„SALZBURGER HALBZEIT“ mit Enock Mwepu

Enock Mwepu darf getrost als eine der Entdeckungen der letzten Saison bezeichnet werden. Genau vor einem Jahr nach Salzburg gekommen, hat sich der heute sechsfache Nationalspieler Sambias beim FC Liefering ins Rampenlicht gespielt und gab auch beim FC Red Bull Salzburg bereits die eine oder andere starke Talentprobe ab.

Zehn Mal stand Enock Mwepu bis dato für das Team von Marco Rose auf dem Feld – acht Mal in der Bundesliga, zwei Mal im UNIQA ÖFB Cup – und kam dabei auf fünf Startelfeinsätze, in denen er erkennen ließ: Mit ihm ist in der nächsten Saison zu rechnen.

„Mein Ziel ist es, mich zu verbessern. Ich muss weiter hart an mir arbeiten und alles geben. Die Erwartungen an mich sind gestiegen, ich muss deshalb mein Bestes geben und mich sowohl physisch als auch mental verbessern, um weitere Einsatzminuten zu bekommen“, weiß Enock schon ganz genau, welche Schwerpunkte er im Training weiter angehen will.

Dabei ist er zunächst einfach nur froh, den Sprung nach Europa geschafft zu haben:

„Ich bin sehr glücklich darüber, wie schnell alles gegangen ist. Ich habe immer davon geträumt, Profifußballer zu werden. Ich habe diesen Traum in meiner Kindheit und Jugend immer vor Augen gehabt, dass ich es eines Tages schaffe. Es gab immer Hürden und Herausforderungen auf dem Weg dahin, aber rückblickend ist es bis jetzt super verlaufen für mich. Heute lebe ich meinen Traum.“

Enocks steiler Weg bergauf

Besonders stolz durfte Enock natürlich über seine ersten Einsätze in der Bundesliga sein:

„Es war großartig für mich, in der Bundesliga Einsatzminuten zu sammeln. Ich habe hart dafür gearbeitet, und als die Chance kam, habe ich mich sehr gefreut. Dass ich dem Team helfen konnte, hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Ich hoffe, dass weitere Einsätze in der Bundesliga folgen werden“, gibt er sich bescheiden.

„Dem Team helfen“ konnte der Mittelfeld-Allrounder besonders in der 30. Runde beim Auswärtsspiel gegen die Admira, als ihm ein Assist und ein herrlicher Volleytreffer gelangen. Angesprochen auf dieses Traumtor, zeigt er sich immer noch überglücklich:

„Ich habe mich so gefreut über den Treffer. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich habe mir den Treffer danach jeden Tag angeschaut und jedes Mal dachte ich mir: ‚Oh wow! War das wirklich ich?‘ Bei meinem Startelfdebüt so ein Tor zu erzielen, war einfach überragend.“

Nicht zuletzt wegen dieses Treffers zeigt die Leistungskurve steil nach oben. Die Entwicklung stimmt Enock deshalb zu Recht positiv:

Mit der Entwicklung, die ich in den letzten zwölf Monaten hier in Salzburg gemacht habe, kann ich, glaube ich, sehr zufrieden sein. Ich finde die Philosophie hier wirklich toll, sie pusht uns Spieler, Höchstleistungen zu bringen. Red Bull Salzburg ist ein sehr großer Klub in Europa. Die Qualität der Spieler ist sehr hoch und es herrscht ein großer Konkurrenzkampf im Team“, findet der 20-jährige Sambier nur lobende Worte für unseren Verein und führt weiter aus:

„Der FC Red Bull Salzburg ist zu 100 Prozent der beste Verein, um eine Profikarriere zu starten. Die Entwicklung, die man hier machen kann, ist enorm.“

Die Entwicklung begann für Enock aber natürlich schon im ganz jungen Alter. Über seine Anfänge als junger Fußballer erzählt er uns:

„Fußball spiele ich, seit ich denken kann. In der Nähe meines Heimatortes gibt es eine Fußballakademie. Dort habe ich so richtig zum Fußballspielen begonnen und dort wurde mir auch mein Spitzname ‚The Computer‘  gegeben. Der Trainer sah in mir großes Potenzial und nannte mich deshalb so. Der Spitzname ist bis heute geblieben.“

Dass er ein überaus „smarter Bursch“ ist, bewies „The Computer“ zudem auch abseits des Fußballplatzes mit einer ungewöhnlichen Maßnahme, um den frostigen Temperaturen im Winter entgegenzuwirken:

„Als ich nach Salzburg gekommen bin, konnte ich das Wetter im Winter einfach nicht akzeptieren. Deswegen habe ich meine Handschuhe und Fußballschuhe vor den Spielen immer wärmen lassen. Anders hätte ich es nicht ausgehalten“, lacht Enock selbst über die Idee.

Ansonsten kann er sich aber nicht beklagen. Dank Patson Daka, den er bereits aus Sambia kannte, fand er schnell Anschluss. So unternehmen die beiden, die noch in der Akademie in Liefering wohnen, in ihrer Freizeit viel gemeinsam:

„Es geht uns wirklich gut hier. Die meiste Zeit verbringen wir in der Akademie. Aber wenn uns langweilig wird, gehen wir gerne einfach mal spazieren, schauen in die Stadt oder gehen was essen. Ich mag Salzburg sehr gerne“, unterstreicht Enock zum Schluss noch einmal, wie glücklich er darüber ist, den Schritt zu uns gemacht zu haben.