und an die Momente unmittelbar danach noch erinnern?

Ich kann mich noch ganz genau an diese Situation erinnern, hätte mir aber niemals im Leben gedacht, dass ich mir dabei das Kreuzband gerissen habe. Ich spürte zwar Schmerzen, allerdings konnte ich am Tag danach normal gehen. Als ich dann beim Doktor war und er mir nach dem Schubladentest die traurige Nachricht mitgeteilt hat, war das zuerst ein extremer Tiefschlag. Wie die Mannschaft, meine Familie und meine Freundin aber hinter mir gestanden sind, war schon großes Kino, und das hat mir alles auch ein bisschen erleichtert.
 

In der darauffolgenden Woche wurdest du dann operiert. Erzähl uns kurz ein bisschen etwas über die Zeit im Krankenhaus.

Das war eine der prägendsten Phasen in meinem Leben bis jetzt, da ich noch nie so eine schwere Verletzung hatte. Als ich im Spital gelegen bin, jeder die Urlaubsfotos gepostet hat (Anm.: Es war damals gerade Urlaubszeit) und ich gewusst habe, dass auf mich jetzt sechs Monate beinharte Arbeit warten, ist es mir natürlich am Anfang nicht gut gegangen. Aber der gesamte Verein – angefangen von Christoph Freund über Stephan Reiter und Harald Lürzer bis hin zu Marco Rose und allen Mitspielern – und meine Familie und Freunde sind komplett hinter mir gestanden. Gerade in einer solchen Phase ist es wichtig, dass man so einen Rückhalt hat.
 

Danach stand der lange Weg zurück an und die ersten Reha-Maßnahmen begannen. Wie sah in diesen ersten Wochen dein Tagesablauf aus?

In den ersten Wochen bin ich mir vorgekommen, wie wenn ich nicht selbst im Leben stehen würde, da ich von allen möglichen Personen abhängig war. Angefangen beim Zimmerservice bis hin zum Taxifahrer, der mich teilweise vom Zimmer abholen musste, da ich nicht ordentlich gehen konnte und eine Schiene tragen musste. Es war eine extrem schwere Zeit für mich, aber umso mehr weiß ich jetzt die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und bin durch diese Zeit auch ein bisschen demütiger geworden.
 

Wie sahen danach deine Einheiten aus? Musstest du während deiner Genesung Rückschläge einstecken oder verlief alles nach Plan?

Es hat schon mal Tage gegeben, da hat das Knie nach den Einheiten wehgetan. Dann habe ich einen Tag Pause gemacht. Aber es war nie so, dass ich eine komplette Woche oder so zurückstecken musste. Also bin ich extrem glücklich, wie das bis jetzt verlaufen ist, und ich bin sehr guter Dinge, dass ich bald wieder mit der Mannschaft am Platz trainieren kann.
 

Auch wenn derzeit das Mannschaftstraining für dich noch kein Thema ist, hast du diese Woche das erste Mal wieder mit Ball trainiert. Beschreib uns kurz, wie das Gefühl war?

Allein die Rückkehr ins Trainingszentrum nach Taxham war für mich schon eine riesige Erleichterung, auch wenn ich zum Teil stundenlang am Rad gesessen bin und der Mannschaft beim Training zusehen musste. Aber nach der Reha-Phase, in der ich auf mich allein gestellt war, war das Gefühl, dass ich wieder da bin und somit wieder dazugehöre, sehr schön. Die Tatsache, jetzt wieder das erste Mal Fußballschuhe zu tragen, hat meinem Körper gezeigt, dass das genau das ist, was ich wirklich möchte. Ganz ehrlich – ich habe mich in diesem Moment gefreut wie ein kleines Kind.
 

Wie sieht nun der weitere Reha-Plan aus? Wann sehen wir dich wieder am Spielfeld?

Mitte November habe ich die Endkontrolle im Spital, bei der Sprünge und Krafttests auf dem Programm stehen. Bis dahin arbeite ich jetzt daran, dass der rechte Fuß wieder ziemlich nahe an den linken herankommt. Sollte bei den Tests im Krankenhaus alles passen, dann könnte ich im Dezember wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.
 

Vielen Dank, Farki! Wir freuen uns, dich bald wieder im Dress der Roten Bullen zu sehen!