Was bisher geschah

Es ist eine Saison wie keine andere. Schon jetzt ist sie zeitlich gesehen länger als gewöhnlich, denn am vergangenen Wochenende hätte eigentlich der letzte Spieltag der Tipico Bundesliga stattgefunden haben sollen. Nun sind aber noch zehn Runden bis zum Meistertitel zu spielen, mit guten Chancen für unsere Roten Bullen auf den siebenten Titelgewinn en suite. Was uns in diese Ausgangslage versetzt hat, wollen wir noch einmal Revue passieren lassen.

Rasanter Start

Neuer Trainer, hohe Erwartungen, sofortiger Erfolg: Jesse Marsch brachte mit unserer jungen Truppe ein Debüt nach Maß zuwege. War der Auftaktsieg in der Hütteldorfer Hitze noch hart erkämpft, folgte danach Kantersieg um Kantersieg. Nach seinem ersten Hattrick am dritten Spieltag gegen den Wolfsberger AC wurde Erling Haaland von Goleador Hans Krankl geadelt. Sehr gute Anlagen attestierte er ihm. Wenn „Hansi nationale“ nur gewusst hätte, was folgen sollte. Nach sieben Spieltagen standen wir mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze, das Torverhältnis 32:5, unglaublich eigentlich, durchhaltbar schon gar nicht.

Englische Wochen

Noch von den Klängen der UEFA Champions League-Fanfare betört, stellte uns der LASK in Pasching zum ersten Mal das Haxl. In der vielleicht intensivsten Bundesliga-Partie der Neuzeit wurden wir daran erinnert, dass wir nicht alleine da sind. Es war schon imposant, was sich da ereignete, das Niveau stand keinem Topspiel der deutschen Bundesliga nach. Das spektakuläre 2:2 war der erste Punkteverlust in der laufenden Saison, die sich fortan durch Rotation kennzeichnen sollte. 26 Spieler bekamen Bundesliga-Einsatzminuten. Ob alternativlos oder nicht, es nahm uns in den Folgewochen ein wenig den Schwung. Der Schienbeinbruch von Anchorman Toni Bernede kam als unglückliche Draufgabe, genauso wie die unzähligen Flugmeilen, die unsere Burschen in gleich drei Länderspielpausen zurücklegten.

Justament nach UEFA Champions League-Begegnungen und Länderspielen folgten unsere Remis gegen Sturm Graz, St. Pölten, die Admira und Hartberg. Und dennoch blieben wir den gesamten Herbst über in der Tipico Bundesliga ungeschlagen.

Frostschaden

In der Wintertransferperiode verloren wir mit Marin Pongracic, Takumi Minamino und Erling Haaland drei namhafte Leistungsträger. Angesichts des blanken Ausmaßes an Talenten kein großes Ding, sollte man meinen, hatten wir doch noch in Testspielen sämtliche Gegner, einschließlich Zenit St. Petersburg, vom Platz gefegt. Doch als es drauf ankam, stotterte der sonst satt geölte Motor. Zunächst verloren wir die Tabellenführung an den LASK. Danach schenkte uns die Wiener Austria in letzter Minute den Ausgleich ein. Und auch im Ländle erwärmte die 2:3-Niederlage keine Salzburger Herzen. Das alles, während unsere Konkurrenz wenig bis keine Punkte liegen ließ. Der 2:0-Sieg gegen Sturm Graz schien da eine wohltuende Rehabilitation. Doch was folgte, war eben nicht die Meisterrunde, sondern eine dreimonatige Pause. 87 Tage wird es her sein, wenn in der Red Bull Arena zum ersten Post-Corona-Spiel gegen den SK Rapid angepfiffen wird.

Die Ausgangslage im Meisterrennen ist bisweilen noch unklar. Im Moment hält der LASK drei Punkte Vorsprung auf unsere Roten Bullen, während wir gegenüber Rapid mit vier und dem WAC mit fünf Zählern im Vorteil sind. Etwaige Maßnahmen des Senat 1 der Bundesliga könnten das Kräfteverhältnis aber entscheidend umdrehen.