Interessante Zahlen, Daten und Fakten zur 10. Runde in der Tipico Bundesliga

Jeder Topf hat seinen Deckel in unserer gut sortierten Küche findet Jesse Marsch immer das passende Utensil. Das 3-5-2 wirkt nach Verfeinerung delikat und macht unsere Tageskarte weniger vorhersehbar.

Trotz der hektischen Wochen, in denen, ob der ausgedehnten Reisestrapazen, wenig Zeit zum Trainieren blieb, scheint die Truppe von Jesse Marsch taktisch einen Entwicklungsschritt gemacht zu haben. Denken wir zwei Wochen zurück, als uns Takumi Minamino unter dem Hütteldorfer Flutlicht den Aufstieg rettete. Unser Straucheln war kein Beleg für mangelnde Einstellung oder Kreativität, noch weniger von fehlender Qualität. Es war die falsche Rezeptur, die uns die Suppe verwürzte. In unserem vertikal veranlagten 4-2-2-2 fehlen die Werkzeuge, wenn kein Raum hinter den Linien bleibt, den wir bespielen können. Nicht nur kann die Spielanlage Rapids zur beliebten Blaupause werden, es ist bei einem unterlegenen Kader schlichtweg auch naheliegend, sich einzubunkern. Das hat Altach eindrucksvoll zur Schau gestellt.

5-4-1 heißt in Fußballersprache: Wir sind nicht zum Spielen gekommen! Unbeeindruckt davon spielten wir trotzdem so ganz anders als sonst. 614 Pässe bolzten wir über das Feld, 563 davon waren kurz, weitaus mehr als gewöhnlich. Und diese Statistik birgt auch schon den Kern des Ganzen in sich: 3-5-2, das ist Pass and Move statt Kick and Rush. Viele Kurzpässe, hohe Ballsicherheit, Variabilität in der Gestaltung der Angriffe. Man kann es auch als klassischen Favoritenfußball bezeichnen. Es gibt natürlich Gründe, weshalb den nur die Besten spielen können. Zwei Dinge sind elementar: die Qualität der Pässe und konstante Bewegung. Erstere war mit 85 % Passquote herausragend. Selbst 71 % unserer Pässe im gegnerischen Drittel kamen an. Und auch die Laufleistung war gut, erst in der zweiten Halbzeit schlief das Spiel ein wenig ein.

Die Altacher gingen schon grundsätzlich nicht aggressiv zu Werke. Unsere Spielanlage war darauf der üppig ausfallende Nachschlag. Gerade einmal 96 Zweikämpfe mussten wir in der gesamten Begegnung führen. Das sind bei Weitem weniger als üblich. Dennoch ließen wir kaum etwas zu. Nur ein Mal schossen die Altacher auf unser Tor. Die ganze Saison waren wir nicht kompromissloser. Ballbesitz ist eben der beste Verteidiger. Das äußert sich auch in der Ausprägung unserer Angriffe. 71 Positionsangriffe standen gerade einmal vier Kontern gegenüber. Das ist der Höchstwert des Kalenderjahres.

Federführend war dabei vor allem Mo Camara, der das Spiel aus der Zentrale dirigierte, 75 % seiner Zweikämpfe gewann und gleich zehn Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte verbuchte. Die meisten Pässe spielte allerdings Albert Vallci, der an seiner Position in der Dreierkette sichtlich Gefallen fand. Die Schlagzeilen gehörten aber wieder einmal Patson Daka, dessen Überform weiter anhält. Bei seinen letzten drei Bundesliga-Starts traf er jeweils doppelt oder häufiger. Diesmal erzielte er seinen ersten Pflichtspiel-Hattrick im Trikot der Roten Bullen.

BL-10: RBS vs. ALT