Die Frankfurter in tiefe Gewässer zerren

Nach dem 1:4 im Hinspiel müssen wir alle Register ziehen. Zwar waren die Erlebnisse der letzten Wochen schlecht, doch das Selbstvertrauen stimmt.

Auf die Frage, was die Österreicher den Deutschen voraushätten, antwortete Thomas Stipsits einmal: „Das gewisse Etwas, den Charme und den Schmäh!“ Den eindrucksvollen Beweis dafür lieferte Cican Stankovic in der Pressekonferenz. Die Frage: „Was schafft ihr? Die Liga, den Cup oder den EL-Aufstieg?“ Seine Antwort: Alles!“

Chapeau, Cic! Das wollen wir hören, denn Glaube kann Berge versetzen. Das Wunder lebt, wenngleich klar ist, dass es morgen unter Flutlicht elf Miracle Workers braucht. 1:4, das ist kein Bemmerl. Schon gar nicht, wenn der Gegner Eintracht Frankfurt heißt. Und dennoch, deren Leistung im Hinspiel war mehr Ausnahme als Regel. Analogisch könnte man sie als Sportplatz-Dusche betiteln: heiß oder kalt und nichts dazwischen. Da gibt es Ergebnisse wie das 0:4 in Dortmund oder die 1:2-Klatsche am Main gegen Union Berlin. Was es auch gibt, ist die chronische Schwäche nach Rückständen. Nur zwei Siege konnte die Eintracht nach einem Rückstand erringen. Ein guter Start ist imperativ.

Pressekonferenz vor Frankfurt

Aus dem Hinspiel lernen? Wohl besser vergessen und befreit aufspielen. Der gesamte Druck liegt bei der Eintracht, sie kann den sicher geglaubten Aufstieg holen, Erwartung erfüllt, oder ihn verspielen, Sensation perfekt. Die Angst vor Szenario zwei gilt es zu kultivieren. Dafür brauchen unsere Burschen auch den zwölften Mann. Nur wenn die Bude brennt, haben die Adler Angst um ihr Gefieder.

Adi Hütter hat nach dem Engpass im Hinspiel wieder Alternativen in der Abwehr. Martin Hinteregger ist zurück, Makoto Hasebe ebenso. EL-Toptorschütze Daichi Kamada, aus dem Hinspiel in leidiger Erfahrung, blieb dagegen am Montag blass. Wöchentlich grüßt das Murmeltier. Jedes Mal, wenn einem Frankfurter Stürmer der Knoten platzt, ob Dost, Silva oder Kamada, zurrt er sich in den Folgepartien umso fester zu. Das macht sie zwar nicht konstant, dafür unberechenbar. Von der gleichen Aufstellung wie im Hinspiel ist mitnichten auszugehen.

Welche elf uns auch immer gegenüberstehen, es wird nicht an ihnen liegen. Jesse Marsch mahnte in der Pressekonferenz noch einmal das Besinnen auf die eigenen Prinzipien ein. Schnell in die Spitze, Dynamik, Intensität … Wer diese Worte mit Jesses inbrünstiger Stimme gehört hat, hat es verstanden. Der Wille zählt. Vielleicht auch die Klasse, ein Wort, das uns an Antoine Bernede denken lässt. Der stand schon gegen die Austria im Kader und könnte nun seine ersten Einsatzminuten seit September bekommen. Vielleicht ein gutes Omen: Toni hat kein Profispiel verloren, bei dem er auf dem Rasen stand. Gerade einmal eines remisierte er.

Was Enock Mwepu vor dem Spiel zu sagen hat, kannst du hier lesen.

Personelles

Verletzungsbedingt nicht einsatzbereit sind Rasmus Kristensen (Oberschenkel) und Philipp Köhn (Knöchel).

Die letzten Duelle mit deutschen Teams:

20.02.2020 Eintracht Frankfurt – FC Salzburg 4:1
29.11.2018 FC Salzburg – RB Leipzig 1:0
20.09.2018 RB Leipzig – FC Salzburg 2:3
15.03.2018 FC Salzburg – Borussia Dortmund 0:0
08.03.2018 Borussia Dortmund – FC Salzburg 1:2
08.12.2016 FC Salzburg – Schalke 04 2:0
29.09.2016 Schalke 04 – FC Salzburg 3:1