Wenn die CL-Hymne verstummt und sich die Ränge leeren, ist es Zeit für den Nachklang!

So Unglück und Qual haben uns begleitet durch das Dickicht ferner Länder, so vermochte nun Euphoria unser heimwärtiger Wegbegleiter zu sein. Wir schreiben Verse, unsere Burschen Geschichte!

Es ist anders auf dem europäischen Parkett, dort, wo wir nicht Goliath, sondern David sind. In jenem Wettbewerb, in dem wir so tapfer und zugleich auch so glücklos waren. Der vermeintlich entscheidende Punkt der Mission rückte näher. So wandte sich die gesamte Schar dem Häuptling zu. Der grübelte, beriet im Rat der Ältesten. Doch als die Sonne unterging, sprach er: „4-4-2 mit Raute, so wie schon in Liverpool!“

Schmäh olé

Das schien Genk aber nicht kommen zu sehen. „Tarnen und täuschen“ lautete das Motto. Selbst Salzburg-Kenner waren nicht von einer Raute ausgegangen. Hannes Wolf setzte noch einen drauf. Er ließ seine Mannen im 3-4-3 auflaufen. Doch das war nur ein Ablenkungsmanöver. In Wahrheit stand man als 4-4-2 auf dem Platz. Auch personell stiftete man Verwirrung. Alle gingen davon aus, dass Erling Haaland in der Startaufstellung stehen würde. Mitnichten, es stürmten Patson Daka und Hee Chan Hwang. Und das mit Schwung. Systemimmanent blieben dahinter Räume, die die flache Vier der Belgier gegen unsere Raute schlichtweg nicht schließen konnte. Takumi Minamino und Dominik Szoboszlai hatten ihren Spaß. Enock Mwepu spielte sich mit seinen beiden Assists ins Champions League-Team der Runde.

Trocken im Nass

Es war wie Schanigarten im Spätherbst. So richtig bequem wollte es nicht werden, zumal Genk durch Samatta das 1:0 auf dem Fuß hatte, es stürmte und schüttete. Doch frech und präzise nahmen wir diesmal genau das mit, was wir in der UEFA Champions League zu oft liegen gelassen hatten: Tore. Hannes Wolf sollte unseren Doppelschlag vor dem Pausenpfiff später mit dem Wort Genickbruch titulieren. Humor- und rücksichtslos beglichen wir mit den Schlümpfen alle offenen Rechnungen aus dem Napoli- und Liverpool-Spiel. Vier Treffer aus fünf Torschüssen; ein Wort mit acht Buchstaben: Qualität. Hinzu kommt die Gewissheit, dass das Lehrgeld gegen Liverpool und Napoli wohl doch nicht schlecht investiert war. Klar, es tat weh, aber der Erfolg in Genk ist auch als Konsequenz der beiden bitteren Niederlagen zu sehen.

KRC Genk vs. FC Salzburg

Finale dahoam

Der Fußballgott hat heruntergeschaut. Aber er muss geschielt haben. Das eine Auge in Genk, das andere in Liverpool. 1:1, besser hätte es nicht laufen können. Und allen Risikopatienten empfehlen wir schon vorsorglich, ihren Blutdruck im Auge zu behalten. Denn Napoli, Liverpool und unsere Burschen haben alle aus eigener Kraft die Möglichkeit, ins Achtelfinale der UEFA Champions League einzuziehen. „Geil“, meinte Taki Minamino. Zlatko Junuzovic war der einzementierte Grinser nicht aus dem Gesicht zu meißeln. Mit 32 zum ersten Mal in der KönigsCLasse, dann diese Dramaturgie. Da werden selbst Routiniers wieder zu Kindern. Alles oder nichts, Do-or-die gegen den amtierenden UEFA Champions League-Sieger, und das in unserer Heimat. Das womöglich größte Spiel der Klubgeschichte. Verdammt, sind wir geil drauf!

Das Spiel in voller Länge:

Erste Halbzeit:

plus
KRC Genk vs. FC Salzburg Halbzeit 1

Zweite Halbzeit:

plus
KRC Genk vs. FC Salzburg Halbzeit 2