Einsatz in Mainhattan

Spannung vor der Rückkehr in unseren Bewerb steigt

Dort, wo Glastürme auf Mittelalter treffen, trifft auf dem Rasen Tradition auf Moderne. Ein Hexenkessel, Frankfurt baut auf den 12. Mann.

Frankfurt, eine zahlenmäßig durchschnittliche Stadt mit dem Selbstverständnis einer Großstadt. Die Stadt am Main, mit der mittelalterlichen Innenstadt, die zugleich mit Glasfassaden das Finanzkapitalenimage trägt. Mainhattan, großer Flughafen, großes Ego, große Arena. Hohe Ansprüche gelten auch beim Fußball. Er ist aufregend, offensiv, knallhart, ähnelt unserem, weshalb das Spiel zu einem wahren Klassiker werden könnte.

Die laufende Saison der Frankfurter läuft nach dem Prinzip „viel geben, viel einstecken“. In Summe ergibt das oft Mittelmaß. Vorne ist man auf der Suche nach einem Knipser. Mit den Augen auf das große Geld hat man mit Haller, Jovic und Rebic gleich die gesamte Büffelherde ziehen lassen. Bas Dost konnte ebenso wenig in deren Fußstapfen treten wie Andre Silva, der häufig nicht fit war. Über den Winter hatte Adi Hütter die Wunden einer schwachen Hinrunde zu lecken. Eine Systemumstellung brachte den erhofften Turnaround mit dem Frühjahrsstart. Viererkette statt Dreierblock, davon profitierten vor allem die Flügelspieler. Filip Kostic lief wieder zu Höchstform auf, der Außenverteidiger Timothy Chandler mauserte sich mit vier Treffern in den letzten fünf Spielen zum Goalgetter Nummer eins. Bevor der Übermut einkehren sollte, bekam die Eintracht aber freitags ein Stück Humble Pie vom BVB serviert, das 0:4 schmerzte.

TV Show vor dem Spiel in Frankfurt

Für die Frankfurter ist es nun die dritte Teilnahme am EL-Sechzehntelfinale. Nur im Vorjahr schaffte man den weiteren Aufstieg. Dann aber richtig, erst im Semifinale war im Elfmeterschießen gegen Chelsea Endstation. Martin Hinteregger verschoss dabei den entscheidenden Penalty. Auf der europäischen Reise warf man damals gleich drei Teams aus dem Bewerb, die die Saison in der UEFA Champions League gestartet hatten. Wer darin ein schlechtes Omen für unsere Burschen erkennen mag, sei getäuscht. Von unseren letzten sechs Spielen gegen deutsche Europacup-Gegner gewannen wir vier. Zudem verfügen wir über mehr Erfahrung in der UEFA Europa League. Das ist unsere neunte Teilnahme, kein Team hat mehr.

12 gegen uns alle

Diesem Erfahrungsvorsprung versucht die Eintracht mit einem Hexenkessel Einhalt zu gebieten. „12 gegen 11“ lautet das viel besagte Motto des Klubs vom Main. Doch wer sagt, dass wir zu elft kommen? Unsere Karawane in Bussen und Sonderzügen ist die größte, die je zu einem Salzburger Europacup-Spiel zog. Die Unterstützung von den Rängen, der Zusammenhalt der Mannschaft, der konservierte Europacup-Spirit aus dem Herbst, wir sind bereit!

Jesse und die Burschen sind heiß auf die 50.000 im Waldstadion. Ein besonderer Glücksbringer für sie könnte das türkische Schiedsrichtergespann rund um Ali Palabiyik sein, das unser siegreiches Finalspiel in der UEFA Youth League 2017 gegen Benfica pfiff.

Personelles

Verletzungsbedingt nicht einsatzbereit sind Antoine Bernede (Schienbein), Rasmus Kristensen (Oberschenkel) und Philipp Köhn (Knöchel).

Die letzten Duelle mit deutschen Teams:

29.11.2018 FC Salzburg – RB Leipzig 1:0
20.09.2018 RB Leipzig – FC Salzburg 2:3
15.03.2018 FC Salzburg – Borussia Dortmund 0:0
08.03.2018 Borussia Dortmund – FC Salzburg 1:2
08.12.2016 FC Salzburg – Schalke 04 2:0
29.09.2016 Schalke 04 – FC Salzburg 3:1